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I. The­ma­tik
Die Aus­stat­tung einer Pro­fes­sur mit Per­so­nal- und Sach­mit­teln, dar­über hin­aus mit inves­ti­ven Mit­teln, etwa zur Gerä­te­be­schaf­fung, unter­liegt grund­sätz­lich einem Inter­es­sen­kon­flikt. Wäh­rend der Hand­lungs­spiel­raum von Hoch­schu­len durch die ihnen staat­li­cher­seits zuge­wie­se­nen Haus­halts­mit­tel limi­tiert ist, ori­en­tie­ren sich die Bedar­fe der Hoch­schul­leh­re­rin­nen und Hoch­schul­leh­rer pri­mär an ihren For­schungs- und Lehr­kon­zep­ten. Letzt­lich muss hier­über stets ein Kom­pro­miss gefun­den wer­den. Was Pro­fes­so­ren zur Erfül­lung ihrer Auf­ga­ben gewährt wird, ist stark ein­zel­fall­be­zo­gen und hängt von fis­ka­li­schen Zwän­gen, dem jeweils betrof­fe­nen Fach, der wis­sen­schaft­li­chen Repu­ta­ti­on des Betrof­fe­nen sowie letzt­lich auch dem Hoch­schul­stand­ort ab.1 Regel­mä­ßig sehen die Lan­des­hoch­schul­ge­set­ze vor die­sem Hin­ter­grund vor, dass die Aus­stat­tungs­zu­sa­gen, sei es in Beru­fungs- oder in Blei­be­zu­sa­gen, einer­seits unter einem Haushaltsvorbehalt2 ste­hen und ande­rer­seits ganz über­wie­gend nur befristet3, zumeist über einen Zeit­raum von fünf Jah­ren, gewährt wer­den.
Chan­cen, die eige­ne Aus­stat­tung zu ver­bes­sern, ent­ste­hen dann, wenn bereits beru­fe­ne Pro­fes­so­rin­nen oder Pro­fes­so­ren einen exter­nen Ruf erhal­ten und die eige­ne Hoch­schu­le, um sie zu hal­ten, Blei­be­ver­hand­lun­gen mit ihnen führt. Der oben beschrie­be­ne Inter­es­sen­kon­flikt setzt sich hier­bei fort: Wäh­rend die Hoch­schu­le sich wie­der­um inner­halb ihres Haus­halts­rah­men bewe­gen muss, ver­wei­sen die Ruf­in­ha­ber auf die Ange­bo­te, die ihnen von einer ande­ren Hoch­schu­le unter­brei­tet wor­den sind. Gleich­wohl füh­ren aus die­sen Ver­hand­lun­gen resul­tie­ren­de Blei­be­zu­sa­gen häu­fig zu einer deut­li­chen Aus­wei­tung der bereits vor­han­de­nen Aus­stat­tung. Dabei kann Streit dar­über ent­ste­hen, wel­che Per­sis­tenz der­ar­ti­gen Blei­be­zu­sa­gen zukommt. Genau die­se Fra­ge war Gegen­stand eines Fal­les, der erst­in­stanz­lich vom VG Freiburg4 ent­schie­den und in der Beru­fungs­in­stanz vom VGH Baden-Würt­tem­ber­g5 abwei­chend aus­ge­ur­teilt wur­de.
