Menü Schließen
Klicke hier zur PDF-Version des Beitrags!

Dritt­mit­tel sind aus dem All­tag von Uni­ver­si­tä­ten, Uni- ver­si­täts­kli­ni­ken und außer­uni­ver­si­tä­ren For­schungs- ein­rich­tun­gen bekann­ter­ma­ßen nicht mehr weg­zu­den- ken. So decken die Hoch­schu­len Baden-Würt­tem­bergs jähr­lich etwa ein Vier­tel ihrer Aus­ga­ben durch die ste­tig wach­sen­den Drittmitteleinwerbungen.1 Im Bereich der baden-würt­tem­ber­gi­schen Hoch­schul­me­di­zin wer­den so allein über 300 Mil­lio­nen Euro jähr­lich eingeworben.2

Hin­sicht­lich der Ver­wal­tung die­ser Mit­tel und der Befris­tung von Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­sen auf die­se, erge­ben sich aller­dings immer wie­der Fra­gen, die auf das in Baden-Würt­tem­berg und ande­ren Bun­des­län­dern vor­herr­schen­de Koope­ra­ti­ons­mo­dell, und den damit zwin­gen­den Ver­bund zwi­schen Land, Uni­ver­si­tät, Medi- zini­scher Fakul­tät und Uni­ver­si­täts­kli­ni­ka, zurück­zu- füh­ren sind.3 Hier exem­pla­risch anhand des baden- würt­tem­ber­gi­schen Modells Klar­heit zu schaf­fen, ist Ziel der fol­gen­den Ausführungen.

Hier­zu wer­den, im Anschluss an eine zusam­men­fas- sen­de Dar­stel­lung des Ver­bunds (I.), die Pro­blem­la­gen für Dritt­mit­tel­ver­wal­tung (II.) und Dritt­mit­tel­be­fris­tung (III.) erläutert.

  1. 1  Https://www.statistik-bw.de/Presse/Pressemitteilungen/2015156. pm, abge­ru­fen am 9.9.2016.
  2. 2  Http://mwk.baden-wuerttemberg.de/de/hochschulen-studium/ hochschulmedizin/, abge­ru­fen am 9.9.2016.
  3. 3  In Abgren­zung zum Koope­ra­ti­ons­mo­dell, wel­ches vor allem
    in Baden-Würt­tem­berg prak­ti­ziert wird, exis­tiert auch das sog. Inte­gra­ti­ons­mo­dell, das sich etwa in Ham­burg, Nie­der­sach­sen und Rhein­land-Pfalz fin­det. Hier­zu aus­führ­lich Wis­sen­schafts­rat, Emp­feh­lun­gen zur Struk­tur der Hoch­schul­me­di­zin – Auf­ga­ben, Orga­ni­sa­ti­on, Finan­zie­rung, 1999, S. 22 ff.; Becker, Das Recht der Hoch­schul­me­di­zin, 2005, S. 121 ff.; 223 ff.; Sand­ber­ger in Hand­buch des Wis­sen­schafts­rechts, 2. Aufl. 1996, Bd. 1 S. 938 ff.; Sand­ber­ger, Rechts­fra­gen der Orga­ni­sa­ti­ons­re­form der Hoch- schul­me­di­zin, 1966 (pas­sim).
  4. 4  Zur Ent­wick­lung Sand­ber­ger in FS Die­ter Leu­zen, 2003, S. 450 ff.
  5. 5  BVerfG, Beschluss vom 24.6.2014 – 1 BvR 3217/07 = BVerfGE136, 338 ff.; BVerfG, Beschluss vom 8.4.1981 – 1 BvR 608/79 = BVerfGE 57, 70 ff.; Becker, Das Recht der Hoch­schul­me­di- zin, 2005, S. 61 ff.; die Eben­en­tren­nung ist ins­be­son­de­re vor dem Hin­ter­grund bestehen­der Form­wahl­frei­heit bedeut­sam. So kann die schran­ken­lo­se Wis­sen­schafts­frei­heit auch im zivi­len Gewand geschützt wer­den. Bedeu­tung erlangt dies

I. Ver­bund zwi­schen Land, Uni­ver­si­tät, Medi­zi­ni- scher Fakul­tät und Universitätsklinika

1. Ver­bund

Die Medi­zi­ni­sche Fakul­tät exis­tiert in Baden-Würt­tem- berg im not­wen­di­gen Ver­bund zwi­schen Land, Uni­ver­si- tät und Universitätsklinikum.4 Einer­seits steht sie für For­schung und Leh­re in der Hoch­schul­me­di­zin und ist daher der Uni­ver­si­tät zuge­hö­rig, § 27 LHG. Ande­rer­seits bedeu­tet For­schung und Leh­re in der Medi­zin aber immer auch Kran­ken­ver­sor­gung, denn bei­de Berei­che sind – zumin­dest in grund­ge­setz­li­cher Dimen­si­on – untrenn­bar mit­ein­an­der verbunden.5

Die erfor­der­li­che Kran­ken­ver­sor­gung gewähr­leis­tet hier­bei das jeweils recht­lich ver­selbst­stän­dig­te Uni­ver­si- täts­kli­ni­kum in enger Zusam­men­ar­beit und Abstim- mung mit der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät, § 4 Abs. 1, 7 Abs. 1 Satz 1 UKG, § 27 Abs. 1 Satz 1 LHG. Zwi­schen die­sen gilt ein all­ge­mei­nes Koope­ra­ti­ons­ge­bot, das ins­be­son­de­re durch die wech­sel­sei­ti­ge Teil­nah­me in den jewei­li­gen Lei­tungs­struk­tu­ren und im Rah­men gesetz­lich vor­ge­se- hener Abstim­mungs­pro­zes­se sicht­bar wird.6

Tobi­as Mandler

Dritt­mit­tel­ver­wal­tung und ‑befris­tung
im Ver­bund zwi­schen Land, Uni­ver­si­tät, Medi­zi­ni­scher Fakul­tät und Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum in Baden-Württemberg

Ord­nung der Wis­sen­schaft 2016, ISSN 2197–9197

6

ins­be­son­de­re bei Koope­ra­ti­ons- und Chef­arzt­ver­trä­gen im sog. Kom­bi­na­ti­ons­mo­dell. Dies gilt auch für die Ver­pflich- tung nach § 4 Abs. 1 Satz 5 UKG, die auch inso­weit kei­ne Form­bin­dung vor­sieht; vgl dazu BVerwG, Beschluss vom 27.3.2013 – 6 B 50/12, juris Tz. 7; VGH Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 2.8.2012 – 9 S 2752/11; VGH Baden-Würt- tem­berg, Beschluss vom 15.10.2010 – 9 S 1935/10; KMK Beschluss vom 19.11.1999 S. 31 ff.; Sand­ber­ger in Hartmer/ Detmer, Hoch­schul­recht, 2. Aufl, S. 420 Rn. 212 f., 3. Aufl. 2017, S. 530 Rn. 309 ; Sand­ber­ger in Haug, Das Hoch­schul- recht in Baden-Würt­tem­berg S. 407 Rn. 1205; Löwi­sch/­Wert- heimer/Meißner, Hartmer/Detmer, Hoch­schul­recht, 3. Aufl. 2017, S. 631 Rn. 256; Lan­des­rech­nungs­hof BW, Denk­schrift 2010, Bei­trag Nr. 25; Becker, Das Recht der Hoch­schul­me­di- zin, 2005, S. 260 ff.; Lech­ler, Pro­fes­sor und Kli­nik in Orga­ni- sati­ons- und Rechts­fra­gen der Medi­zi­ni­schen Ein­rich­tun­gen unter Berück­sich­ti­gung der neu­en Lan­des­hoch­schul­ge­set­ze, 1984, S. 37 ff.

Vgl. Becker, Das Recht der Hoch­schul­me­di­zin, 2005, S. 223 ff.; Beck­OK Hoch­schulR BW/Hag­mann, 1. Ed. 1.7.2016, LHG § 27 Rn. 4, 12.

218 ORDNUNG DER WISSENSCHAFT 4 (2016), 217–228

Dane­ben wird das wis­sen­schaft­li­che Per­so­nal der Uni­ver­si­täts­kli­nik tra­di­tio­nell in Ver­tre­tung der medi­zi- nischen Fakul­tät als Lan­des­be­schäf­tig­te ange­stellt und gemäß dem zumeist zivi­len Dienst­ver­hält­nis ver­pflich- tet, im Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Auf­ga­ben der Kran­ken­ver- sor­gung und sons­ti­ge Auf­ga­ben auf dem Gebiet des öf- fent­li­chen Gesund­heits­we­sens und der Schu­len für nicht­ärzt­li­che medi­zi­ni­sche Beru­fe zu erfül­len, §§ 11 Abs. 1, 52 Abs. 1 Satz 2, 53 Abs. 1 LHG.7 Hier­bei han­delt es sich um eine erlaub­nis­freie gesetz­li­che Per­so- nalgestellung,8 die inso­weit ins­be­son­de­re Aus­wir­kun­gen auf personalvertretungsrechtliche9 und befris­tungs- rechtliche10 Fra­gen hat. Gleich­zei­tig führt die­se Kon­stel- lati­on letzt­lich aber auch dazu, dass das gesam­te ärzt­li­che Per­so­nal der Uni­ver­si­täts­kli­nik als Lan­des­be­schäf­tig­te der medi­zi­ni­schen Fakul­tät – und damit der Uni­ver­si­tät – ange­hö­rig ist. Es gel­ten damit vor allem auch der TV‑Ä bzw. TV‑L. und die Lehr­ver­pflich­tungs­ver­ord­nung, § 1, 7 LVVO.11

Bedingt durch die­ses per­so­nel­le Zusam­men­spiel hat die medi­zi­ni­sche Fakul­tät in der Regel den weit größ­ten Anteil an Wis­sen­schaft­lern inner­halb der Uni­ver­si­tät und ist über das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum letzt­lich stär­ker auch an Leis­tungs­struk­tu­ren gebun­den. Die Uni­ver­si- täts­kli­ni­ken haben sich gera­de in Baden-Würt­tem­berg zu über­re­gio­nal wett­be­werbs­fä­hi­gen, teil­wei­se auch ‑be- herr­schen­den Unter­neh­men mit vie­len tau­send Mitar- bei­tern ent­wi­ckelt und sind so not­wen­di­ger­wei­se stär­ker von einem unter­neh­me­ri­schen Leis­tungs- und Effi­zi­enz- den­ken bestimmt. An die­ser Ent­wick­lung nimmt auch die Medi­zi­ni­sche Fakul­tät teil, denn ver­füg­ba­re Mit­tel der Kli­nik bedeu­ten ins­be­son­de­re bei einem Bezug zur Kran­ken­ver­sor­gung die Chan­ce für wis­sen­schaft­li­che For­schung und Lehre.

Die­se wirt­schaft­li­che Gesamt­kon­struk­ti­on erkennt auch das Hoch­schul­recht an. So trägt das LHG Baden- Würt­tem­berg den Not­wen­dig­kei­ten auto­no­mer Lei- tungs- und ‑finanz­re­gu­la­ri­en durch eine Son­der­rol­le der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät Rech­nung, indem die­se von zahl- rei­chen Bin­dun­gen gegen­über der Uni­ver­si­tät befreit, aber auf die Abstim­mung mit dem Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum ver­pflich­tet wird. Aus die­sem Grund fin­det sich zwi-

  1. 7  Dazu auch Becker, Das Recht der Hoch­schul­me­di­zin, 2005, S. 248 f.
  2. 8  Vgl. Löwisch/Domisch, BB 2012 S. 1408 ff.; Sand­ber­ger in Haug, Das Hoch­schul­recht in Baden-Würt­tem­berg, 2. Aufl. 2009, S. 407 Rn. 1204; Man­dler, MedR 2015 S. 502; Sand­ber­ger in FS Die­ter Leu­zen, 2003, S. 458.
  3. 9  LT-Drs. 12/1740 S. 48: „Das wis­sen­schaft­li­che Per­so­nal übt Ämter aus, über die nur die Uni­ver­si­tät ver­fügt und die auch nicht am Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum geschaf­fen wer­den kön­nen (Pro­fes­sor,

schen den jewei­li­gen Akteu­ren ein kom­ple­xes Sys­tem ge- gen­sei­ti­ger Bin­dun­gen und Kom­pe­ten­zen, aus dem letzt- lich der Ver­bund folgt.

