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Das am 18.4.2007 in Kraft getretene1 Gesetz über befris- tete Arbeits­ver­trä­ge in der Wis­sen­schaft (Wis­sen­schafts- zeit­ver­trags­ge­setz – WissZeitVG) regelt die Befris­tung von Arbeits­ver­trä­gen mit wis­sen­schaft­li­chem und künst- leri­schem Per­so­nal an staat­li­chen und staat­lich aner- kann­ten Hoch­schu­len sowie an bestimm­ten For­schungs- ein­rich­tun­gen. Für den Wis­sen­schafts­be­reich ist die­ses Gesetz von zen­tra­ler Bedeu­tung, ermög­licht es den Hoch­schu­len doch zusätz­li­che und weit­rei­chen­de Befris- tun­gen ohne kon­kre­ten Sach­grund, die „nor­ma­len“ Arbeit­ge­bern nach dem TzBfG nicht offenstehen.

Ange­sichts des beschränk­ten Anwen­dungs­be­reichs des WissZeitVG ist der Fokus der arbeits­recht­li­chen Wis­sen­schaft und Pra­xis frei­lich ganz über­wie­gend auf das TzBfG gerich­tet. So zeigt die juris­ti­sche Online-Da- ten­bank Juris2 für den Such­be­griff „Teil­zeit-und Befris- tungs­ge­setz (TzBfG)“ weit über 5.000 Tref­fer an; bei Ein- gabe des Begriffs „Wis­sen­schafts­zeit­ver­trags­ge­setz (WissZeitVG)“ erhält man hin­ge­gen bloß 103 Sucher­geb- nis­se, dar­un­ter nur 47 gericht­li­che Entscheidungen.

Ent­spre­chend knapp wird das WissZeitVG in den meis­ten arbeits­recht­li­chen „Kom­pakt­kom­men­ta­ren“ be- han­delt. Eine Aus­nah­me stellt inso­fern die 17 Sei­ten um- fas­sen­de, ein­ge­hen­de Kom­men­tie­rung die­ses Geset­zes von Rudi Mül­ler-Glö­ge im Erfur­ter Kom­men­tar dar. Her­vor­zu­he­ben ist auch die prä­gnan­te Kom­men­tie­rung des WissZeitVG von Man­fred Löwisch im Fach­an­walts- kom­men­tar Arbeits­recht; Löwisch bezieht zu den zen­tra- len Pro­ble­men die­ses Geset­zes fun­diert Stel­lung – etwa zur Fra­ge, ob Uni­ver­si­täts­kli­ni­ka als „Ein­rich­tun­gen des Bil­dungs­we­sens“ anzu­se­hen sind3 oder zu der vom BAG4 weder über­zeu­gend noch abschlie­ßend geklär­ten Fra­ge, ob und inwie­weit Lek­to­ren zum wis­sen­schaft­li­chen Per- sonal i. S. d. § 1 Abs. 1 WissZeitVG zählen.5

Rela­tiv umfas­sen­de Kom­men­tie­run­gen zum Wiss- ZeitVG fin­den sich als Annex in den Kom­men­ta­ren zum TzBfG: Sowohl Moni­ka Schlach­ter6 als auch Jacob Jous-

  1. 1  BGBl I 506.
  2. 2  Such­an­fra­ge vom 2.9.2013.
  3. 3  Dornbusch/Fischermeier/Löwisch, Fach­an­walts­kom­men­tar­Ar­beits­recht, 5. Auf­la­ge 2013, § 1 WissZeitVG Rn 4 und § 5 Rn 2.
  4. 4  BAG vom 1.6.2011 – 7 AZR 827/09 – NZA 2100, 1280 = ZTR2012, 43.
  5. 5  Dornbusch/Fischermeier/Löwisch, Fach­an­walts­kom­men­tar Arbeits-recht, 5. Auf­la­ge 2013, § 1 WissZeitVG Rn 1 f.
  6. 6  In: Laux/Schlachter, TzBfG, 2. Auf­la­ge 2011, § 23 Anhang 2.