II. Erst­in­stanz­li­che Ent­schei­dung des VG Freiburg

  1. Sach­ver­halt
    In dem Ver­fah­ren ging es um einen W3 Pro­fes­sor (Klä­ger) eines natur­wis­sen­schaft­li­chen Fach­ge­biets. Nach­dem er die beklag­te Uni­ver­si­tät dar­über infor­miert hat­te, dass er einen exter­nen Ruf auf eine W3 Pro­fes­sur in Ver­bin­dung mit der Lei­tung einer Arbeits­grup­pe an einer außer­uni­ver­si­tä­ren For­schungs­ein­rich­tung erhal­ten hat­te, führ­ten die Par­tei­en Blei­be­ver­hand­lun­gen. Der Klä­ger hat­te sei­ner Uni­ver­si­tät zu Beginn der Ver­hand­lun­gen ein Kon­zept­pa­pier mit sei­nen For­de­run­gen sowie Unter­la­gen mit dem Aus­stat­tungs­an­ge­bot der Uni­ver­si­tät, die ihm den Ruf erteilt hat­te, über­mit­telt. Die zwi­schen den Par­tei­en geführ­ten Gesprä­che mün­de­ten in nach­fol­gen­des Ange­bot vom Dezem­ber 2009, wel­ches die Uni­ver­si­tät dem Hoch­schul­leh­rer „gem. § 48 Abs. 5 des Landeshochschulgesetzes“6 zusag­te:
    Stel­len
    Die Fakul­tät sagt zu, dass die Pro­fes­sur künf­tig nach Ablauf der als Erst­aus­stat­tung im Rah­men der Beru­fungs­zu­sa­ge erfolg­ten oder gege­be­nen­falls noch vor­zu­neh­men­den Stel­len­be­set­zun­gen … über bis zu 3,0 Wis­sen­schaft­ler­stel­len (A13 Z) aus dem Stel­len­pool des …
    Frank Wert­hei­mer
    Wie­der­zu­wei­sung von Per­so­nal- und Sach­mit­teln aus einer Blei­be­zu­sa­ge – VGH Baden-Würt­tem­berg, Urt. v. 20.04.2020, 9 S 1897/18
    1 Dazu Detmer, in: HschR-Pra­xis­hand­buch, 3. Aufl. 2017, Kap. 4 Rn. 112.
    2 z.B. § 48 Abs. 4 S. 2 LHG BaWü; § 18 Abs. 9 S. 1 BayHSchPG; § 37 Abs. 3 S. 1 LHG NRW.
    3 z.B. § 48 Abs. 4 S. 3 LHG BaWü; § 18 Abs. 9 S. 2 BayHschPG; § 50 Abs. 8 LHG Rh-Pf.
    4 Urt. v. 18.07.2018, 1 K 2986/17, juris.
    5 Urt. v. 20.04.2020, 9 S 1897/18, juris
    6 LGH BaWü a.F., der § 48 Abs. 4 LHG in der aktu­el­len Fas­sung ent­spricht.
    Ord­nung der Wis­sen­schaft 2021, ISSN 2197–9197
    4 8 O R D N U N G D E R WI S S E N S C H A F T 1 ( 2 0 2 1 ) , 4 7 — 5 2
    7 sie­he hier­zu einer­seits VGH BaWü v. 21.10.2008, 9 S 1507/06, juris
    oder BayVGH v. 28.06.2017, 3 ZB 15.249, juris – ande­rer­seits
    OVG Sach­sen v. 6.9.2016, 2 A 624/15, juris; Wert­hei­mer, OdW
    2015, 147, 152; Detmer, a.a.O., Kap. 4 Rn 113.
    Insti­tuts zur befris­te­ten Beset­zung ver­fü­gen kann. Aus
    zen­tra­len Res­sour­cen wer­den ergän­zend Per­so­nal­mit­tel
    für 5 Jah­re im Umfang einer 0,5 E13 Stel­le und zusätz­lich
    für eine 0,5 E13 Stel­le für ein Jahr bereit­ge­stellt. […]
    Lau­fen­de Sach­mit­tel
    Unter Ein­be­zug der von der Fakul­tät zuge­sag­ten 5.000 €
    p.a. wer­den Sach­mit­tel in Höhe von 6.000 € p.a. bereit­ge­stellt.
    Ein­ma­li­ge Mit­tel
    Der Pro­fes­sur wer­den ins­ge­samt 25.000 € ein­ma­li­ge
    Sach­mit­tel aus zen­tra­len Res­sour­cen für einen Zeit­raum
    von 5 Jah­ren, abruf­bar in jähr­li­chen Raten, bei frei­er Ver­füg­bar­keit
    im wis­sen­schaft­li­chen Bereich zuge­sagt.
    Büro­ge­rä­te/IT-Aus­stat­tung
    Für die erfor­der­li­chen Erneue­run­gen und Ergän­zun­gen
    der IT-Aus­stat­tung wer­den der Pro­fes­sur aus zen­tra­len
    Mit­teln 50.000 €, abruf­bar über einen Zeit­raum von 5
    Jah­ren, zur Ver­fü­gung gestellt. Die Anschaf­fun­gen haben
    in Abspra­che mit dem Lei­ter des Uni­ver­si­täts­re­chen­zen­trums
    zu erfol­gen. […]
    Räume/Renovierung/Mobiliar
    Der Pro­fes­sur wer­den als Kern­zu­wei­sung im Hoch­haus
    P… die Räu­me 901 bis 906 und 915 zur Nut­zung zuge­sagt.