2. Medi­zi­ni­sche Fakul­tät und Universitätsklinikum

Die Ver­bin­dung zwi­schen Medi­zi­ni­scher Fakul­tät und Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum ist in § 27 LHG und § 4, 7 UKG gere­gelt. Danach erfüllt die Medi­zi­ni­sche Fakul­tät ihre Auf­ga­ben in enger Zusam­men­ar­beit mit dem Uni­ver­si- täts­kli­ni­kum, § 27 Abs. 1 Satz 1 LHG. Das Uni­ver­si­täts- kli­ni­kum arbei­tet dane­ben eng mit der Uni­ver­si­tät zusam­men und trifft Ent­schei­dun­gen, die sich auf For- schung und Leh­re aus­wir­ken, im Beneh­men mit der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät, § 7 Abs. 1 Satz 1 UKG, wobei ins­be­son­de­re auch die Ver­bin­dung der Kran­ken­ver­sor- gung mit For­schung und Leh­re gewähr­leis­tet wird, § 4 Abs. 1 Satz 2 UKG.

Sicher­ge­stellt wird die­se Ver­zah­nung bereits durch wech­sel­sei­ti­ge Reprä­sen­ta­ti­on12 in jewei­li­gen Lei­tungs­or- ganen. Der Dekan der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät gehört gem. § 10 Abs. 2 UKG dem Vor­stand des Uni­ver­si­täts­kli- nikums neben dem Lei­ten­den Ärzt­li­chen Direk­tor, dem Stell­ver­tre­ten­den Lei­ten­den Ärzt­li­che Direk­tor, dem Kauf­män­ni­schen Direk­tor und dem Pfle­ge­di­rek­tor an. Dane­ben ist ein von der Uni­ver­si­tät benann­ter haupt­be- ruf­li­cher Pro­fes­sor der Uni­ver­si­tät zwin­gen­des Auf- sichts­rats­mit­glied des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums, § 9 Abs. 3 Nr. 2 UKG. Gleich­zei­tig sind aber auch der Lei­ten­de Ärzt­li­che Direk­tor und der Kauf­män­ni­sche Direk­tor – die­ser mit bera­ten­der Stim­me – zwin­gen­de Ange­hö­ri­ge des Deka­nats der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät, § 27 Abs. 3 Nrn. 2, 3 LHG, sodass bereits im Vor­feld bedeut­sa­mer Ent­schei­dun­gen der erfor­der­li­che wech­sel­sei­ti­ge Infor- mati­ons­aus­tausch und schließ­lich auch die Berück­sich- tigung der jewei­li­gen Inter­es­sen sicher­ge­stellt ist.

Das Ver­hält­nis zwi­schen Fakul­tät und Uni­ver­si­täts- kli­ni­kum geht jedoch über eine blo­ße wech­sel­sei­ti­ge Re- prä­sen­ta­ti­on hin­aus. Die­se ist viel­mehr nur not­wen­di­ger Mecha­nis­mus für die Wahr­neh­mung exklu­si­ver Betei­li- gungs­rech­te. Denn wer­den Ent­schei­dun­gen getrof­fen, die Aus­wir­kun­gen auf den jeweils ande­ren Bereich ha- ben – sei­en die­se auch nur mit­tel­bar –, so bedarf es des

Hoch­schul­do­zent, Ober­as­sis­tent, wis­sen­schaft­li­cher Assis­tent, wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter in der Lauf­bahn des Aka­de­mi- schen Rates). Ent­spre­chen­des gilt, wenn die Funk­tio­nen im Ange- stell­ten­ver­hält­nis aus­ge­übt wer­den (vgl. auch die Begrün­dung zu § 12 UKG)“.

10 §§ 1, 4 WissZeitVG.
11 GBl. 1996, 43.
12 Vgl. Prin­zip der Repräsentation.

Man­dler · Dritt­mit­tel­ver­wal­tung und ‑befris­tung im Ver­bund 2 1 9

Beneh­mens oder sogar des Ein­ver­neh­mens13 des jeweils ande­ren, §27Abs.1 Satz 2,Abs.4 aE. LHG, §7Abs.1 UKG. Hier­aus resul­tiert letzt­lich eine noch enge­re Ver- zah­nung, die über ein all­ge­mei­nes Gebot der part­ner- schaft­li­chen Zusam­men­ar­beit hin­aus, ech­te Sperr­rech­te begrün­det und damit eine gewich­ti­ge Ein­schrän­kung der Selbst­stän­dig- und Unab­hän­gig­keit bedeutet.

Die Bedeu­tung die­ser Ver­zah­nung unter­streicht ins- beson­de­re auch § 4 Abs. 3 UKG. Danach obliegt die Per- sonal- und Wirt­schafts­ver­wal­tung der Medi­zi­ni­schen Fa- kul­tät dem Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum. Hier­zu berei­tet das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum inso­weit auch die Ent­schei­dun­gen der Orga­ne der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät vor und voll­zieht die­se in Wei­sung des Dekans, den es regel­mä­ßig und an- lass­be­zo­gen unter­rich­tet. Bezugs­punkt für die Lan­des- und Anstalts­be­schäf­tig­ten der Medi­zi­ni­schen Fakultät14 ist damit zuvor­derst der Dekan, der inso­weit die Uni­ver- sität verdrängt.15 Die ein­sei­ti­ge Wei­sungs­be­fug­nis des Dekans wird jedoch viel­fach dadurch ein­ge­schränkt, dass – neben der erfor­der­li­chen fakul­täts­in­ter­nen Ab- stim­mung – gera­de auch per­so­nel­le Maß­nah­men Ein- fluss auf die Kran­ken­ver­sor­gung üben und dadurch Be- tei­li­gungs­rech­te des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums aus­ge­löst wer­den, bspw. § 11 Abs. 4 LHG.16 Ent­spre­chend be- schränkt sind daher auch ein­sei­ti­ge per­so­nel­le Maß­nah- men des Kli­ni­kums. Gem. § 7 Abs. 1 Satz 2 UKG bedarf es bspw. des Ein­ver­neh­mens der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät bei der Errich­tung, Auf­he­bung und Ver­än­de­rung von Abtei­lun­gen, der Bestel­lung und Abbe­ru­fung von Abtei-

  1. 13  Des Ein­ver­neh­mens bedür­fen ins­be­son­de­re Ent­schei­dun­gen, die sich unmit­tel­bar auf For­schung und Leh­re aus­wir­ken, vgl. Sand- ber­ger in Hartmer/Detmer, Hoch­schul­recht, 2. Aufl. 2011, S. 410 Rn. 180, 3. Aufl. 2017, S. 518 Rn. 251 ff.
  2. 14  Sie­he unter I. 1.
  3. 15  Vgl. unten I. 3.; Sand­ber­ger in Hartmer/Detmer, Hochschulrecht,2. Aufl. 2011, S. 413 Rn. 189, 3. Aufl. 2017, 521 Rn. 263; Sand­ber- ger, Lan­des­hoch­schul­ge­setz Baden-Würt­tem­berg, 2015, UKG § 4 Rn. 4.
  4. 16  „Aka­de­mi­sche und sons­ti­ge Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter, die Auf­ga­ben im Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum erfül­len sol­len, wer­den im Ein­ver­neh­men mit dem Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum eingestellt“.
  5. 17  Zu die­sen sie­he Clas­sen, Die Zukunft der Fakul­tät als Grund­ein- heit der Uni­ver­si­tät, OdW 2014 S. 215 ff.
  6. 18  Vgl. LT-Drs. 12/1740 S. 28 f.; LT-Drs. 13/3640 S. 200: „Die Grö­ße, aber auch die Kom­ple­xi­tät der Auf­ga­ben­stel­lung der Medi­zi­ni­schen Fakul­tä­ten, ins­be­son­de­re die enge Ver­flech­tung der Auf­ga­ben von Kran­ken­ver­sor­gung, For­schung, Leh­re und Wei­ter­bil­dung sowie die not­wen­di­ge Abstim­mung mit dem jewei­li­gen Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum, erfor­dern Son­der­re­ge­lun­gen für die Medi­zi­ni­schen Fakul­tä­ten. § 27 trägt die­ser beson­de­ren Situa­ti­on der Medi­zi­ni­schen Fakul­tä­ten in- ner­halb der Gesamt­uni­ver­si­tät Rech­nung, indem die bis­he­ri­gen Re- gelun­gen von §§ 25 a bis d UG in § 27 zusam­men­ge­fasst sind.“; vgl. Sand­ber­ger in Hartmer/Detmer, Hoch­schul­recht, 2. Aufl. 2011, S. 405 Rn. 162 ff., 3. Aufl. 2017, S. 512 Rn. 222 ff.
  7. 19  LT-Drs. 12/1740 S. 28 f.
  8. 20  Sie­he dazu etwa Becker, Das Recht der Hochschulmedizin,2005, S. 277 ff.

lungs­lei­tern sowie den all­ge­mei­nen Rege­lun­gen der Or- gani­sa­ti­on des Universitätsklinikums.

3. Medi­zi­ni­sche Fakul­tät und Universität

Eine ande­re Prä­gung weist das Ver­hält­nis zwi­schen Medi­zi­ni­scher Fakul­tät und Uni­ver­si­tät auf. Muss die Ver­bin­dung zwi­schen Fakul­tät und Uni­ver­si­täts­kli­nik gesetz­lich erst begrün­det wer­den, so wird die natür­li­che Bin­dung der Fakul­tät an die Uni­ver­si­tät in Tei­len zurück- gedrängt, ohne dabei jedoch die Ein­glie­de­rung an sich in Fra­ge zu stellen.