sen7 und Tho­mas Kühn8 wid­men die­sem Gesetz mehr als 20 Sei­ten. Nur der Kom­men­tar von Meinel/Heyn/Herms9 beschränkt sich auf den Abdruck des Geset­zes­tex­tes. Ein­ge­hend erläu­tert Peter Ram­bach das WissZeitVG in dem von Arnold/Gräfl her­aus­ge­ge­be­nen Pra­xis­kom­men- tar zum TzBfG; sei­ne beson­ders fach­kun­di­ge, bei­na­he 40 Sei­ten umfas­sen­de Kom­men­tie­rung ist jedem Prak­ti­ker des Hoch­schul­ar­beits­rechts nur wärms­tens zu emp­feh- len.

Umfang­rei­che Erläu­te­run­gen zum WissZeitVG fin- den sich fer­ner in den Groß­kom­men­ta­ren zum Kün­di- gungs­schutz­recht: Tre­ber beschäf­tigt sich im „KR“ auf über 70 Sei­ten ein­ge­hend mit die­sem Gesetz. Die Kom- men­tie­run­gen von Däub­ler in sei­nem Kün­di­gungs- schutz­kom­men­tar und von Schmidt im „APS“ umfas­sen bei­de mehr als 30 Seiten.

Wer sich (noch) eingehender10 mit dem WissZeitVG befas­sen möch­te, der sei auf die bei­den eigen­stän­di­gen Kom­men­ta­re zum WissZeitVG ver­wie­sen: Zum einen den Kom­men­tar von Reich, der den Titel „Hoch­schul- rah­men­ge­setz mit Wis­sen­schafts­zeit­ver­trags­ge­setz“ trägt und 2012 in 11. Auf­la­ge erschie­nen ist. Zum ande­ren den Kom­men­tar von Preis zum Wis­sen­schafts­ver­trags­ge­setz, der jedoch bis­lang nur in 1. Auf­la­ge erschie­nen ist und den (teil­wei­se über­hol­ten) Recht­stand vom 30.9.2007 wie­der­gibt. Eine Neu­auf­la­ge die­ses umfas­sen­den Werks wäre wün­schens­wert – gera­de um den­je­ni­gen Hoch- schul­ar­beits­recht­lern eine Hil­fe­stel­lung zu bie­ten, die sich mit den zahl­rei­chen noch nicht (höchst)richterlich geklär­ten Rechts­fra­gen des WissZeitVG ver­tieft ausein- ander­set­zen müssen.

Der Autor ist Habi­li­tand am Zen­trum für Arbeits­ bezie­hun­gen und Arbeits­recht (ZAAR) an der Ludwig­Maximilians­Universität Mün­chen (LMU) und Mit­her­aus­ge­ber die­ser Zeitschrift.

7 In: Boecken/Joussen, Teil­zeit und Befris­tungs­ge­setz, 3. Auf­la­ge 2012, WissZeitVG.

8 In: Annuß/Thüsing, Kom­men­tar zum Teil­zeit- und Befris­tungs- gesetz, 3. Auf­la­ge 2012, § 23.

Meinel/Heyn/Herms, TzBfG, 4. Auf­la­ge, 2012.
10 Mono­gra­phisch behan­delt Ulri­ke Lehmann-Wandschneider

das WissZeitVG in ihrer 2008 erschie­ne­nen Dis­ser­ta­ti­on „Das Son­der­be­fris­tungs­recht an Hoch­schu­len und For­schungs­ein­rich- tun­gen nach dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz“.