    Die Räu­me 907 bis 910 sind Ver­fü­gungs­räu­me, die
    die Pro­fes­sur zur Zeit nutzt. Die Zuwei­sung von Ver­fü­gungs­räu­men
    erfolgt am … Insti­tut nach Bedarf.
    Die Finan­zie­rung not­wen­di­ger Reno­vie­rungs­ar­bei­ten
    bis zu einem Umfang von 20.000 € wird zu Las­ten
    zen­tra­ler Mit­tel zuge­sagt. Die Reno­vie­rungs­ar­bei­ten sol­len
    nach einer Prio­ri­tä­ten­set­zung der gewünsch­ten Bau­maß­nah­men
    in Abstim­mung zwi­schen der Pro­fes­sur
    und dem Uni­ver­si­täts­bau­amt erfol­gen. […]
    Das im Anschluss vom Rek­tor der Uni­ver­si­tät in einem
    Punkt prä­zi­sier­te Blei­be­an­ge­bot nahm der Klä­ger
    mit Schrei­ben vom 2.2.2010 an. Die zuge­sag­ten Res­sour­cen
    wur­den ihm inner­halb der nach­fol­gen­den fünf Jah­re
    gewährt.
    Im Rah­men der rou­ti­ne­mä­ßi­gen Prü­fung der Wie­der­zu­wei­sung
    von Res­sour­cen wur­de der Klä­ger von der
    Hoch­schul­lei­tung dar­über infor­miert, dass die bis­lang,
    d.h. also die bereits vor der Blei­be­zu­sa­ge, zur Ver­fü­gung
    gestell­ten Res­sour­cen für wei­te­re fünf Jah­re wie­der zuge­wie­sen
    wer­den. Die­se Zusa­ge umfas­se aller­dings nicht
    die ergän­zen­den Per­so­nal­mit­tel aus der Blei­be­zu­sa­ge,
    die nach fünf Jah­ren aus­ge­lau­fen sei. Das gel­te im glei­chen
    Maße für die Zusa­ge der IT-Aus­stat­tung (50.000
    €), der zusätz­li­chen Sach­mit­tel (25.000 €) sowie der Mit­tel
    für die Finan­zie­rung not­wen­di­ger Reno­vie­rungs­ar­bei­ten
    (20.000 €), da es sich hier­bei jeweils um Ein­mal­zah­lun­gen
    gehan­delt habe. Hier­ge­gen leg­te der Klä­ger
    Wider­spruch ein, den er u.a. damit begrün­de­te, die Ent­schei­dung
    des Rek­to­rats tref­fe sei­ne Res­sour­cen­pla­nung
    emp­find­lich. Im Übri­gen sei er von einer wie­der­hol­ten
    Gewäh­rung die­ser Mit­tel aus­ge­gan­gen, wes­halb er sich
    in 2010 auch für eine Ableh­nung des exter­nen Rufs ent­schie­den
    habe. Die Uni­ver­si­tät wies den Wider­spruch
    mit der o.a. Begrün­dung zurück. Mit sei­ner Kla­ge bean­trag­te
    der Klä­ger die Auf­he­bung des Wider­spruchs­be­scheids
    sowie die Wie­der­zu­wei­sung der Res­sour­cen, die
    Gegen­stand der Blei­be­zu­sa­ge waren. Hilfs­wei­se bean­trag­te
    er, die Uni­ver­si­tät zu ver­pflich­ten, unter Beach­tung
    der Rechts­auf­fas­sung des Gerichts über den Wie­der­zu­wei­sungs­an­trag
    erneut zu entscheiden.
  2. Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Frei­burg
    Das Ver­wal­tungs­ge­richt ver­nein­te in sei­nem Urteil v.