Der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät kommt auf­grund ihrer Grö­ße, Kom­ple­xi­tät, ihres Finanz­vo­lu­mens und nicht zuletzt auch auf­grund des Abstim­mungs­be­darfs mit dem Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum eine Son­der­rol­le inner­halb der Fakultäten17 zu.18 Hier­zu wird die Unab­hän­gig­keit der Fakul­tät gegen­über Rek­to­rat und Hoch­schul­rat ins- beson­de­re in Berei­chen betont, die außer­halb aka­de­mi- scher Bin­dun­gen stehen.19 So unter­liegt die Medi­zi­ni- sche Fakul­tät gera­de in finan­zi­el­ler Hin­sicht eige­nen ab- wei­chen­den Regelungen.20 Sie ist gem. § 27 Abs. 2 Satz 1 LHG wie ein Lan­des­be­trieb zu füh­ren und hat einen ei- genen Wirtschaftsplan21 auf­zu­stel­len, § 26 LHO.22 Die Tren­nung des Fakul­täts­bud­gets erfolgt damit sowohl ge- gen­über der Uni­ver­si­tät als auch der Universitätsklinik.23 In Haus­halts­an­ge­le­gen­hei­ten kön­nen Beschlüs­se der Uni­ver­si­tät fer­ner nur mit Zustim­mung des Dekans ge- fasst wer­den, § 27 Abs. 2 Satz 3 LHG, und die inter­ne Mit­tel­ver­tei­lung obliegt schließ­lich allein der Fakultät.24

21 VV.1.3 zu § 26 LHO : „Der Wirt­schafts­plan besteht aus dem Erfolgs­plan und dem Finanz­plan.“; VV 1.3.1.: „Im Erfolgs-
plan sind die im Wirt­schafts­jahr vor­aus­sicht­lich anfal­len­den Auf­wen­dun­gen und Erträ­ge im Sin­ne einer han­dels­recht­li­chen Gewinn- und Ver­lust­rech­nung dar­zu­stel­len.“; VV.1.3.2. : „Im Finanz­plan sind der vor­ge­se­he­ne Finan­zie­rungs­be­darf (z.B. Ver­mö­gens­meh­run­gen, Fehl­be­trä­ge, Rück­la­gen­bil­dun­gen, Ablie- ferung an den Haus­halt) und die zur Finan­zie­rung vor­ge­se­he­nen Deckungs­mit­tel (z.B. Ver­mö­gens­ver­äu­ße­run­gen, Über­schüs­se, Auf­lö­sun­gen von Rück­la­gen, Zufüh­run­gen aus dem Haus­halt) dar­zu­stel­len“; § 74 Abs. 1 LHO iVm. HGB.

22 VV.1.1 zu § 26 LHO: „Lan­des­be­trie­be sind recht­lich unselb­stän- dige, haus­halts­mä­ßig geson­dert geführ­te Tei­le der unmit­tel­ba- ren Lan­des­ver­wal­tung, deren Auf­ga­ben­stel­lung über die rei­ne Ver­mö­gens­ver­wal­tung hin­aus­geht und die bei ihrer Auf­ga­be­ner- ledi­gung — ent­spre­chend einer Aus­rich­tung auf erwerbs­wirt­schaft- liche Zwe­cke eine ange­mes­se­ne Gewinn­erzie­lung ver­fol­gen oder

- ent­spre­chend einer Aus­rich­tung auf eine markt­wirt­schaft­li­che Bedarfs­de­ckung mög­lichst hohe Kos­ten­de­ckungs­bei­trä­ge anst­re- ben“.

23 Sand­ber­ger in Haug, Das Hoch­schul­recht in Baden-Würt­tem­berg, 2. Aufl. 2009, S. 405 Rn. 119; Sand­ber­ger in FS Die­ter Leu­zen, 2003, S. 456 f.

24 Sand­ber­ger in Haug, Das Hoch­schul­recht in Baden-Würt­tem­berg, 2. Aufl. 2009, S. 406 Rn. 119, vgl. auch zur Fach­auf­sicht nach
§ 67 Abs. 2 LHG, Umbach in Haug, Das Hoch­schul­recht in Baden-Würt­tem­berg, 2. Aufl. 2009, S. 106 ff. Rn. 483 ff.

220 ORDNUNG DER WISSENSCHAFT 4 (2016), 217–228

Ent­spre­chend muss gera­de in finanz­wirt­schaft­li­chen Be- rei­chen aber auch die All­zu­stän­dig­keit des Rek­to­rats nach§16Abs.3LHGzurückstehen,weshalb§16Abs.4 LHG ledig­lich die Not­wen­dig­keit zur Bil­li­gung für den Haus­halts­vor­anschlag und Wirt­schafts­plan, den Jah­res- abschluss, den Struk­tur- und Ent­wick­lungs­plan ein- schließ­lich der Pla­nung der bau­li­chen Ent­wick­lung, der Grund­sät­ze für die Ver­tei­lung und Ver­wen­dung des Zu- schus­ses des Lan­des für Leh­re und For­schung sowie für die Aus­stat­tungs­plä­ne, die Grund­stücks- und Raum­ver- tei­lung, soweit auch ande­re Fakul­tä­ten betrof­fen sind, sowie den Abschluss von Ver­ein­ba­run­gen gem. § 7 Abs. 2 UKG vor­sieht. Hier­durch wer­den bestehen­de Entsch­ei- dungs­kom­pe­ten­zen auf eine blo­ße Kon­troll­funk­ti­on zurückgedrängt.25

Sel­bi­ges gilt für die Befug­nis­se nach § 16 Abs. 3 Satz 2 Nrn. 11–14 LHG, die nach § 16 Abs. 3 Satz 4, 5 LHG nur im Ein­ver­neh­men mit dem Dekan der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät getrof­fen wer­den kön­nen, soweit die­se betrof­fen ist und nicht bereits eine gänz­li­che Über­tra­gung auf die Fakul­tät vor­ge­nom­men wurde.

Dane­ben wird der Fakul­tät zu den all­ge­mei­nen Be- fug­nis­sen nach § 23 Abs. 3 Satz 6 LHG „zusätz­lich“ All- zustän­dig­keit nach § 27 Abs. 4 LHG verliehen.26 Ein- schrän­ken­de Fest­le­gun­gen, etwa des Rek­to­rats oder Hoch­schul­rats, die für ande­re Fakul­tä­ten nach § 23 Abs. 3 Satz 6 LHG den Rah­men set­zen, gel­ten hier nicht. § 27 Abs. 4 LHG ist inso­weit lex spe­cia­lis zu § 23 LHG,

  1. 25  Beck­OK Hoch­schulR Baden-Würt­tem­ber­g/Hag­mann, 1. Ed. 1.7.2016, LHG § 16 Rn. 32; Sand­ber­ger, Lan­des­hoch­schul­ge­setz Baden-Würt­tem­berg, 2015, LHG § 16 Rn. 5; Sand­ber­ger in FS Die­ter Leu­zen, 2003, S. 455.
  2. 26  LT-Drs. 13/3640 S. 200; „Absatz 4 regelt die beson­de­ren Zustän­dig­kei­ten des Fakul­täts­vor­stands der Medi­zi­ni­schen Fakul­tä­ten und ent­spricht weit­ge­hend der bis­he­ri­gen Rege­lung in § 25 c Abs. 1 Satz 9 UG. Die Viel­zahl und Kom­ple­xi­tät der bei Ange­le­gen­hei­ten der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät in Abstim­mung mit dem Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum zu tref­fen­den Ent­schei­dun-gen erfor­dern eine umfas­sen­de Ent­schei­dungs­kom­pe­tenz des Fakul­täts­vor­stands, wie sie in Absatz 4 vor­ge­se­hen ist. Soweit
    für ein­zel­ne Ent­schei­dun­gen eine gesamt­uni­ver­si­tä­re Ver­ant- wor­tung erfor­der­lich ist, ist die Ein­bin­dung des Vor­stan­des der Uni­ver­si­tät und des Auf­sichts­rats der Uni­ver­si­tät vor­ge­se­hen (vgl. §§ 16 Abs. 4, 20 Abs. 1 Satz 3). Mit der For­mu­lie­rung „zusätz­lich“ wird klar­ge­stellt, dass der Auf­ga­ben­ka­ta­log inso­weit erwei­tert wird, es aber im Übri­gen bei den Auf­ga­ben des Fakul­täts­vor- stands nach § 23 Abs. 3 Satz 6 ver­bleibt.“; LT-Drs. 15/4684 S. 198: „Die inten­siv geleb­te Koope­ra­ti­on zwi­schen Medi­zi­ni­scher Fakul­tät und Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum, bei der das Uni­ver­si­täts­kli- nikum auch die Per­so­nal- und Wirt­schafts­ver­wal­tung für die Medi­zi­ni­sche Fakul­tät über­nimmt, führt in vie­len Berei­chen zu einem untrenn­ba­ren Zusam­men­hang der jewei­li­gen stand­ort­be- zoge­nen gesam­ten Uni­ver­si­täts­me­di­zin. Um eine dies­be­züg­li­che ein­heit­li­che Jah­res­ab­schluss­prü­fung von Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum und Medi­zi­ni­scher Fakul­tät zu gewähr­leis­ten, ist es sinn­voll, bei­de Betei­lig­te von ein und dem­sel­ben Wirt­schafts­prü­fungsun- ter­neh­men prü­fen zu las­sen. Vor die­sem Hin­ter­grund soll die Zustän­dig­keit für die Bestel­lung der Jah­res­ab­schluss­prü­fe­rin oder

wie ins­be­son­de­re durch die Inbe­zug­nah­me nur der „Auf- gaben“ deut­lich wird. Das Gesetz for­mu­liert inso­weit Abweichendes.27 Ande­res wäre zudem auch des­halb nicht zu rea­li­sie­ren, weil dann bei Ent­schei­dun­gen, die Aus­wir­kun­gen auf die Kran­ken­ver­sor­gung ent­fal­ten, die Betei­li­gungs­rech­te des Kli­ni­kums nach § 27 LHG bzw. § 7 UKG umgan­gen würden.

Auf­grund der engen Ver­flech­tung der Kran­ken­ver- sor­gung in den Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken mit dem medi­zi- nisch-wis­sen­schaft­li­chen Gesamt­be­reich der Uni­ver­si­tät darf die Betei­li­gung der Gesamt­uni­ver­si­tät aber den­noch nicht voll­stän­dig zurück­tre­ten. Sie wird daher par­ti­ell bspw. über § 16 Abs. 4 LHG oder § 20 LHG sicher­ge- stellt28 und zeigt sich vor allem auch im Rah­men von Koor­di­na­ti­ons- und Koope­ra­ti­ons­mög­lich­kei­ten, die der sach­ge­rech­ten orga­ni­sa­to­ri­schen Ver­zah­nung der Funk- tions­be­rei­che des Kli­ni­kums und der Uni­ver­si­tät Rech- nung tragen.29

So sieht etwa § 7 Abs. 2 UKG eine Betei­li­gung der Uni­ver­si­tät am Abschluss von Ver­ein­ba­run­gen über die Zusam­men­ar­beit mit der Uni­ver­si­tät oder die Zie­le der Struk­tur- und Ent­wick­lungs­pla­nung – ein­schließ­lich der bau­li­chen Ent­wick­lung – sowie für das Zusam­men­wir- ken der Ver­wal­tung der Uni­ver­si­tät und der Ver­wal­tung des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums vor. Hier ist das Deka­nat der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät nach § 27 Abs. 4 Nr. 6 LHG le- dig­lich zur Stel­lung­nah­me, der Rek­tor nur zur Bil­li­gung berech­tigt, § 16 Abs. 4 Nr. 6 LHG. Das ist mit Blick auf

des Jah­res­ab­schluss­prü­fers für die Medi­zi­ni­sche Fakul­tät auf den Auf­sichts­rat des jewei­li­gen Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums über­tra­gen wer­den. Der Zustän­dig­keit der Uni­ver­si­tät für ihre Medi­zi­ni­sche Fakul­tät wird dadurch Rech­nung getra­gen, dass die Bestel­lung nur mit Zustim­mung des Hoch­schul­rats der Uni­ver­si­tät erfol­gen kann. Das dies­be­züg­li­che Abstim­mungs­er­for­der­nis ist eben­so Aus­druck der geleb­ten Koope­ra­ti­on zwi­schen Uni­ver­si­täts­kli­ni- kum und Uni­ver­si­tät im Bereich der Uni­ver­si­täts­me­di­zin“. Vgl. auch § 20 Abs. 1 Satz 3 Nr. 6 HS 2 LHG.

