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I. Ein­lei­tung

Baden-Würt­tem­berg als dritt­größ­te Wirt­schafts­re­gi­on in Deutschland2 und als Inno­va­ti­ons­stand­ort Nr. 1 in Europa3 ist in ganz beson­de­rer Wei­se davon abhän­gig, dass in der Hoch­schul­po­li­tik die Wei­chen rich­tig gestellt sind für die zukunfts­fä­hi­ge Siche­rung der aka­de­misch aus- gebil­de­ten Fach­kräf­te­ba­sis und der Innovationsfähigkeit.

Stellt der zwi­schen BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN und der CDU ver­ein­bar­te und mit einer brei­ten par­la- men­ta­ri­schen Mehr­heit unter­leg­te Koali­ti­ons­ver­trag die Wei­chen in der Hoch­schul­po­li­tik rich­tig? Oder sind die rich­ti­gen Wei­chen­stel­lun­gen aus­ge­blie­ben, weil zwei Part­ner zuein­an­der fin­den muss­ten, die ursprüng­lich mit voll­kom­men ande­ren Koali­ti­ons­vor­stel­lun­gen in die Land­tags­wahl gegan­gen sind?

Aus Sicht der Arbeit­ge­ber Baden-Würt­tem­berg er- folgt vor­lie­gend die Bewer­tung des Koali­ti­ons­ver­trags zu aus­ge­wähl­ten Aspek­ten im Bereich Hochschulpolitik.

II. Hoch­schul­fi­nan­zie­rung sichern

Mit dem Hoch­schul­fi­nan­zie­rungs­ver­trag „Per­spek­ti­ve 2020“ hat Baden-Würt­tem­berg die Hoch­schul­fi­nan­zie- rung ver­bes­sert, indem unsi­che­re Pro­gramm­mit­tel suk- zes­si­ve in die Grund­fi­nan­zie­rung umge­wan­delt wer­den. Dies war ein wich­ti­ger Meilenstein.

Die­se mit­tel­fris­ti­ge Siche­rung des baden-würt­tem- ber­gi­schen Wis­sen­schafts­sys­tems muss ver­ste­tigt und den Hoch­schu­len am Wis­sen­schafts- und Inno­va­ti­onss- tand­ort­Ba­den-Würt­tem­ber­g­ei­nelang­fris­ti­ge­Pla­nungs- per­spek­ti­ve gege­ben wer­den. Das Bekennt­nis der Koali- tion, erneut einen lang­fris­ti­gen Hoch­schul­fi­nan­zie- rungs­ver­trag abzuschließen,4 wird daher durch die Ar- beit­ge­ber Baden-Würt­tem­berg aus­drück­lich begrüßt.

Vor dem Hin­ter­grund des struk­tu­rel­len Defi­zits im Lan­des­haus­halt, der zutref­fend ver­ein­bar­ten strukturel-

  1. 1  Minis­ter­prä­si­dent Kret­sch­mann, Regie­rungs­er­klä­rung vom 1. Juni 2016, S. 3. Abruf­bar unter: https://www.baden-wuerttemberg.de/ fileadmin/redaktion/dateien/PDF/160601_Regierungserklaerung_ Kretschmann_Protokollversion.pdf (16.8.2016).
  2. 2  Sta­tis­ti­sches Bun­des­amt: Brut­to­in­lands­pro­dukt nach Bun­des- län­dern 2015. Abruf­bar unter: http://www.statistik-portal.de/ Statistik-Portal/de_jb27_jahrtab65.asp (16.8.2016).

len Ein­spa­run­gen sowie einer Schul­den­brem­se in der Lan­des­ver­fas­sung sei bereits an die­ser Stel­le dar­an erin- nert, dass Inves­ti­tio­nen in den Hoch­schul­be­reich Inves- titio­nen in die Zukunft dar­stel­len, die das Land vor­an- brin­gen. Bil­dungs­in­ves­ti­tio­nen sind für den Staat gut an- geleg­tes Geld. Die Ren­di­te, die der Staat für sei­ne Bil- dungs­in­ves­ti­tio­nen erhält, liegt nach Berech­nun­gen des Zen­trums für Euro­päi­sche Wirt­schafts­for­schung (ZEW) pro Stu­die­ren­den bei 5,7 %.5

Dass beim Abschluss des erneut lang­fris­ti­gen Hoch- schul­fi­nan­zie­rungs­ver­trags den Hoch­schu­len für Ange- wand­te Wis­sen­schaf­ten (HAW) und der Dua­len Hoch- schu­le Baden-Würt­tem­berg (DHBW) eine nach­hal­ti­ge Finan­zie­rung beson­ders für den Auf­bau von Stu­di­en- plät­zen zuge­si­chert wer­den sollen,6 über­zeugt. Nach­dem durch den Hoch­schul­fi­nan­zie­rungs­ver­trag „Per­spek­ti­ve 2020“ für die Uni­ver­si­tä­ten sicher­ge­stellt wur­de, dass de- ren Stu­di­en­plät­ze bis spä­tes­tens 2019 über die erhöh­te Grund­fi­nan­zie­rung lang­fris­tig abge­si­chert sind, er- scheint es sach­ge­recht, nun auch die Finan­zie­rung der HAW und DHBW anzupassen.