Chris­ti­an Picker

Kom­men­tie­run­gen zum Wis­sen­schafts­zeit­ver­trags- gesetz (WissZeitVG) – Ein Überblick

Ord­nung der Wis­sen­schaft 2014, ISSN 21979197

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ORDNUNG DER WISSENSCHAFT 1 (2014), 1–7

Kom­men­tar

Anwalt­Kom­men­tar Arbeits­recht (Band 2)

Anwalts-Hand­buch Arbeitsrecht

Arbeits­recht – Hand­kom­men­tar (HK-ArbR)

Arbeits­recht – Kom­men­tar (HWK) Arbeitsrechts-Handbuch

Erfur­ter Kom­men­tar zum Arbeits­recht (ErfK)

Fach­an­walts-Kom­men­tar Arbeits- recht (DFL)

Hand­buch des Fach­an­walts Arbeits­recht (DLW)

Hoch­schul­rah­men­ge­setz mit Wis­sen­schafts­zeit­ver­trags­ge­setz – Kommentar

Hoch­schul­recht in Bund und Län- dern – Kommentar

Kom­men­tar zum Wis­sen­schafts- zeitvertragsgesetz

KR – Gemein­schafts­kom­men­tar zum KSchG und zu sons­ti­gen kün­di­gungs­schutz­recht­li­chen Vor­schrif­ten (KR)

KSchR – Kündigungsschutzrecht

Kün­di­gungs­recht – Groß­kom­men­tar zum gesam­ten Recht der Been­di­gung von Arbeits­ver­hält­nis­sen (APS)

Kün­di­gungs­schutz­ge­setz mit Neben­ge­set­zen Kommentar

Teil­zeit- und Befristungsrecht

TzBfG – Teil­zeit- und Befristungsgesetz

Teil­zeit- und Befris­tungs­ge­setz – Handkommentar

Kom­men­tar zum Teil­zeit- und Befristungsgesetz

TzBfG – Teil­zeit- und Befris­tungs- gesetz

Pra­xis­kom­men­tar zum TzBfG – Teil­zeit- und Befristungsgesetz

Teil­zeit- und Befristungsgesetz

Her­aus­ge­ber

Hümmerich/Boecken/Düwell

Tschö­pe

Däubler/Hjort/Schubert/ Wol­me­rath

Henssler/Willemsen/Kalb Schaub u. a. Mül­ler-Glö­ge/­Preis/­Schmidt

Dornbusch/ Fischermeier/ Löwisch

Dörner/Luczak/ Wildschütz/Baeck/Hoß

Reich

Hailbronner/Geis Preis
Etzel u.a.

Kittner/Däubler/ Zwan­zi­ger

Ascheid/Preis/Schmidt

Backmeister/ Trittin/Mayer

Bruns Sie­vers

Boecken/Joussen Annuß/Thüsing Meinel/Heyn/Herms Arnold/Gräfl Laux/Schlachter

Auf­la­ge

2. Aufl. (2010)

8. Aufl. (2013) 3. Aufl. (2013)

5. Aufl. (2012) 15. Aufl. (2015) 13. Aufl. (2013)

5. Aufl. (2013) 10. Aufl. (2013) 11. Aufl. (2012)

38. AL
1. Aufl. (2008) 10. Aufl. (2013)

8. Aufl. (2011) 4. Aufl. (2012)

4. Aufl. (2009)

1. Aufl. (2013) 4. Aufl. (2012)

3. Aufl. (2012) 3. Aufl. (2012) 4. Aufl. (2012) 3. Aufl. (2012) 2. Aufl. (2011)

Bear­bei­ter

Böhm

Schma­len­berg Ahrendt/Tillmanns

Schma­len­berg Koch Müller-Glöge

Löwisch Hoß Reich

Krau­se Preis Treber

Däub­ler Schmidt

May­er

Bruns Sie­vers

Jous­sen Kühn

Ram­bach Schlachter

Umfang

4892–4896 [5]

357–363 [7] 2871–2872 [2]

3174–3177 [4] 383–388 [5] 2815–2831 [17]

2274–2282 [9] 1908–1909 [2] 583–636 [54]

Ord­ner 2 [117] 1–250 [250] 3211–3280 [70]

2112–2144 [33] 2345–2382 [38]

764–776 [13]

62–68 [6] 533–550 [18]

499–519 [21] 705–731 [27] 476–479 [4] 579–616 [38] 507–526 [20]