27 Vgl. Sand­ber­ger, Lan­des­hoch­schul­ge­setz Baden-Würt­tem­berg, 2015, LHG § 27 Rn. 4; Sand­ber­ger in Hartmer/Detmer, Hoch- schul­recht, 2. Aufl. 2011, S. 391 Rn. 96, 3. Aufl. 2017, S. 496
Rn. 147; LT-Drs. 12/1740 S. 26 ff.; Beck­OK Hoch­schulR Baden- Württemberg/Hag­mann, 1. Ed. 1.7.2016, LHG § 27 Rn. 1, 7.

28 LT-Drs. 13/3640 S. 200; LT-Drs. 15/4684 S. 198.
29 Vgl. StGH Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 24.11.1973 – Gesch

Reg 1/73 = DÖV 1974, 632 ff.: „3. Die Kran­ken­ver­sor­gung als sol­che inner­halb der Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken und die sons­ti­gen der Uni­ver­si­tät auf dem Gebiet des öffent­li­chen Gesund­heits­we­sens oblie­gen­den Auf­ga­ben gehö­ren nicht zum Kern­be­reich der aka­de­mi­schen Selbst­ver­wal­tung. Inso­weit ist Fach­auf­sicht und Wei­sungs­be­fug­nis des Kul­tus­mi­nis­te­ri­ums ver­fas­sungs­recht­lich unbe­denk­lich. 4. Der engen Ver­flech­tung der Kran­ken­ver­sor­gung in den Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken und dem medi­zi­nisch-wis­sen­schaft­li- chen Gesamt­be­reich der Uni­ver­si­tät muß jedoch durch geeig­ne­te Koor­di­na­ti­ons­mög­lich­kei­ten und Koope­ra­ti­ons­mög­lich­kei­ten bei­der Funk­ti­ons­be­rei­che und durch sach­ge­rech­te orga­ni­sa­to­ri- sche Ver­zah­nun­gen Rech­nung getra­gen wer­den“; Sand­ber­ger in Hand­buch des Wis­sen­schafts­rechts, 2. Aufl. 1996, Bd. 1 S. 942 f.

Man­dler · Dritt­mit­tel­ver­wal­tung und ‑befris­tung im Ver­bund 2 2 1

die Zustim­mungs­not­wen­dig­keit des Hoch­schul­ra­tes nach § 20 Abs. 1 Nr. 4 LHG und der Zustim­mung des Wis­sen­schafts­mi­nis­te­ri­ums gem. § 7 Abs. 2 Satz 2 HS 2 UKG im Lich­te des Ver­bunds auch stim­mig. Frei­lich än- dern die Zustim­mungs­be­fug­nis­se nichts dar­an, dass nur die Uni­ver­si­tät als Ver­trags­part­ner des Uni­ver­si­täts­kli­ni- kums und nicht die Medi­zi­ni­sche Fakul­tät zeich­nungs- berech­tigt sein kann.30 Dies stellt das Gesetz bereits mit der Bezeich­nung „Uni­ver­si­tät“ außer Zweifel.

Dif­fe­ren­ziert betrach­tet wer­den muss dem­ge­gen­über die Ver­tei­lung der Kom­pe­ten­zen in Per­so­nal­an­ge­le­gen­hei- ten. Nach § 27 Abs. 4 Nr. 1 LHG ist die Medi­zi­ni­sche Fakul- tät zusätz­lich zu den Auf­ga­ben nach § 23 Abs. 3 Satz 6 LHG unter ande­rem für „Ent­schei­dun­gen über die Ver­wen­dung und Zuwei­sung der Stel­len und Mit­tel nach den Grund­sät­zen des § 13 Abs. 2 LHG“ zustän­dig. Dies umfasst dem Grun­de nach sämt­li­che indi­vi­du­al­recht­li­chen Per­so­nal­maß­nah­men und trägt der Viel­zahl und Kom­ple­xi­tät der bei Ange­le­gen- hei­ten der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät in Abstim­mung mit dem Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum zu tref­fen­den Ent­schei­dun­gen Rech- nung; denn gera­de in Per­so­nal­fra­gen wird der enge Ab- stim­mungs­be­darf mit dem Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum akut. Es wird inso­weit unmit­tel­bar sowohl auf For­schung, Leh­re und Kran­ken­ver­sor­gung ein­ge­wirkt, vgl. auch e con­tra­rio § 7 Abs. 1 Satz 2 UKG.31 Der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät wird daher inso­weit eine umfas­sen­de Ent­schei­dungs­kom­pe­tenz durch das LHG ins­be­son­de­re gegen­über dem Rek­to­rat zu- gestanden.32 Hier­aus folgt, dass der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät nicht nur das Vor­schlags­recht für die Ein­stel­lung von Be- schäf­tig­ten nach § 11 Abs. 3 LHG im Grundsatz33 zusteht, son­dern ihr der Per­so­nal­vor­gang ins­ge­samt zuge­ord­net ist.

  1. 30  A.A. wohl Beck­OK Hoch­schulR Baden-Würt­tem­ber­g/Hag­mann, 1. Ed. 1.7.2016, LHG § 16 Rn. 32.
  2. 31  LT-Drs. 12/1740 S. 28 ff.; LT-Drs. 13/3640 S. 245.
  3. 32  Sand­ber­ger in Hartmer/Detmer, Hoch­schul­recht, 2.Aufl. 2011, S. 391 Rn. 96, 3. Aufl., S. 496 Rn. 147; LT-
    Drs. 12/1740 S. 26 ff.; LT-Drs. 13/3640, S. 200; LT-Drs.
    12/1740 S. 28 ff.: „In Betracht gezo­gen kann daher nur, daß die für die Zusam­men­ar­beit mit dem Kli­ni­kum maß­geb­li­chen Kom- peten­zen im Bereich von For­schung und Leh­re bei der Fakul­tät
    in einer Wei­se kon­zen­triert und geord­net wer­den, daß der über- wie­gen­de Teil der Abstim­mungs- und Ent­schei­dungs­be­dürf­nis­se unkom­pli­ziert und schnell abge­deckt wer­den kann. Um die­sen Anfor­de­run­gen zu genü­gen, ist ein Ent­schei­dungs­or­gan der Fakul­tät erfor­der­lich, das für For­schung und Leh­re über Kom­pe- ten­zen ver­fügt, die weit­ge­hend denen des Kli­ni­kums­vor­stands für die Kran­ken­ver­sor­gung ent­spre­chen. Daher sieht die Geset­zes- novel­le die Ein­rich­tung eines Fakul­täts­vor­stands vor, der eine umfas­sen­de Lei­tungs­kom­pe­tenz besitzt und grund­sätz­lich über alle Ange­le­gen­hei­ten der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät ent­schei­det, die das Gesetz nicht aus­drück­lich ande­ren Orga­nen der Fakul­tät oder der Uni­ver­si­tät zuweist … (S. 37). Die ver­wal­tungs­mä­ßi­ge Umset- zung der Ent­schei­dun­gen des Fakul­täts­vor­stands wird im Bereich der kli­ni­schen Medi­zin gemäß § 4 Abs. 3 Satz 1 UKG Auf­ga­be der Per­so­nal- und Wirt­schafts­ver­wal­tung des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums sein“.

Die Dienst­auf­sicht über die aka­de­mi­schen Beschäf- tig­ten und sons­ti­gen Mit­ar­bei­ter in der Fakul­tät und am Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum führt aus die­sem Grund auch der – zur Dele­ga­ti­on berech­tig­te – Dekan, § 24 Abs. 2 Satz 2, 53 LHG. Dienst­vor­ge­setz­ter ist dem­ge­gen­über bei Zu- ord­nung zu einem Hoch­schul­leh­rer die­ser, ansons­ten der Dekan, § 52 Abs. 5 Satz 1, 2 LHG. Dies bestä­tigt auch §4Abs.3 UKG, nach dem das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum zwar die Per­so­nal- und Wirt­schafts­ver­wal­tung der Me- dizi­ni­schen Fakul­tät obliegt, die Per­so­nal­ho­heit aber bei der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät ver­bleibt und das Uni­ver­si- täts­kli­ni­kum inso­weit den Wei­sun­gen des – voll­zie­hen- den – Dekans unterliegt.34

Die­sen Rege­lun­gen sind im Grund­satz auch Beschäf- tig­te der Vor­kli­nik unter­stellt. Sie sind orga­ni­sa­to­risch der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät zuzu­ord­nen und wer­den da- her von der Uni­ver­si­täts­kli­nik gem. § 4 Abs. 3 UKG ver- wal­tet. Einer geson­der­ten ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­rung zwi­schen Uni­ver­si­tät und Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum bedarf es daher nach neue­rer Geset­zes­la­ge nicht mehr.

Eine Ein­fluss­nah­me – ins­be­son­de­re des Rek­to­rats – ist dar­über hin­aus gegen­über den Beschäf­tig­ten nur dort denk­bar, wo eine Zuord­nung zur Medi­zi­ni­schen Fakul- tät aus­ge­schlos­sen ist; etwa bei Rei­ni­gungs- oder War- tungs­per­so­nal der Gesamt­uni­ver­si­tät. Aus die­sem Grund ist die Medi­zi­ni­sche Fakul­tät in Per­so­nal­fra­gen weit­hin nicht an die Vor­ga­ben des Rek­to­rats oder Eigen­hei­ten der Uni­ver­si­tät gebun­den und kann des­halb –in Abstim- mung mit dem Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum – auch eige­ne Vor- gaben entwickeln.35 Gleich­falls besteht kein Zustim- mungs­er­for­der­nis für die Umset­zung von Personalmaß-

33 Nach § 11 Abs. 3 Satz 2, 3 LHG besteht ein Vor­schlags­recht des Pro­jekt­lei­ters bei dritt­mit­tel­fi­nan­zier­ten Stellen.

34 LT-Drs. 13/3640, S. 245 zu § 4 UKG: „Die bis­he­ri­ge Rege­lung in Absatz 3 wird inso­weit modi­fi­ziert, als künf­tig die Per­so­nal- und Wirt­schafts­ver­wal­tung für den gesam­ten Bereich der Medi­zi­ni- schen Fakul­tät auf das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum über­tra­gen wird. Gleich­zei­tig wird klar­ge­stellt, dass das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum durch die Über­nah­me der Per­so­nal und Wirt­schafts­ver­wal­tung kei­ne eige­ne Ent­schei­dungs­kom­pe­tenz hat, son­dern inso­weit den Wei­sun­gen des Dekans unter­liegt. Mit die­ser Auf­ga­ben­über­tra- gung erhält das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum kei­ne Per­so­nal­ho­heit, son- dern es hat ledig­lich die Ent­schei­dun­gen der Orga­ne der Fakul­tät zu voll­zie­hen. Die Kli­nik­ver­wal­tung hat außer­dem zu berück­sich- tigen, dass wei­ter­hin die Per­so­nal­ver­tre­tung, Schwer­be­hin­der­ten- ver­tre­tung und die Frau­en­ver­tre­te­rin der Uni­ver­si­tät zustän­dig sind.“; vgl. auch Sand­ber­ger in Hartmer/Detmer, Hoch­schul­recht, 2. Aufl. 2011, S. 413 Rn. 189, 3. Aufl. 2017, S. 496 Rn. 147; Sand- ber­ger, Lan­des­hoch­schul­ge­setz Baden-Würt­tem­berg, 2015, UKG § 4 Rn. 4.

35 Die­sem Punkt kommt etwa in Bezug auf Leit­li­ni­en zur Befris­tung wis­sen­schaft­li­chen Per­so­nals zur Aus­for­mung der „Ange­mes­sen- heit“ in § 2 Abs. 1 WissZeitVG aktu­el­le Bedeu­tung zu.