Aus Sicht der Arbeit­ge­ber Baden-Würt­tem­berg ist eine lang­fris­ti­ge Kopp­lung der Mit­tel­ver­ga­be an trans­pa- ren­te Leis­tungs- und Qua­li­täts­kri­te­ri­en der rich­ti­ge Weg. So kön­nen die Hoch­schu­len in Baden-Würt­tem­berg auch bei anstei­gen­der Zahl an Stu­di­en­an­fän­gern eine qua­li­täts­ge­si­cher­te Aus­bil­dung ermög­li­chen und im in- ter­na­tio­na­len wis­sen­schaft­li­chen und tech­no­lo­gi­schen Wett­be­werb ihre Spit­zen­stel­lun­gen ver­tei­di­gen. Wün- schens­wert wäre es daher gewe­sen, wenn der Koali­ti­ons- ver­trag die bereits im aktu­el­len Hoch­schul­fi­nan­zie- rungs­ver­trag ver­ein­bar­te Ver­pflich­tung zur Ent­wick­lung eines Kenn­zif­fern­sys­tems zur Mes­sung der zen­tra­len Leis­tungs­di­men­sio­nen der Hochschulen7 im Koali­ti­ons- ver­trag fort­ge­schrie­ben und dadurch poli­tisch wei­ter auf­ge­wer­tet hätte.

ischen Ver­gleich, In: Sta­tis­ti­sches Monats­heft Baden-Württemberg

1/2015, S. 18.
4 Vgl. S. 38 Koali­ti­ons­ver­trag.
Pfeif­fer/Stich­noth, Fis­ka­li­sche und indi­vi­du­el­le Bildungsrenditen –

aktu­el­le Befun­de für Deutsch­land, In: ZEW Dis­cus­sion Paper No.

15–010, S. 17.
6 Vgl. S. 38 Koali­ti­ons­ver­trag.
7 Vgl. S. 2 Hoch­schul­fi­nan­zie­rungs­ver­trag 2016 ‑2020.

Ein­wil­ler, Inno­va­ti­ons­in­dex 2014: Baden-Würt­tem­berg im euro­pä-
Ord­nung der Wis­sen­schaft 2016, ISSN 2197–9197

Mat­thi­as Toe­pfer
Bringt die „im bes­ten Sin­ne bür­ger­li­che Koali­ti­on“auch eine sinn­vol­le Hoch­schul­po­li­tik?
Bewer­tung des Koali­ti­ons­ver­tra­ges 2016 – 2021

212 ORDNUNG DER WISSENSCHAFT 4 (2016), 211–216

Das kla­re Bekennt­nis zur Fort­schrei­bung der Exzel- lenz­in­itia­ti­ve und deren Absi­che­rung durch Lan­des- haushaltsmittel8 9 ist zu begrü­ßen. Die nun­mehr be- schlos­se­ne Exzel­lenz­stra­te­gie bie­tet die Chan­ce, dass Ba- den-Würt­tem­berg das erfolg­reichs­te Bun­des­land im Bund-Län­der-Pro­gramm zur För­de­rung der Spit­zen­for- schung an Uni­ver­si­tä­ten bleibt. Die Reduk­ti­on auf nun- mehr zwei För­der­li­ni­en (Exzel­len­clus­ter, Exzel­len­z­u­ni- ver­si­tä­ten) bei Ver­zicht auf die Fort­füh­rung der Gra­du- ier­ten­schu­len ist zu begrü­ßen, da sich struk­tu­rier­te Pro- moti­ons­pro­gram­me hin­rei­chend eta­bliert haben. Die pro­jekt­be­zo­ge­ne För­de­rung von For­schungs­fel­dern durch Exzel­lenz­clus­ter kann einen wich­ti­gen Bei­trag zur Pro­fil­schär­fung von Uni­ver­si­tä­ten im inter­na­tio­na­len Wett­be­werb leis­ten. Die für Uni­ver­si­tä­ten mit Exzel­lenz- clus­ter zudem vor­ge­se­he­ne Uni­ver­si­täts­pau­scha­le zur Stär­kung ihrer Gover­nan­ce hat das Poten­zi­al, posi­tiv auch auf die insti­tu­tio­nel­len Rah­men­be­din­gun­gen und Lan­des­hoch­schul­ge­set­ze ein­zu­wir­ken. Dass sich als Ex- zel­lenz­uni­ver­si­tät nur bewer­ben kann, wer min­des­tens zwei Exzel­lenz­clus­ter ein­ge­wor­ben hat, stellt eine Her- aus­for­de­rung dar. Durch den klei­ne­ren Zuschnitt der Clus­ter bie­tet sich aber auch klei­ne­ren Hoch­schu­len die rea­le Mög­lich­keit, eine Spit­zen­för­de­rung zu erhal­ten. Die vor­ge­se­he­ne dau­er­haf­te För­de­rung von elf Exzel­len- zuni­ver­si­tä­ten bzw. Uni­ver­si­täts­ver­bün­den in einem Wett­be­werbs­ver­fah­ren ist zu begrü­ßen. Die zwi­schen- zeit­lich dis­ku­tier­te Beschrän­kung auf bun­des­weit drei bis fünf För­der­fäl­le hät­te dem bewähr­ten dezen­tra­len Auf­bau der deut­schen Uni­ver­si­täts­land­schaft klar widersprochen.

Der Aus­schluss der Ein­füh­rung all­ge­mei­ner Stu­di­en- gebüh­ren durch die Koalitionäre10 über­zeugt hin­ge­gen nicht. Bei der Ent­wick­lung eines dau­er­haft trag­fä­hi­gen Gesamt­kon­zepts der Hoch­schul­fi­nan­zie­rung hal­ten die Arbeit­ge­ber Baden-Würt­tem­berg wei­ter­hin eine sozi­al- ver­träg­li­che, nach­ge­la­ger­te Betei­li­gung der Stu­die­ren­den an den Kos­ten des Stu­di­ums für unver­zicht­bar. Der da- mit ver­stärk­te Wett­be­werb der Bil­dungs­ein­rich­tun­gen wür­de sich zudem posi­tiv auf das Dienst­leis­tungs­ver- ständ­nis der Hoch­schu­len gegen­über den Stu­die­ren­den aus­wir­ken und zu einer Ver­bes­se­rung der Qua­li­tät in der Leh­re füh­ren. Statt sich mit einem Kom­plett­ver­zicht auf sozi­al­ver­träg­lich gestal­te­te Stu­di­en­ge­büh­ren Hand­lungs- optio­nen in der Hoch­schul­po­li­tik zu ver­bau­en, soll­te von

der Poli­tik lie­ber ernst­haft die Fra­ge dis­ku­tiert wer­den, ob zumin­dest auch das „Drauf­sat­teln“ eines Mas­ters nach einem bereits berufs­qua­li­fi­zie­ren­den Bache­lor wirk­lich Auf­ga­be des Steu­er­zah­lers sein sollte.

III. Hoch­schul­au­to­no­mie rich­tig verstehen

Hoch­schul­au­to­no­mie ist nicht nur Sat­zungs­au­to­no­mie. Die Hoch­schu­len brau­chen viel­mehr Hand­lungs­frei­heit, Fle­xi­bi­li­tät und Pla­nungs­si­cher­heit. Nur so kön­nen die Hoch­schu­len ihren umfang­rei­chen Auf­ga­ben in einem Umfeld wach­sen­den Wett­be­werbs gerecht werden.

Baden-Würt­tem­berg zählt zu den Bun­des­län­dern mit nur mitt­le­rer Autonomieausprägung.11 Inso­fern ent- täuscht es, dass sich die Koali­ti­on nach dem Wort­laut des Koali­ti­ons­ver­trags nur zur Siche­rung der Frei­räu­me ei- ner eigen­ver­ant­wort­li­chen Hoch­schu­le bekennt,12 sich jedoch nicht expli­zit die Aus­wei­tung der Hoch­schul­au- tono­mie zur Auf­ga­be gemacht hat.

Aus Sicht der Arbeit­ge­ber Baden-Würt­tem­berg kön- nen die mit der öffent­li­chen Finan­zie­rung der Hoch- schu­len ver­bun­de­nen berech­tig­ten Län­der­in­ter­es­sen über mehr­jäh­ri­ge Ziel­ver­ein­ba­run­gen und Hoch­schul- ver­trä­ge hin­rei­chend gesi­chert wer­den. Die Hoch­schu- len müs­sen unab­hän­gig von poli­ti­scher Ein­fluss­nah­me in das Tages­ge­schäft sein und soll­ten nicht mit Über­bü- rokra­ti­sie­rung gelähmt werden.