222 ORDNUNG DER WISSENSCHAFT 4 (2016), 217–228

nah­men, e con­tra­rio § 16 Abs. 3 Satz 1, Abs. 4 Satz 4 LHG und § 27 Abs. 4 LHG „ins­be­son­de­re“.

Ande­res gilt indes für Beam­te der Medi­zi­ni­schen Fa- kul­tät. Nach § 11 Abs. 5 Satz 1 LHG ist Dienst­vor­ge­setz­ter der Hoch­schul­leh­rer der Wis­sen­schafts­mi­nis­ter, bzw. bei Delegation36 der Rek­tor, der wie­der­um stets Dienst­vor- gesetz­ter der nicht-pro­fes­so­ra­len Beam­ten nach § 11 Abs. 5 Satz 4 LHG ist. Aus die­sem Grund ist für die nicht-pro- fes­so­ra­len Beam­ten der Rek­tor auch für Ernen­nun­gen, Beför­de­run­gen und Ent­las­sun­gen sowie sons­ti­ge das mate­ri­el­le Beam­ten­ver­hält­nis betref­fen­de Maß­nah­men im Außen­ver­hält­nis wei­ter­hin allein zuständig.37 Aller- dings gilt die­se Befug­nis nicht für das Innen­ver­hält­nis, des­sen Aus­ge­stal­tung wie­der­um der Medi­zi­ni­schen Fa- kul­tät nach § 27 Abs. 4 Nr. 1 LHG unter­steht. Der Rek­tor kann aus die­sem Grund vor­ge­schla­ge­ne Maß­nah­men nur umset­zen oder deren Umset­zung ver­wei­gern. Der Anspruch der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät auf Zustim­mung wird inso­weit aus dem Innen­ver­hält­nis zur Uni­ver­si­tät aus einer all­ge­mei­nen Koope­ra­ti­ons­pflicht fol­gen müs- sen,38 der das Recht zur Ver­wei­ge­rung nur dann ge- währt, wenn die Maß­nah­me erheb­li­che Nach­tei­le für die Uni­ver­si­tät bedeu­ten wür­de oder die­se rechts­wid­rig wäre. So sind bspw. Leis­tungs­zu­sa­gen und Ernen­nun­gen von nicht-pro­fes­so­ra­len Beam­ten immer dann umzu­set- zen, wenn sich die­se im Rah­men gesetz­li­cher Rege­lun- gen hal­ten und für die Uni­ver­si­tät kei­ne Nach­tei­le bedeuten.

4. Medi­zi­ni­sche Fakul­tät und Beliehene

Ein Ver­bund besteht zudem zwi­schen Land, Medi­zi­ni- scher Fakul­tät und Belie­he­nen. Nach § 4 Abs. 5 UKG kann das Wis­sen­schafts­mi­nis­te­ri­um Drit­te mit der Wahr­neh­mung der hoheit­li­chen Auf­ga­ben und Befug- nis­se einer Uni­ver­si­täts­kli­nik nach § 4 Abs. 1, 3 UKG belei­hen, um Part­ner­schaf­ten mit Pri­va­ten zu inten­si­vie- ren und damit die Wett­be­werbs­fä­hig­keit der Uni­ver­si- täts­kli­ni­ka in Bezug auf die Kran­ken­ver­sor­gung unmit-

  1. 36  Sie­he ins­be­son­de­re § 4 Nr. 11 des Geset­zes über die Ernen­nung der Rich­ter und Beam­ten des Lan­des (ErnG): „den Uni­ver­si­tä- ten für die Beam­ten des höhe­ren Diens­tes bis ein­schließ­lich der Besol­dungs­grup­pe A 14, A 15 für das Amt eines Aka­de­mi­schen Direk­tors, A 16 für das Amt eines Lei­ten­den Aka­de­mi­schen Direk­tors, W 3 und C 4 mit Aus­nah­me der haupt­amt­li­chen Rek­to­rats­mit­glie­der der Hoch­schu­le sowie für die Beam­ten des mitt­le­ren und des geho­be­nen Diens­tes die in § 2 genann­ten Rech- te“.
  2. 37  Sand­ber­ger in Haug, Das Hoch­schul­recht in Baden-Würt­tem­berg, 2. Aufl. 2009, S. 407 Rn. 1204; Sand­ber­ger in Hartmer/Detmer, Hoch­schul­recht, 2. Aufl. 2011, S. 419 Rn. 211, 3. Aufl. 2017, S. 529 Rn. 305 f. ; anders bei Beam­ten und Arbeit­neh­mern der Uni­ver­si- täts­kli­nik vgl. §§ 11 Abs. 3, 12 Abs. 3 UKG.

tel­bar zu stei­gern und zumin­dest mit­tel­bar auch For- schung und Leh­re zu begünstigen.39

Die Belei­hung erfolgt durch Ver­wal­tungs­akt auf der Grund­la­ge einer öffent­lich-recht­li­chen Ver­ein­ba­rung zwi­schen dem Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum, der Uni­ver­si­tät und dem Drit­ten, die der Zustim­mung des Wis­sen­schafts­mi- nis­te­ri­ums im Ein­ver­neh­men mit dem Wis­sen­schafts- aus­schuss des Land­ta­ges bedarf. Die Ver­ein­ba­rung ent- hält dazu ins­be­son­de­re Rege­lun­gen zu Gegen­stand, Um- fang und Dau­er der Belei­hung, zur Siche­rung der sach- gerech­ten Erfül­lung der Pflich­ten nach § 4 Abs. 1, 3 UKG und zur Siche­rung eines ange­mes­se­nen Ein­flus­ses des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums und der Uni­ver­si­tät auf die Wahr- neh­mung der Auf­ga­ben und Befug­nis­se, die Gegen­stand der Belei­hung sind. Dane­ben sind Rege­lun­gen zur Fi- nan­zie­rung der Erfül­lung der Auf­ga­ben des Belie­he­nen, zur Abwick­lung für den Fall der Been­di­gung der Belei- hung und zur Haf­tungs­frei­stel­lung des Uni­ver­si­täts­kli­ni- kums, der Uni­ver­si­tät und des Lan­des für den Fall, dass die­se aus einem Tun oder Unter­las­sen des Drit­ten in sei- ner Eigen­schaft als Belie­he­ner oder aus der Ver­wen­dung von auf die Uni­ver­si­tät oder das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum hin­wei­sen­den Bezeich­nun­gen für sich oder sei­ne Ein- rich­tun­gen ein­zeln oder gesamt­schuld­ne­risch in An- spruch genom­men wer­den, enthalten.40

Der Umfang der Belei­hung ist hier ent­schei­dend für das Ver­hält­nis zwi­schen Medi­zi­ni­scher Fakul­tät und Drit­tem. Je nach Gestal­tung kön­nen des­halb Unter­schie- de bestehen. Letzt­lich muss sich eine Auf­ga­ben­über­nah- me aber inner­halb der Auf­ga­ben eines Uni­ver­si­täts­kli­ni- kums bewe­gen. Dies schließt neben der Kran­ken­ver­sor- gung auch die Mög­lich­keit zur Über­nah­me von Aus­bil- dungs­ka­pa­zi­tä­ten ein.41

Dar­über hin­aus gehen mit einer Belei­hung aber auch die Pflich­ten eines Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums ein­her, die ge- rade die Gewähr­leis­tung und Sicher­stel­lung von For- schung und Leh­re gebie­ten, § 4 Abs. 1, 5 UKG. Dane­ben folgt aus der Belei­hung im Grund­satz auch die Über­nah-

38 Sand­ber­ger in Hartmer/Detmer, Hoch­schul­recht, 2. Aufl. 2011, S. 409 Rn. 178 f., 3. Aufl. 2017, S. 517 Rn. 247 ff.

39 LT-Drs. 14/6248 S. 23: „Der neu ange­füg­te Absatz 5 ermög­licht es den Uni­ver­si­täts­kli­ni­ka, erfolg­rei­che Koope­ra­tio­nen mit geeig­ne- ten außer­uni­ver­si­tä­ren Ein­rich­tun­gen der Kran­ken­ver­sor­gung in eine beson­ders enge Form zu über­füh­ren. Es wer­den zukunfts- träch­ti­ge Part­ner­schaf­ten zwi­schen den öffent­lich-recht­li­chen Uni­ver­si­täts­kli­ni­ka und pri­va­ten Part­nern eröff­net, indem die­se Part­ner durch eine Belei­hung Auf­ga­ben und Befug­nis­se einer Uni­ver­si­täts­kli­nik über­neh­men und Teil des betref­fen­den Uni­ver- sitäts­kli­ni­kums wer­den. Dies soll auch die Wett­be­werbs­fä­hig­keit baden-würt­tem­ber­gi­scher Uni­ver­si­täts­kli­ni­ka steigern“.

40 Vgl. etwa GABl. BW 25.7.2012 S. 638 f. 41 LT-Drs. 14/6248 S. 23.

Man­dler · Dritt­mit­tel­ver­wal­tung und ‑befris­tung im Ver­bund 2 2 3

me der Per­so­nal- und Wirt­schafts­ver­wal­tung der Medi­zi- nischen Fakul­tät nach § 4 Abs. 3, 5 UKG, sodass der Drit­te letzt­lich in die Rol­le eines Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums ein­tritt und sich als selbst­stän­di­ger Teil des­sel­ben – wenn- gleich ohne eige­ne Reprä­sen­ta­ti­on im Deka­nat – prä­sen- tiert.42 Der Drit­te tritt inso­weit in die hoch­schul­recht­li- che Rol­le des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums ein und unter­liegt damit auch des­sen Rege­lun­gen, soweit die Belei­hung hier­zu kei­ne Abwei­chun­gen vorsieht.43 Es ist des­halb auch nicht aus­ge­schlos­sen, dass die Per­so­nal- und Wirt- schafts­ver­wal­tung ein­heit­lich nur durch das Uni­ver­si- täts­kli­ni­kum wahr­ge­nom­men wird.

II. Dritt­mit­tel­ver­wal­tung

Ange­sichts des Ver­bunds zwi­schen Land, Uni­ver­si­tät, Medi­zi­ni­scher Fakul­tät und Uni­ver­si­täts­kli­ni­ka muss sich in Bezug auf ste­tig an Bedeu­tung gewin­nen­den Dritt­mit­tel­ein­wer­bun­gen die Fra­ge stel­len, nach wel­chen gesetz­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen die­se zu ver­wal­ten sind und wo die Mit­tel vor­ge­hal­ten werden.