Die Hoch­schu­len brau­chen ent­schei­dungs­fä­hi­ge und trans­pa­ren­te Gover­nan­ce-Struk­tu­ren mit star­ken und kom­pe­ten­ten Hoch­schul­rä­ten für die Pro­fil­bil­dung. Mit der Novel­lie­rung des Lan­des­hoch­schul­ge­set­zes 2014 wur­de die Beset­zung der Hoch­schul­rä­te durch die struk- turel­le Stim­men­mehr­heit des Wis­sen­schafts­mi­nis­te­ri- ums in den Fin­dungs­kom­mis­sio­nen und durch Pro­porz- vorgaben13 ten­den­zi­ell aber geschwächt. Es ent­täuscht daher, dass sich die Koali­ti­ons­par­tei­en im vor­lie­gen­den Koali­ti­ons­ver­trag nicht auf eine Eva­lu­ie­rung und Kor- rek­tur der Beset­zungs­re­ge­lun­gen bei den Hoch­schul­rä- ten eini­gen konn­te, son­dern die­ses The­ma nicht abge­bil- det haben in der Vereinbarung.

Auch die aus­drück­li­che Erwar­tungs­hal­tung der Koa- liti­on an die Hoch­schu­len, den Anteil an Pro­fes­so­rin­nen signi­fi­kant zu erhöhen14 und damit impli­zit eine fächer- über­grei­fen­de Quo­te anzu­stre­ben, steht nicht in Über- ein­stim­mung mit unse­rem Ver­ständ­nis einer Hoch-

(Kurz­fas­sung), S. 26. Abruf­bar unter: http://www.kas.de/wf/doc/

kas_42287-544–1‑30.pdf?150819130654 (16.8.2016). 12 Vgl. Koali­ti­ons­ver­trag S. 37.
13 Vgl. § 20 Abs. 4 LHG.
14 Vgl. S. 39 Koalitionsvertrag.

8 9

10 11

Vgl. S. 38 Koali­ti­ons­ver­trag.
Vgl. Kap. I ID 10 Neben­ab­re­den zum Koali­ti­ons­ver­trag, Abruf­bar unter: https://www.gruene-bw.de/app/uploads/2016/07/Nebenab- reden.pdf (16.8.2016).

Vgl. S. 42 Koali­ti­ons­ver­trag.
Dohmen/Krempkow, Hoch­schul­au­to­no­mie im Ländervergleich

Toe­pfer · Bewer­tung des Koali­ti­ons­ver­trags 2016 – 2021 2 1 3

schul­au­to­no­mie. Denn ins­be­son­de­re in Berei­chen, in denen natur­wis­sen­schaft­lich-tech­ni­sche Qua­li­fi­ka­tio­nen erfor­der­lich sind, fehlt es oft­mals an einer aus­rei­chen­den Zahl von Bewer­be­rin­nen. Mehr Frau­en für MINT zu be- geis­tern ist auch für die Arbeit­ge­ber Baden-Würt­tem- berg ein wich­ti­ges Anlie­gen. Poli­ti­sche Vor­ga­ben an die Hoch­schu­len hal­ten wir aber nicht für den rich­ti­gen Weg.

Viel­mehr soll­te die Hoch­schul­au­to­no­mie gestärkt wer­den durch eine Beschrän­kung gesetz­li­cher Vor­ga­ben auf das wirk­lich not­wen­di­ge Maß. Die ver­ein­bar­te Eva- luie­rung des in der ver­gan­ge­nen Legis­la­tur­pe­ri­ode ver- abschie­de­ten Par­ti­zi­pa­ti­ons- und Integrationsgesetzes15 bie­tet hier­zu eine Chan­ce. Dem durch die Hoch­schu­len zu tra­gen­den admi­nis­tra­ti­ven und finan­zi­el­len Auf­wand für die Ein­rich­tung sowie für eine qua­li­täts­ge­si­cher­te Arbeit eige­ner Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­stel­len steht nach unse­rer Ansicht kein erkenn­bar erhöh­ter Nut­zen gegen- über. Die durch das Land unter­stütz­ten loka­len und regi- ona­len Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­netz­wer­ke hal­ten wir wei- ter­hin für voll­kom­men aus­rei­chend, um von Dis­kri­mi- nie­rung betrof­fe­nen Per­so­nen kom­pe­ten­te Unter­stüt- zung zu geben. Die Hoch­schu­len soll­ten daher wie­der ent­las­tet werden.

Auch ist zu hof­fen, dass die ver­ein­bar­te ergeb­nis­of­fe- ne Eva­lu­ie­rung des Lan­des­per­so­nal­ver­tre­tungs­ge­set­zes (LPVG)16 tat­säch­lich dazu genutzt wird, den gestie­ge­nen Auf­wand auch für die Hoch­schu­len infol­ge der durch die Novel­lie­rung des LPVG in 2013 erhöh­ten Frei­stel­lungs- staf­feln sowie aus­ge­wei­te­ter Infor­ma­ti­ons- sowie Betei­li- gungs­rech­te der Per­so­nal­rä­te kri­tisch zu hinterfragen.

Dass eine Task For­ce „Büro­kra­tie­ab­bau und Stra­te- giefä­hig­keit“ unter maß­geb­li­cher Betei­li­gung von Ange- höri­gen der Hoch­schul­ver­wal­tun­gen und ‑lei­tun­gen zeit­nah ein­ge­setzt wer­den soll,17 begrü­ßen wir.

IV. Inno­va­ti­ons­part­ner­schaf­ten ausbauen

Baden-Würt­tem­berg inves­tiert rund 4,8 % sei­nes Brut­to- inlands­pro­dukts (BIP) in For­schung und Ent­wick­lung (FuE) und ver­fügt damit über die höchs­te FuE-Akti­vi­tät aller Bundesländer.18 Der Süd­wes­ten über­trifft damit aktu­ell deut­lich die im Rah­men der Euro­pa ‑2020-Stra- tegie gesetz­ten Ziel­mar­ke, 3% des BIP für FuE auf­zu­wen- den.19

  1. 15  Vgl. S. 128 Koalitionsvertrag.
  2. 16  Vgl. S. 69 Koalitionsvertrag.
  3. 17  Vgl. S. 37 Koalitionsvertrag.
  4. 18  Bun­des­be­richt For­schung und Inno­va­ti­on 2016, Ergän­zungs­ban­dIII For­schungs- und Inno­va­ti­ons­po­li­tik der Län­der, S. 8.
  5. 19  Zie­le der Stra­te­gie 2020. Abruf­bar unter: http://ec.europa.eu/europe2020/pdf/targets_de.pdf (16.8.2016).

Hier­auf soll­te sich die Poli­tik aber nicht aus­ru­hen, denn Baden-Würt­tem­berg bleibt bei der Mes­sung der Inno­va­ti­ons­dy­na­mik inner­halb des Inno­va­ti­ons­in­dex 2014 deut­lich hin­ter der euro­päi­schen Spit­ze zurück.20

Um die hohe FuE-Akti­vi­tät am Wirt­schaft- und In- nova­ti­ons­stand­ort Baden-Würt­tem­berg lang­fris­tig zu si- chern, bedarf es der rich­ti­gen Rah­men­be­din­gun­gen für funk­tio­nie­ren­de und ver­trau­ens­vol­le Koope­ra­tio­nen zwi­schen Hoch­schu­len und Unter­neh­men. Die 2014 ins Lan­des­hoch­schul­ge­setz ein­ge­führ­te Trans­pa­renz­klau- sel21 erhöht den büro­kra­ti­schen Auf­wand für Hoch­schu- len und Dritt­mit­tel­ge­ber hin­ge­gen deut­lich. Die Trans- parenz der For­schungs­pro­jek­te für alle Sta­tus­grup­pen ei- ner Hoch­schu­le ent­spricht nicht den Bedürf­nis­sen der Unter­neh­men, die ihre For­schung ver­ständ­li­cher­wei­se nicht gegen­über Mit­be­wer­bern öffent­lich machen wol- len. Es ent­täuscht daher, dass im Koali­ti­ons­ver­trag kei­ne kri­ti­sche Eva­lu­ie­rung der Trans­pa­renz­klau­sel son­dern ledig­lich eine Anpas­sung an die Stan­dards des vom Wis- sen­schafts­rat beschlos­se­nen Kern­da­ten­satz For­schung ver­ein­bart wurde.22 Die Arbeit­ge­ber Baden-Würt­tem- berg hal­ten wei­ter­hin eine kri­ti­sche Eva­lu­ie­rung der Trans­pa­renz­klau­sel für zwin­gend. Spä­tes­tens, wenn ein Rück­gang der ein­ge­wor­be­nen Mit­tel aus Auf­trags­for- schung fest­zu­stel­len ist, muss die Trans­pa­renz­klau­sel kor­ri­giert werden.

Baden-Würt­tem­berg mit sei­ner hohen FuE-Inten­si- tät hat ein her­aus­ra­gen­des Inter­es­se dar­an, dass end­lich eine steu­er­li­che For­schungs­för­de­rung in Deutsch­land durch­ge­setzt wird. Für die Siche­rung der Inno­va­ti­ons­fä- hig­keit auch im inter­na­tio­na­len Wett­be­werb hal­ten die Arbeit­ge­ber Baden-Würt­tem­berg eine steu­er­li­che For- schungs­för­de­rung in Form einer Steu­er­gut­schrift in Höhe von 10 % der Auf­wen­dun­gen für For­schung und Ent­wick­lung für not­wen­dig. Damit wür­de Deutsch­land end­lich sei­nen Stand­ort­nach­teil in die­ser Fra­ge gegen- über bei­na­he allen gro­ßen Indus­trie­na­tio­nen abbauen.