1. Ver­wal­tung der Fakultätsdrittmittel

Wel­che Bestim­mun­gen für die jewei­li­gen Dritt­mit­tel Anwen­dung fin­den, ist nach dem Ort zu unter­schei­den, an dem die mit den Mit­teln finan­zier­ten For­schungs­vor- haben durch­ge­führt wer­den. Schlüs­sel­vor­schrift ist hier § 41 Abs. 2 LHG, der inso­weit § 25 HRG lan­des­ge­setz­lich aufgreift.44 Danach sind die Mit­tel Drit­ter für For- schungs­vor­ha­ben, die „in der Hoch­schu­le durch­ge­führt wer­den“, nach den § 13 Abs. 6, 7 LHG grund­sätz­lich auch von der Hoch­schu­le zu ver­wal­ten, vgl. § 25 Abs. 4 Satz 1 HRG.45 Es han­delt sich daher zuvor­derst um eine ört­li- che und sach­mit­tel­be­zo­ge­ne Anknüp­fung, die gera­de mit Blick auf den Ver­bund von Bedeu­tung ist. So wer­den durch die von der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät ein­ge­wor­be- nen Dritt­mit­tel größ­ten­teils For­schungs­vor­ha­ben fin­an- ziert, die eben nicht in der Hoch­schu­le, son­dern am Uni- ver­si­täts­kli­ni­kum oder bei belie­he­nen Drit­ten durch­ge-

  1. 42  LT-Drs. 14/6248 S. 23: „Mit der Belei­hung wird eine sol­che Ein­rich­tung Teil des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums. Dies bringt für sol­che Ein­rich­tun­gen zahl­rei­che Vor­tei­le, die mit dem Sta­tus als Uni­ver- sitäts­kli­nik ver­bun­den sind, aber auch beson­de­re Pflich­ten mit sich, die ins­be­son­de­re in der öffent­lich-recht­li­chen Ver­ein­ba­rung zu regeln sind … Betei­ligt er sich durch Pflicht­ver­an­stal­tun­genim vor­kli­ni­schen oder kli­ni­schen Teil an der Aus­bil­dung, so ist sei­ne Betei­li­gung kapa­zi­täts­re­le­vant. Die Ein­bin­dung Drit­ter in das Sys­tem der Uni­ver­si­täts­kli­ni­ka erfolgt jedoch in der Regel zur Ver­bes­se­rung der Kran­ken­ver­sor­gung und nicht in ers­ter Linie, um die Aus­bil­dungs­ka­pa­zi­tä­ten aus­zu­wei­ten. Die Part­ner der öffent­lich-recht­li­chen Ver­ein­ba­rung haben des­halb zu regeln, ob und in wel­chem Umfang aus dem Bereich des Belie­he­nen Kapa­zi- täten für die Aus­bil­dung bereit­ge­stellt werden“.
  2. 43  Sie­he oben unter I. 2.

führt wer­den. Daher sind die Fakul­täts­mit­tel dif­fe­ren­ziert zu betrachten.

Han­delt es sich tat­säch­lich um For­schungs­vor­ha­ben, die in der Hoch­schu­le, etwa im Bereich der Vor­kli­nik, durch­ge­führt wer­den, so gilt für die Ver­wal­tung der Mit- tel §41Abs.2–5 LHG iVm. §13Abs.6, 7 LHG und die die­se kon­kre­ti­sie­ren­de Dritt­mit­tel­richt­li­nie mit­samt Hin- wei­sen. Danach ist – neben der erfor­der­li­chen Anzei­ge nach § 13 Abs. 6 LHG – der „Vor­stand oder die von ihm beauf­trag­te Stel­le“ für die Annah­me der Dritt­mit­tel zu- stän­dig. Hier gilt für die Medi­zi­ni­sche Fakul­tät gem. § 27 Abs. 4 Nr. 2 LHG die ori­gi­nä­re Zustän­dig­keit des Deka­nats, wel­ches die­se wie­der­um dele­gie­ren kann. Die Ver­wal­tung der Mit­tel über­nimmt dann das nach § 4 Abs. 3 UKG inso­fern wei­sungs­ge­bun­de­ne Uni­ver­si- täts­kli­ni­kum im Rah­men der Dritt­mit­tel­richt­li­nie. Die Richt­li­nie ist inso­weit Bestand­teil der gesetz­li­chen Auf- trags­ver­wal­tung und gilt nach Ziff. 1.1. ins­be­son­de­re auch für „die nach § 4 Abs. 3 UKG von den Uni­ver­si­täts- kli­ni­ka ver­wal­te­ten“ Mit­tel. Annah­me- und Ver­wal- tungs­zu­stän­dig­keit fal­len daher auseinander.

Nur wenn die Hoch­schul­ver­wal­tung nicht mit den Bedin­gun­gen des Geld­ge­bers ver­ein­bar ist, gilt hier­zu Abwei­chen­des für an der Hoch­schu­le durch­ge­führ­te For­schungs­vor­ha­ben, § 25 Abs. 4, 5 HRG. Nach § 41 Abs. 3 LHG kann die Hoch­schu­le dann die Ver­wal- tung der Mit­tel auf das Mit­glied der Hoch­schu­le im Rah- men des sog. Sonderkontenverfahrens46 über­tra­gen, wo- durch die­ser die Ver­fü­gungs­macht über die Mit­tel er- langt. Unbe­rührt blei­ben aber auch dann die Annah­me- bestim­mun­gen der Dritt­mit­tel­richt­li­nie, da inso­weit nur eine Aus­nah­me von Ver­wal­tung und Ver­wen­dung der Mit­tel gemacht wird.

Wer­den die For­schungs­vor­ha­ben jedoch außer­halb der Hoch­schu­le, also am Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum oder bei belie­he­nen Drit­ten durch­ge­führt – was der Regel­fall ist –, so kann das Regime der §41Abs.2–5 LHG iVm. § 13 Abs. 6, 7 LHG nicht gel­ten. Es ver­bleibt hier letzt­lich eine Regelungslücke.47

44 Vgl. Stil­ler, Das dritt­mit­tel­fi­nan­zier­te Arbeits­ver­hält­nis,
2000, S. 47 ff.; zur Ent­wick­lung sie­he auch Sand­ber­ger in Dritt- mit­tel­for­schung und Neben­tä­tig­keit, 1988, S. 59 ff.

45 Hier­zu Rühr, For­schung mit Mit­teln Drit­ter: uni­ver­si­tä­re For- schung im Span­nungs­feld zwi­schen Selbst- und Fremd­steue­rung, 2014, S. 341 ff.

46 Vgl. Rühr, For­schung mit Mit­teln Drit­ter: uni­ver­si­tä­re For- schung im Span­nungs­feld zwi­schen Selbst- und Fremd­steue­rung, 2014, S. 353 ff.; Stil­ler, Das dritt­mit­tel­fi­nan­zier­te Arbeits­ver­hält- nis, 2000, S. 50 f., 56 ff.; Beck­OK Hoch­schulR Baden-Würt­tem- berg/Kraus­nick, 1. Ed. 1.7.2016, LHG § 41 Rn. 14.

47 Rühr, For­schung mit Mit­teln Drit­ter: uni­ver­si­tä­re For­schung im Span­nungs­feld zwi­schen Selbst- und Fremd­steue­rung, 2014, S. 349.

224 ORDNUNG DER WISSENSCHAFT 4 (2016), 217–228

Die­se Lücke füllt § 4 Abs. 3 UKG in Bezug auf die Ver­wal­tung der Mit­tel, denn zur Wirt­schafts­ver­wal­tung der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät gehört zwei­fel­los auch die Ver­wal­tung der Dritt­mit­tel. Kei­ne Aus­sa­ge lässt sich § 4 Abs. 3 UKG aber gegen­über dem kon­kre­ten Ver­wal- tungs­ver­fah­ren ent­neh­men. So ist davon aus­zu­ge­hen, dass auch hier das Deka­nat nach § 27 Abs. 4 Nr. 2 LHG zustän­dig bleibt48 und die Dritt­mit­tel­richt­li­nie Anwen- dung fin­det. Anders als bei Mit­teln für For­schungs­vor- haben, die in der Hoch­schu­le durch­ge­führt wer­den, sind aber die Ver­wal­tung durch ein­zel­ne Hoch­schul­mit­glie- der oder Drit­te im Son­der­kon­ten­ver­fah­ren eher zuläs­sig; denn inso­weit macht das Gesetz kei­ne zwin­gen­den Vor- gaben. Eben­so kann im sog. Ver­wahr­kon­to­ver­fah­ren,49 das die Errich­tung eines pro­jekt­be­zo­ge­nen Kon­tos zu- guns­ten des For­schers bedeu­tet, ver­fah­ren wer­den. Dies führt zu einer erheb­li­chen Fle­xi­bi­li­sie­rung und kann so neu­en Ent­wick­lun­gen und Not­wen­dig­kei­ten – gera­de mit Blick auf die Pri­vat­wirt­schaft – eher gerecht wer­den. So gilt hier auch das ansons­ten bestehen­de Split­ting­ver- bot50 zwi­schen Ver­wal­tung und Anstel­lung nicht. § 41 Abs. 3 LHG, der inso­weit eine Zuwei­sung der Ver- wal­tung nur „ins­ge­samt“ zulässt, fin­det, wie auch § 25 Abs. 4 und Abs. 5 HRG, gera­de kei­ne Anwen­dung. Die­sem Aspekt kommt im Ver­bund ins­be­son­de­re auch dann Bedeu­tung zu, wenn Lan­des­be­schäf­tig­te auf Dritt- mit­tel des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums oder belie­he­ner Drit­ter befris­tet wer­den sol­len, da hier ein Aus­ein­an­der­fal­len von Mit­teln und Anstel­lung vorliegt.51

Fällt die Ent­schei­dung aller­dings zuguns­ten einer Ver­ein­nah­mung der Mit­tel durch die Medi­zi­ni­sche Fa- kul­tät, so wer­den auch die­se vom Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum nach § 4 Abs. 3 UKG nach den dann gel­ten­den Dritt­mit- tel­richt­li­ni­en ver­wal­tet, da sel­bi­ge dann unab­hän­gig vom Ort des For­schungs­vor­ha­ben Anwen­dung fin­det. Dies bestä­tigt die Zustän­dig­keit des Deka­nats bzw. der von die­ser beauf­trag­ten Stel­le nach § 27 Abs. 4 Nr. 2 LHG. Wer­den Mit­tel hin­ge­gen außer­halb der Fakul­tät und da- mit der Dritt­mit­tel­richt­li­nie gehal­ten, so sind die

  1. 48  Sie­he oben unter I. 3.
  2. 49  Stil­ler, Das dritt­mit­tel­fi­nan­zier­te Arbeits­ver­hält­nis, 2000, S. 53 ff.
  3. 50  Dazu all­ge­mein Stil­ler, Das dritt­mit­tel­fi­nan­zier­te Arbeits­ver-hält­nis, 2000, S. 48 f. mwN. In § 4 Abs. 3 UKG wird man indes kei­ne Aus­nah­me sehen kön­nen, denn es han­delt sich um blo­ße Auf­trags­ver­wal­tung und damit letzt­lich um eine Aner­ken­nung der ori­gi­nä­ren Hochschulzuständigkeit.
  4. 51  Sie­he unten III. 2., 3.
  5. 52  Vgl. dazu etwa Für­sen, Dritt­mit­tel­ein­wer­bung und ‑for­schun­gim Spie­gel des Straf­rechts, 2005 S. 77 ff.; Becker, Das Recht der­Hoch­schul­me­di­zin, 2005, S. 290 ff.
  6. 53  DMRL zu §§ 13 und 41 LHG vom 16.April 2010 – Az. 0415.2/5/1;siehe auch die Hin­wei­se zu den Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten zur Annah­me und Ver­wen­dung von Mit­teln Dritter.

§§ 331 ff. StGB52 und nun­mehr auch des § 299a StGB frei­lich wei­ter­hin zu beachten.53

2. Ver­wal­tung der Klinikdrittmittel

Ande­res gilt wie­der­um für Dritt­mit­tel des Kli­ni­kums. Das Kli­ni­kum selbst ist – außer­halb der Auf­trags­ver­wal- tung – nicht an die Vor­ga­ben des LHG oder der Dritt- mit­tel­richt­li­nie gebun­den; 1.1. DMRL „Dritt­mit­tel der Hoch­schu­le“. Es kann daher in den Gren­zen der §§ 5, 6 UKG54 – unter beson­de­rer Beach­tung der §§ 299a, 331 ff. StGB – mit den Mit­teln frei­er ver­fah­ren. Zumin­dest the- ore­tisch ist daher in die­sem Bereich auch das Son­der- kon­ten- oder Ver­wahr­kon­to­ver­fah­ren mög­lich. Die Kli- nika sind inso­weit zuvor­derst selbst gehal­ten ent­sp­re- chen­de Kri­te­ri­en auf­zu­stel­len und ein­zu­hal­ten. Besteht ein Bezug zu For­schung und Leh­re, wie dies typi­scher- wei­se der Fall sein wird, so sind zudem die Betei­li­gungs- rech­te der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät zu beachten.