Die Arbeit­ge­ber Baden-Würt­tem­berg begrü­ßen es daher aus­drück­lich, dass sich die Koali­ti­ons­par­tei­en da- rauf ver­pflich­tet haben, sich auf Bun­des­ebe­ne für die Ein­füh­rung einer steu­er­li­chen For­schungs­för­de­rung einzusetzen.23 Dass die­se For­schungs­för­de­rung vor al- lem auf klei­ne und mitt­le­re Unter­neh­men fokus­sie­ren soll,24 hal­ten wir aber für eine nicht sach­ge­rech­te Einengung.

20 Ein­wil­ler, Inno­va­ti­ons­in­dex 2014: Baden-Würt­tem­berg im euro- päi­schen Ver­gleich, In: Sta­tis­ti­sches Monats­heft Baden-Würt­tem- berg 1/2015, S. 24.

21 Vgl. § 41 a LHG.
22 Vgl. S. 40 Koali­ti­ons­ver­trag. 23 Vgl. S. 38 Koali­ti­ons­ver­trag. 24 Vgl. S. 14 Koalitionsvertrag.

214 ORDNUNG DER WISSENSCHAFT 4 (2016), 211–216

Sowohl der aktu­el­le Geset­zes­ent­wurf der GRÜNEN- Bun­des­tags­frak­ti­on zur steu­er­li­chen For­schungs­för­de- rung25 als auch die Ent­schlie­ßung des Bun­des­rats zur Ein­füh­rung einer­steu­er­li­chen För­de­rung von For- schung und Entwicklung26 gehen mit ihrer Fokus­sie- rung auf klei­ne und mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men nicht weit genug. Denn nach der Wis­sen­schafts­sta­tis- tik des Stif­ter­ver­bands tra­gen gera­de die Unter­neh- men mit 500 und mehr Beschäf­tig­ten den ganz we- sentlichenTeilderFuE-Aufwendungen;in2014betrug deren Anteil an den gesam­ten FuE-Auf­wen­dun­gen der Wirt­schaft mehr als 87 %.27

Wir hal­ten daher bei allen gesetz­ge­be­ri­schen Initia­ti- ven zur steu­er­li­chen For­schungs­för­de­rung eine Erwei­te- rung über klei­ne und mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men hi- naus für not­wen­dig. Anknüp­fungs­punkt für eine For- schungs­för­de­rung soll­te die For­schungs­tä­tig­keit und nicht die Unter­neh­mens­grö­ße sein.

Die in der aktu­el­len Ent­schlie­ßung des Bun­des­rats zudem vor­ge­se­he­ne Beschrän­kung, dass nur Per­so­nal- auf­wen­dun­gen als Bemes­sungs­grund­la­ge für die steu­er- liche For­schungs­för­de­rung her­an­ge­zo­gen wer­den, hal- ten­wirau­ch­i­min­ter­na­tio­na­len­Ver­gleich­nicht­für­sach- gerecht. Um die Inno­va­ti­ons­fä­hig­keit zu hal­ten und zu unter­stüt­zen, soll­ten die tat­säch­li­chen Auf­wen­dun­gen der For­schung, und somit auch die Sach­auf­wen­dun­gen, in die steu­er­li­che For­schungs­för­de­rung ein­be­zo­gen wer- den. Hier­auf soll­te die neue Lan­des­re­gie­rung drin­gend hinwirken.

V. Zu Unter­neh­mens­grün­dun­gen ermutigen

Im inter­na­tio­na­len Ver­gleich wagen in Deutsch­land noch zu weni­ge Men­schen den Weg in die unter­neh­me- rische Selbst­stän­dig­keit. Im Glo­bal Inno­va­ti­on Index 2016 ran­giert Deutsch­land bei der Dich­te an Neu­grün- dun­gen ledig­lich auf Platz 60, was klar als Schwä­che im inter­na­tio­na­len Inno­va­ti­ons­wett­be­werb qua­li­fi­ziert wird.28

Zur Siche­rung von Inno­va­ti­on, Wohl­stand und Be- schäf­ti­gung in Baden-Würt­tem­berg ist es daher enorm wich­tig, dass die an den Hoch­schu­len ent­ste­hen­den Ide- en und For­schungs­er­geb­nis­se schnell in die Pra­xis über- führt und wirt­schaft­lich ver­wer­tet werden.

Die durch die Koali­ti­ons­par­tei­en ver­ein­bar­te Stär- kung der Grün­der­kul­tur an den Hoch­schu­len und die

  1. 25  BT-Drs. 18/7872.
  2. 26  BR-Drs. 227/16.
  3. 27  Vgl. Tabel­le 2 FuE-Auf­wen­dun­gen und FuE-Per­so­nal, nach­Bran­chen, In: For­schung und Ent­wick­lung in der Wirt­schaft 2014, Abruf­bar unter: https://www.stifterverband.org/facts_forschung_ und_entwicklung_2014 (16.8.2016).
  4. 28  The Glo­bal Inno­va­ti­on Index 2016, S. 370. Abruf­bar unter: htt- ps://www.globalinnovationindex.org/gii-2016-report (16.8.2016).

För­de­rung von Aus­grün­dun­gen aus Hoch­schu­len und Universitäten29 begrü­ßen die Arbeit­ge­ber Baden-Würt- tem­berg ausdrücklich.

Wir brau­chen eine leben­di­ge Grün­dungs­kul­tur an den Hoch­schu­len. Die Leh­re muss unter­neh­me­ri­sches Den­ken ver­mit­teln, Mut machen für die Selbst­stän­dig- keit und jun­gen Men­schen das not­wen­di­ge Rüst­zeug mit­ge­ben, um ihr eige­nes Unter­neh­men zu gründen.

Dass sich jüngst über 90 Pro­zent der Hoch­schu­len an einer Aus­schrei­bung des Lan­des zur För­de­rung der Grün­dungs­kul­tur an Hoch­schu­len betei­ligt haben,30 zeigt beein­dru­ckend, dass die Hoch­schu­len die wich­ti­ge Auf­ga­be der Ver­mitt­lung von Grün­der­geist, Tech­no­lo- gie­trans­fer und Aus­grün­dun­gen kraft­voll gestal­ten wol- len. Nach Ansicht der Arbeit­ge­ber Baden-Würt­tem­berg soll­te die Lan­des­re­gie­rung die Ver­ein­ba­rung im Koali­ti- ons­ver­trag schnell mit wei­te­rem Leben fül­len und nach einer erfolg­rei­chen Eva­lu­ie­rung die­ser Aus­schrei­bungs- run­de das För­der­pro­gramm ver­ste­ti­gen und ausbauen.

VI. Hoch­schu­len für die Digi­ta­li­sie­rung ertüchtigen

Als ganz wesent­li­ches Hand­lungs­feld bestim­men die Koali­ti­ons­par­tei­en zutref­fend die Digi­ta­li­sie­rung von Wirt­schaft und Gesell­schaft. Für das Inno­va­ti­ons­land Baden-Würt­tem­berg ist es von zen­tra­ler Bedeu­tung, die Chan­cen der Digi­ta­li­sie­rung zu nutzen.31 Um die­se Chan- cen der Digi­ta­li­sie­rung best­mög­lich nut­zen zu kön­nen, bedarf es ent­spre­chen­der Impul­se auch in der Bil­dungs­po- litik. Die im Koali­ti­ons­ver­trag ver­ein­bar­te umfas­sen­de, hoch­schul­über­grei­fen­de Digitalisierungsoffensive32 begrü- ßen die Arbeit­ge­ber Baden-Würt­tem­berg daher aus­drück- lich.

Denn der digi­ta­le Wan­del muss noch brei­ter an den Hoch­schu­len ankom­men. Die Hoch­schu­len müs­sen da- bei unter­stützt wer­den, Didak­tik, Cur­ri­cu­la und Lehror- gani­sa­ti­on wei­ter­zu­ent­wi­ckeln, damit Stu­die­ren­de best- mög­lich für eine Erwerbs­tä­tig­keit in der Wirt­schaft 4.0 aus­ge­bil­det werden.

Die durch die Koali­ti­ons­par­tei­en den Hoch­schu­len zu- gesag­te Unter­stüt­zung bei der Digi­ta­li­sie­rung muss nach Ansicht der Arbeit­ge­ber Baden-Würt­tem­berg zwin­gend auch ver­läss­li­che Finan­zie­rungs­struk­tu­ren ent­hal­ten. Der aktu­ell sehr hohe Anteil an exter­ner Pro­jekt­fi­nan­zie­rung bei Digi­ta­li­sie­rungs­pro­jek­ten an Hoch­schu­len steht ei-

29 Vgl S. 41 Koali­ti­ons­ver­trag.
30 Minis­te­ri­um für Wis­sen­schaft, For­schung und Kunst Baden-

Würt­tem­berg, Pres­se­mit­tei­lung Nr. 65 / 2016, Abruf­bar
unter: https://mwk.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/ redaktion/m‑mwk/intern/dateien/Anlagen_PM/2016/065_PM_ Gr%C3%BCndungskultur.pdf (16.8.2016).