3. Ver­wal­tung der Dritt­mit­tel belie­he­ner Dritter

AnalogzurVerwaltungderKlinikmittel,folgenausdem LHG für die Ver­wal­tung der Eigen­mit­tel belie­he­ner Drit­ter nach § 4 Abs. 5 UKG kei­ne beson­de­ren Vor­ga­ben oder Bedenken.55 Ledig­lich im Rah­men der Ver­wal­tung der Fakul­täts­mit­tel nach § 4 Abs. 3, 5 UKG sind die­se Vor­ga­ben ent­spre­chend zu beach­ten. Auch hier kön­nen aber Betei­li- gungs­rech­te der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät bestehen.

4. Loka­li­sie­rung der Fakultätsdrittmittel

Für gewöhn­lich sind die Dritt­mit­tel in den Staats­haus- halt ein­zu­stel­len und damit Landesmittel.56 Die­se Aus­sa- ge lässt sich auch im Ver­bund grund­sätz­lich auf­rech­ter- hal­ten. Zwar ist das Bud­get der Medi­zi­ni­sche Fakul­tät gem. § 26 LHO getrennt vom Bud­get der Hoch­schu­le oder des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums zu verwalten;57 dies darf jedoch nicht dar­über hin­weg­täu­schen, dass die Mit­tel nur dann kei­ne Lan­des­mit­tel mehr sind, wenn der Dritt- mit­tel­ge­ber die­se dem Kör­per­schafts­ver­mö­gen aus- drück­lich zuweist.58 Ver­wal­tungs­recht und sachenrecht-

54 Vgl. Sand­ber­ger, Das Finan­zie­rungs­sys­tem der Uni­ver­si­täts­kli­ni- ken – Bestands­auf­nah­me und Per­spek­ti­ven in Orga­ni­sa­ti­ons- und Rechts­fra­gen der Medi­zi­ni­schen Ein­rich­tun­gen unter Berück­sich- tigung der neu­en Lan­des­hoch­schul­ge­set­ze, 1984, S. 37 ff.

55 Stil­ler, Das dritt­mit­tel­fi­nan­zier­te Arbeits­ver­hält­nis, 2000, S. 58. 56 Stil­ler, Das dritt­mit­tel­fi­nan­zier­te Arbeits­ver­hält­nis, 2000, S. 52 f. 57 Sand­ber­ger in Haug, Das Hoch­schul­recht in Baden-Württemberg,

2. Aufl. 2009, S. 405 Rn. 119; Sand­ber­ger in FS Die­ter Leuzen,

2003, S. 456.
58 Zur Bewirt­schaf­tung die­ser Mit­tel, vgl. Sand­ber­ger, Lan­des­hoch-

schul­ge­setz Baden-Würt­tem­berg, 2015, § 14 Rn. 3.

Man­dler · Dritt­mit­tel­ver­wal­tung und ‑befris­tung im Ver­bund 2 2 5

liche Zuord­nung sind hier getrennt zu betrach­ten. Grund­sätz­lich han­delt es sich damit bei Dritt­mit­teln der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät um Mit­tel des Lan­des, die sich in Ver­wal­tung durch das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum oder Drit­ter befin­den. An die­ser Zuord­nung ver­mag auch die anhand von § 41 Abs. 2 LHG zu unter­schei­den­de Ver­wal­tung der Mit­tel nichts zu ändern, da die­se Rege­lung sich inso­weit aus­drück­lich nur auf die Ver­wal­tung der Mit­tel bezieht – „zu ver­wal­ten“.

Abwei­chen­des gilt aber dann, wenn der Dritt­mit­tel- geber die Zuge­hö­rig­keit zum Kör­per­schafts­ver­mö­gen nach § 14 LHG bestimmt, wobei die­se Mög­lich­keit unab- hän­gig vom Ort der Durch­füh­rung der For­schungs­vor- haben besteht. Zwar gel­ten § 13 Abs. 6 aE LHG iVm. § 41 Abs. 2 LHG dann nicht, dies kann aber nur zum Fort­fall der Beschrän­kung für die Zuwen­dung von Mit- teln gel­ten, die unmit­tel­bar oder mit­tel­bar über­wie­gend aus Mit­teln der öffent­li­chen Hand stammen.59 Wird von die­ser Mög­lich­keit Gebrauch gemacht, han­delt es sich daher gleich­wohl nicht um Ver­mö­gen der Fakul­tät im recht­li­chen Sin­ne. Es bleibt viel­mehr dabei, dass die Mit- tel der allein inso­weit rechts­fä­hi­gen Hoch­schu­le nach § 14 LHG zuflie­ßen. Abwei­chun­gen erge­ben sich aber auch hier, denn die Ver­wal­tung von Mit­teln, die der Me- dizi­ni­schen Fakul­tät durch den Dritt­mit­tel­ge­ber so zuge- wen­det wer­den, fal­len in den Wirt­schafts­plan dieser60 und damit in deren Ver­wal­tungs­zu­stän­dig­keit. Die Ver- wal­tung durch das Rek­to­rat gem. § 14 Abs. 1 LHG bzw. § 16 Abs. 3 Nr. 10 LHG wird inso­weit ver­drängt, § 27 LHG.

5. Loka­li­sie­rung der Dritt­mit­tel der Uni­ver­si­täts­kli­nik und Dritter

Kei­ne beson­de­ren Vor­ga­ben gel­ten wie­der­um in Bezug auf unmit­tel­ba­re Dritt­mit­tel der Uni­ver­si­täts­kli­nik oder belie­he­ner Drit­ter. Die­se gehö­ren zum Ver­mö­gen des jewei­li­gen Trägers.

III. Dritt­mit­tel­be­fris­tung

Ins­be­son­de­re die Fra­ge, wo die Mit­tel loka­li­siert sind, ist arbeits­recht­lich von Bedeu­tung. Es zeigt sich, dass im Ver­bund die Arbeit­ge­ber­stel­lung, die Loka­li­sie­rung der MittelundderArbeitsortvielfachauseinanderfallen.So wer­den etwa lan­des­be­schäf­tig­te Wis­sen­schaft­ler mit Lan­des­mit­teln der Fakul­tät ver­gü­tet und am Universi-

  1. 59  Dass die­se Ein­schrän­kung nicht gilt, wird indes in der Pra­xis kaum dazu füh­ren kön­nen, dass Gel­der unmit­tel­bar dem Kör- per­schafts­ver­mö­gen zuflie­ßen. Hier zie­hen die Ver­ga­be­richt­li­ni­en Grenzen.
  2. 60  Ziff. 3.1. DMRL.
  3. 61  Vgl. zur Ent­wick­lung Zim­mer­mann, Befris­te­te Arbeitsverhältnis-

täts­kli­ni­kum oder bei belie­he­nen Drit­ten ein­ge­setzt. Dies ver­ur­sacht in der Regel auch kei­ne Schwie­rig­kei­ten, denn die Fra­ge der Mit­tel­lo­ka­li­sie­rung ist für die zumeist ver­wen­de­te sach­grund­lo­se Befris­tung nach § 2 Abs. 1 WissZeitVG in Bezug auf die blo­ße Finan­zie­rung der Stel­le uner­heb­lich. Unklar­hei­ten tre­ten aber dann auf, wenn das Dritt­mit­tel­pro­jekt selbst den Befris­tungs­grund begrün­den soll; sei es als Dritt­mit­tel­be­fris­tung nach § 2 Abs. 2 WissZeitVG oder Pro­jekt­be­fris­tung im Rah- men von § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 TzBfG.61 Es muss des­halb danach gefragt wer­den, wie und ob befris­tet wer­den darf, wenn der Ort der Durch­füh­rung des For­schungs- vor­ha­bens und die Loka­li­sie­rung der den Befris­tungs- grund abge­ben­den Dritt­mit­tel aus­ein­an­der­fal­len. Hier- bei ist zwi­schen Lan­des­be­schäf­tig­ten und Anstalts­be­schäf- tig­ten sowie zwi­schen den ein­zel­nen Befris­tungs­grün­den zu unterscheiden.

1. Dritt­mit­tel­be­fris­te­te Lan­des­be­schäf­tig­te gem. § 2 Abs. 2 WissZeitVG

Die Lösung die­ser Pro­ble­ma­tik gestal­tet sich für die nach § 2 Abs. 2 WissZeitVG befris­te­ten Lan­des­be­schäf­tig­ten ein­fach. Die­ser Befris­tungs­grund stellt bereits dem Wort­laut nach nicht dar­auf ab, wer die Mit­tel kon­kret inne­hat, son­dern fragt nach der über­wie­gen­den Fin­an- zie­rung durch Drit­te und einer ent­spre­chend pro­jekt­be- zoge­nen Beschäf­ti­gung. Dass es sich bei den Mit­teln zumeist um Lan­des­mit­tel han­delt, ist des­halb unschäd- lich, denn die letzt­end­li­che Finan­zie­rung erfolgt stets durch Drit­te im Sin­ne von § 2 Abs. 2 WissZeitVG. Inso- weit muss § 2 Abs. 2 Satz 1 WissZeitVG dahin­ge­hend gele­sen wer­den, dass die Befris­tung auch zuläs­sig ist, wenn die Beschäf­ti­gung über­wie­gend aus Mit­teln Drit­ter finan­ziert wird, die unmit­tel­ba­re oder mit­tel­ba­re Fin­an- zie­rung für eine bestimm­te Auf­ga­be und Zeit­dau­er bewil­ligt ist und die Mit­ar­bei­ter über­wie­gend ent­sp­re- chend der Zweck­be­stim­mung die­ser Mit­tel beschäf­tigt wer­den. Ob es sich damit bei den Mit­teln Drit­ter wie­de- rum um Lan­des­mit­tel oder Kör­per­schafts­ver­mö­gen nach § 14 LHG han­delt, bleibt folg­lich uner­heb­lich. Ent- schei­dend ist letzt­lich nur, dass im Ergeb­nis tat­säch­lich eine Beschäf­ti­gung mit Pro­jekt­auf­ga­ben – außer­halb eines Rechts­miss­brauchs – im Rah­men der Pro­gno­se erfolgt und die Finan­zie­rung unab­hän­gig von ihrer Loka­li­sie­rung im Ver­bund den gesetz­li­chen Vor­ga­ben entspricht.62 Dabei ist es auch unschäd­lich, wenn die

se an Hoch­schu­len und außer­uni­ver­si­tä­ren Forschungseinrich-

tun­gen bei Dritt­mit­tel­fi­nan­zie­rung, 2001, S. 23 ff.
62 Man­dler, Rechts­miss­brauch bei Dritt­mit­tel­be­fris­tun­gen gem.

§ 2 Abs. 2 WissZeitVG, OdW 2015 S. 217 ff.; sie­he hier­zu nun auch BAG, Urteil vom 8.6.2016 – 7 AZR 259/14.

226 ORDNUNG DER WISSENSCHAFT 4 (2016), 217–228

Mit­tel vom Land selbst, und damit letzt­lich vom Ver- trags­ar­beit­ge­ber, stam­men. Solan­ge es sich bei den zur Ver­fü­gung gestell­ten Mit­teln nicht um Haus­halts­mit­tel han­delt, liegt eine Finan­zie­rung durch Drit­te im nor­ma- tiven Sin­ne vor und erlaubt damit eine wirk­sa­me Befris- tung gem. § 2 Abs. 2 WissZeitVG.63

Aus die­sem Grund ist es letzt­lich auch uner­heb­lich, wo die Ein­stel­lung des Beschäf­tig­ten erfolgt, solan­ge die vor­ge­nann­ten Vor­aus­set­zun­gen erfüllt sind. Dies deckt sich ins­be­son­de­re mit § 41 Abs. 3 Satz 1 und 2 LHG. Nach Satz 1 sind aus Mit­teln Drit­ter bezahl­te haupt­be­ruf­li­che Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter an For­schungs­vorha- ben, die in der Hoch­schu­le durch­ge­führt wer­den, als Per­so­nal der Hoch­schu­le – und nicht des Lan­des – ein- zustel­len, sofern dies mit den Bedin­gun­gen des Geldge- bers ver­ein­bar ist. Gem. Satz 2 erfolgt die Anstel­lung zu- dem durch Pri­vat­dienst­ver­trag zwi­schen dem Beschäf- tig­ten und dem die Mit­tel ver­wal­ten­den Hoch­schul­mit- glied,64 wenn dies die Bedin­gun­gen des Dritt­mit­tel­ge­bers ver­lan­gen, vgl. § 3 WissZeitVG iVm. § 2 Abs. 2 Wiss- ZeitVG.65 Das Aus­ein­an­der­fal­len von Mit­teln und Be- fris­tungs­grund ist daher auch hoch­schul­recht­lich not- wen­dig und inso­weit im WissZeitVG und in § 25 HRG verbürgt.

Folg­lich ist es – im Rah­men der Bedin­gun­gen des Geld­ge­bers – auch mög­lich, dass etwa vom Land be- schäf­tig­te Wis­sen­schaft­ler auf Dritt­mit­tel der Uni­ver­si- täts­kli­nik oder belie­he­ner Drit­ter wirk­sam befris­tet wer- den. Auch inso­weit han­delt es sich um einen Drit­ten im Sin­ne von § 2 Abs. 2 WissZeitVG, sodass ein wirk­sa­mer Befris­tungs­grund gege­ben ist und die Zusam­men­ar­beit im Ver­bund erleich­tert wird.

Da es sich um Lan­des­be­schäf­ti­ge han­delt, liegt die Ent­schei­dung dar­über, ob und wie befris­tet wird gegen- über ver­wal­ten­den Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum beim Dekan, der in Grund­satz­fra­gen ggf. eine Ent­schei­dung des De- kanats her­bei­füh­ren muss, § 27 Abs. 4 Nr. 1 LHG. Wer- den die Auf­ga­ben am Kli­ni­kum erfüllt, ist zudem dessen

  1. 63  So rich­tig LAG Hes­sen, Urteil vom 5.8.2015 – 2 Sa 1210/14; vgl. auch BAG, Urt. v. 15.1.2003 – 7 AZR 616/01; BAG Urteil vom 15.1.1997 – 7 AZR 158/96; BAG Urteil vom 22.11.1995 – 7 AZR 248/95; BAG Urteil vom 31.1.1990 – 7 AZR 125/89.
  2. 64  Dazu Stil­ler, Das dritt­mit­tel­fi­nan­zier­te Arbeits­ver­hält­nis, 2000, S. 164 ff.
  3. 65  Dies wird auch im Ver­wah­rungs­kon­to­ver­fah­ren rele­vant, da hier die Mit­tel bei der Fakul­tät verbleiben.
  4. 66  Han­delt es sich bei dem Drit­ten um einen Ten­denz­be­trieb gilt
    § 118 BetrVG und damit ledig­lich ein Anhö­rungs­recht bei
    der Ein­stel­lung von Ten­denz­trä­gern, BVerfG, Beschluss vom 6.11.1979 – 1 BvR 81/76 = BVerfGE 52, 283 ff.; zu den Ten­denz- trä­ger gehö­ren dann ins­be­son­de­re auch Ärz­te, vgl. Löwisch, Ten- denz­schutz im Gesund­heits­we­sen in Fest­schrift Wlotz­ke S. 382, 389; Dzida/Hohenstatt, Ten­denz­schutz nur gegen­über Ten­denz- trä­gern?, NZA 2004 1084, 1086.

Ein­ver­neh­men nach § 11 Abs. 4 LHG erfor­der­lich. Da Ver­wal­tung, d.h. die Umset­zung und der Abschluss des Ver­tra­ges, aber ohne­hin dem Kli­ni­kum nach § 4 Abs. 3 UKG oblie­gen, wird das erfor­der­li­che Ein­ver­neh­men re- gel­mä­ßig im Pro­zess erzielt. Besteht zudem ein Bezug zur Kran­ken­ver­sor­gung sind ins­be­son­de­re auch die ent- spre­chen­den Betei­li­gungs­rech­te des Kli­ni­kums bei Grund­satz­fra­gen zu beach­ten, § 27 Abs. 1 LHG; § 11 Abs. 4 LHG regelt ledig­lich die Ein­stel­lung an sich auf indi­vi­du­el­ler Ebe­ne. Ent­spre­chen­des gilt für Belie­he- ne Drit­te, die hier als „Teil des Kli­ni­kums“ eben­falls An- spruch auf Betei­li­gung bei der Ent­schei­dungs­fin­dung – auch ohne Reprä­sen­ta­ti­on im Deka­nat oder Kli­ni­kums- vor­stand – haben. Auf­grund der Belei­hung muss aber auch § 11 Abs. 4 LHG bei der Ein­stel­lung von Lan­des­be- schäf­tig­ten ent­spre­chend gel­ten. Dies ist ins­be­son­de­re auch des­halb von Bedeu­tung, weil ein even­tu­ell gebil­de- ter Betriebs­rat Anspruch auf Beteiligung66 nach § 5 Abs. 1 Satz 3 BetrVG iVm. § 99 BetrVG hat.67

2. Pro­jekt­be­fris­tun­gen gem. § 14 Abs. 1 TzBfG

Weni­ger klar ist die Situa­ti­on bei pro­jekt­be­fris­te­ten Lan- des- oder Anstalts­be­schäf­tig­ten nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 TzBfG, die ins­be­son­de­re auch durch die Strei­chung der Befris­tungs­mög­lich­keit für nicht-wis­sen­schaft­li­ches Per­so­nal in § 2 Abs. 2 WissZeitVG,68 aktu­ell gewor­den ist. So könn­te anzu­neh­men sein, dass ein unmit­tel­ba­rer Pro­jekt­be­zug stets auch die Loka­li­sie­rung der Mit­tel beim Arbeit­ge­ber ver­langt und damit bei einem Ausein- ander­fal­len eine ent­spre­chen­de Befris­tung hindert.

Aller­dings liegt auch hier die Lösung im Befris­tungs- grund selbst, denn die­ser erschöpft sich bei der Pro­jekt- befris­tung dar­in, dass Auf­ga­ben von begrenz­ter Dau­er bei Ver­trags­schluss pro­gnos­ti­ziert wer­den können.69 Die begrenz­te Dau­er der Auf­ga­ben lei­tet sich dabei zwar aus den nur vor­über­ge­hend zur Ver­fü­gung ste­hen­den Dritt- mit­teln im Rah­men des Pro­jek­tes ab, führt im Ver­bund aber nicht dazu, dass Mit­tel und Auf­ga­ben an einem Ort

67 Vgl. Löwisch/Mandler, Betei­li­gungs­rech­te des Betriebs­rats für im Betrieb täti­ge Ange­hö­ri­ge des öffent­li­chen Diens­tes, BB 2016, 629 ff.

68 Umfas­send Meiß­ner, Ent­ste­hung und Ent­wick­lung des Hoch- schul­be­fris­tungs­rechts, 2016 S. 146 ff.; Blum/Vehling, „Alles wird gut?” – Anmer­kun­gen zur geplan­ten Novel­lie­rung des Wiss- ZeitVG OdW 2015 S. 194 f.; Mandler/Meißner, Ent­wurfs­dis­kus- sion WissZeitVG – Mög­lich­kei­ten, Ein­schrän­kun­gen, Ver­bes­se- rungs­po­ten­ti­al OdW 2016 S. 42 ff.

69 BAG, Urteil vom 13.2.2013 – 7 AZR 284/11; Petro­vicki, Pro­jekt- befris­tung von Arbeits­ver­hält­nis­sen NZA 2006, 411 ff.; Mei­nel in Meinel/Heyn/Herms TzBfG, 5. Auf­la­ge 2015, § 14 Rn. 92 ff. mwN.

Man­dler · Dritt­mit­tel­ver­wal­tung und ‑befris­tung im Ver­bund 2 2 7

ver­eint sein müs­sen. Aus dem Grund ist für die Fra­ge der Befris­tung auch allein auf den Bestand vor­über­ge­hen­der Auf­ga­ben und den damit ver­bun­de­nen vor­über­ge­hen- den Per­so­nal­be­darf abzu­stel­len. Da die Auf­ga­ben aber selbst los­ge­löst von der Loka­li­sie­rung der Mit­tel beur­teilt wer­den kön­nen, kann auch hier der Ver­bleib der Mit­tel letzt­lich kei­ne Rol­le mehr spie­len, denn im Hin­ter­grund liegt eine fak­ti­sche Dritt­fi­nan­zie­rung in jedem Fall vor; sei es durch Kos­ten­er­stat­tung oder Kostenverrechnung.

Folg­lich kön­nen auch Nicht-Wis­sen­schaft­ler bei Uni- ver­si­täts­kli­ni­ka oder belie­he­nen Drit­ten ein­ge­setzt und gem. § 14 Abs. 1 TzBfG wirk­sam auf Dritt­mit­tel des Lan- des oder der Uni­ver­si­tät befris­tet wer­den, sofern nur die Auf­ga­ben­er­fül­lung vor­über­ge­hend im Rah­men des hier- durch ermög­lich­ten Pro­jek­tes erfolgt. Etwai­ger Umwe­ge über eine Arbeit­neh­mer­über­las­sung, der mit der ange- kün­dig­ten Novel­le ohne­hin zeit­li­che Gren­zen gesetzt wer­den sol­len, bedarf es daher nicht.

Da es sich bei Nicht-Wis­sen­schaft­lern um Anstalts- beschäf­tig­te des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums han­delt, liegt die

Ent­schei­dung über die Befris­tung letzt­lich bei die­sem. Bedingt durch die Finan­zie­rung über Lan­des­mit­tel so- wie in Bezug auf For­schung und Leh­re, erge­ben sich aber auch hier Betei­li­gungs­rech­te des Medi­zi­ni­schen Fakul­tät aus § 7 Abs. 1 UKG.

IV. Fazit

Zwi­schen Land, Uni­ver­si­tät, Medi­zi­ni­scher Fakul­tät, Uni­ver­si­täts­kli­ni­ka und belie­he­nen Drit­ten bestehen die unter­schied­lichs­ten Ver­flech­tun­gen und Ver­pflich­tun- gen. Die­se wer­den ins­be­son­de­re bei der Ver­wal­tung von Dritt­mit­teln und Befris­tung auf Dritt­mit­tel akut und zei- gen, dass bestimm­te Fra­gen nicht los­ge­löst anhand der ein­zel­nen Akteu­re, son­dern nur im Ver­bund die­ser sinn- voll betrach­tet und gelöst wer­den können.

Tobi­as Man­dler ist wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter der For­schungs­stel­le für Hoch­schul­recht und Hoch­schul­ar­beits­recht der Albert-Lud­wigs-Uni­ver­si­tät Freiburg.

228 ORDNUNG DER WISSENSCHAFT 4 (2016), 217–228