31 Vgl. S. 13 Koali­ti­ons­ver­trag. 32 Vgl. S. 37 Koalitionsvertrag.

Toe­pfer · Bewer­tung des Koali­ti­ons­ver­trags 2016 – 2021 2 1 5

ner nach­hal­ti­gen Ver­an­ke­rung von digi­ta­len Medi­en in Stu­di­um und Leh­re ent­ge­gen, da oft­mals Insel­pro­jek­te ent­ste­hen, die weder in die stra­te­gi­sche Hoch­schulent- wick­lung ein­ge­bet­tet sind noch die­se vorantreiben.33

Die Arbeit­ge­ber Baden-Würt­tem­berg sehen ins­be- son­de­re die Inge­nieur­wis­sen­schaf­ten als Schlüs­sel­be- reich bei der Gestal­tung der Digi­ta­li­sie­rung an den Hoch­schu­len. Daher erwar­ten wir nun eine kraft­vol­le Ent­wick­lung von Maß­nah­men zur Stär­kung der Inge­ni- eurwis­sen­schaf­ten basie­rend auf den vor­lie­gen­den Hand- lungs­emp­feh­lun­gen der unab­hän­gi­gen Exper­ten­kom- mis­si­on Ingenieurwissenschaften@BW2025.34 Ins­be­son- dere eine wei­te­re Ver­bes­se­rung der inter­dis­zi­pli­nä­ren Aus­rich­tung der Inge­nieur­wis­sen­schaf­ten bei gleich­zei- tiger Siche­rung der fach­li­chen Tie­fe wür­de Baden-Würt- tem­berg im inter­na­tio­na­len Wett­be­werb stärken.

VII. Fazit

Eine sinn­vol­le Aus­ge­stal­tung der Hoch­schul­po­li­tik ist für Baden-Würt­tem­berg als eine der hoch­schul­reichs­ten und for­schungs­in­ten­sivs­ten Regio­nen Euro­pas von ganz beson­de­rer Bedeutung.

Der Koali­ti­ons­ver­trag 2016 – 2021 stellt aus Sicht der Arbeit­ge­ber Baden-Würt­tem­berg die Wei­chen in der Hoch­schul­fi­nan­zie­rung rich­tig. Wenn man sich nicht ei- ner poli­ti­schen Dis­kus­si­on sozi­al­ver­träg­li­cher Studien-

gebüh­ren ent­zo­gen hät­te, wäre dies eine durch­aus run­de Sache.

Die Stär­kung der Grün­der­kul­tur, die För­de­rung von Aus­grün­dun­gen sowie die Digi­ta­li­sie­rungs­of­fen­si­ve an Hoch­schu­len sind wich­ti­ge poli­ti­sche Impuls­set­zun­gen im Koali­ti­ons­ver­trag, wel­che durch die Arbeit­ge­ber Ba- den-Würt­tem­berg begrüßt werden.

Ver­bes­se­rungs­be­darf sehen die Arbeit­ge­ber Baden- Würt­tem­berg bei der wei­te­ren Stär­kung der Hoch­schul- auto­no­mie, ins­be­son­de­re durch eine Eva­lu­ie­rung und Anpas­sung der Beset­zungs­re­ge­lun­gen für Hoch­schul­rä­te sowie der Transparenzklausel.

Bei der steu­er­li­chen For­schungs­för­de­rung muss die Lan­des­re­gie­rung auf Bun­des­ebe­ne klar Posi­ti­on bezie- hen gegen eine aktu­ell dis­ku­tier­te unsach­ge­mä­ße Veren- gung der För­de­rung auf klei­ne und mitt­le­re Unternehmen.

In der Gesamt­schau stellt der Koali­ti­ons­ver­trag ein trag­fä­hi­ges Gerüst für eine erfolg­rei­che Hoch­schul- und For­schungs­po­li­tik am Wirt­schafts- und Inno­va­ti­onss- tand­ort Baden-Würt­tem­berg dar.

Mat­thi­as Toe­pfer ist Refe­rats­lei­ter Hoch­schul­po­li­tik und Poli­ti­scher Dia­log bei der Lan­des­ver­ei­ni­gung Baden-Würt­tem­ber­gi­scher Arbeit­ge­ber­ver­bän­de e. V. (Arbeit­ge­ber Baden-Württemberg).

  1. 33  Hoch­schul­fo­rum Digi­ta­li­sie­rung, Arbeits­pa­pier Nr. 4, S. 15, Ab- ruf­bar unter: https://hochschulforumdigitalisierung.de/sites/de- fault/files/dateien/HFD-Thesenpapier_Sep2015.pdf (16.8.2016).
  2. 34  Abschluss­be­richt Exper­ten­kom­mis­si­on Inge­nieur­wis­sen­schaf- ten@BW2025, Abruf­bar unter: https://mwk.baden-wuerttemberg. de/fileadmin/redaktion/m‑mwk/intern/dateien/Anlagen_ PM/2015/132_P­M_­An­la­ge_­Ab­schluss­be­rich­t_­Ex­per­ten­kom­mis- sion_Ingenieurwissenschaften@BW2025_.pdf (16.8.2016).

216 ORDNUNG DER WISSENSCHAFT 4 (2016), 211–216