    18.7.2018 zunächst den vom Klä­ger gel­tend gemach­ten
    Anspruch auf Wie­der­zu­wei­sung der Res­sour­cen, die
    Gegen­stand der Blei­be­zu­sa­ge waren. Unter Bezug­nah­me
    auf die Rege­lung in § 48 Abs. 5 LHG BaWü a.F. (nun­mehr
    § 48 Abs. 4 LHG), die sowie einen Haus­halts- wie
    einen Befris­tungs­vor­be­halt ent­hält, hielt das VG fest,
    dass die Aus­le­gung der Blei­be­zu­sa­ge – unab­hän­gig ob
    die­se als Zusa­ge i.S.d. § 38 LVwVfG zu wer­ten oder als
    Wil­lens­er­klä­rung, die Bestand­teil eines öffent­lich-recht­li­chen
    Ver­tra­ges ist gem. § 54 LVwVfG, auf­zu­fas­sen sei7 -
    dazu füh­re, dass die Ansprü­che des Klä­gers nur für einen
    Zeit­raum von fünf Jah­ren nach Abschluss der Ver­ein­ba­rung
    bzw. Wirk­sam­wer­den der Zusa­ge begrün­det wer­den
    soll­ten. Etwas ande­res fol­ge nicht aus dem Lan­des­hoch­schul­ge­setz,
    wel­ches kei­nen gesetz­li­chen
    Anspruch auf eine bestimm­te Aus­stat­tung des Lehr­stuhls
    beinhal­te. Schließ­lich kön­ne der vom Klä­ger ver­folg­te
    Anspruch auf Bewil­li­gung der begehr­ten Sachund
    Per­so­nal­mit­tel auch nicht aus Art. 5 Abs. 3 S. 1 GG
    abge­lei­tet wer­den. Unter Ver­weis auf die hier­zu ergan­ge­ne
    stän­di­ge Recht­spre­chung ver­pflich­te das Grund­recht
    der Wis­sen­schafts­frei­heit die Hoch­schu­len als Adres­sa­ten
    die­ses Grund­rechts ledig­lich, Pro­fes­so­rin­nen und
    Pro­fes­so­ren eine per­so­nel­le und säch­li­che „Grund- oder
    Min­dest­aus­stat­tung“ zu gewäh­ren bzw., in den Wor­ten
    des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts, einen Anspruch auf
    Wert­hei­mer · Wie­der­zu­wei­sung von Per­so­nal- und Sach­mit­teln aus einer Blei­be­zu­sa­ge 4 9
    8 Vgl. BVerfG v. 15.09.1997, 1 BvR 406/96, 1 BvR 1214/97, NVwZRR
    1998, 175; OVG NRW v. 10.6.2010, 15 B 2574/06, NVwZ-RR
    2010, 844; BVerwG v. 24.4.1997, VII C 49.74, BVerw­GE 52, 339.
    9 OVG NRW v. 10.6.2010, a.a.O.; VGH Hes­sen v. 30.5.1997, 6 TG
    1447/97, NVwZ-RR 1998, 180; VGH BaWü v. 17.9.2003, 4 S
    1636/91, juris.
    10 OVG Sach­sen v. 6.9.2016, 2 A 624/15, juris und v. 24.2.3016, 2 B
    374/15, juris; OVG Ber­lin-Bran­den­burg v. 2.10.2008, 5 B 06.08,
    juris.
    11 juris, Rn 92.
    12 Inhalts­gleich nun­mehr in § 48 Abs. 4 LHG BaWÜ gere­gelt.
    Teil­ha­be an den vom Gesetz­ge­ber für Zwe­cke der For­schung
    zur Ver­fü­gung gestell­ten Mit­tel zuzubilligen.8 In
    die­sem Zusam­men­hang hat das VG auch aus­ge­führt, es
    gebe kei­nen Rechts­satz, dass der ein­mal gewähr­te
    Bestand auf­recht erhal­ten blei­ben müsse.9 Dass bei Weg­fall
    der mit dem Blei­be­an­ge­bot zuge­wie­se­nen Res­sour­cen
    das Min­dest­maß an Teil­ha­be im Sin­ne der o.g.
    Recht­spre­chung unter­schrit­ten wer­de, sei nicht ersicht­lich.
    In der Fol­ge bejah­te das VG einen Anspruch des Klä­gers
    auf ermes­sens­feh­ler­freie Ent­schei­dung über die
    Wie­der­zu­wei­sung der von ihm begehr­ten – und aus­ge­lau­fe­nen
    – wei­te­ren Per­so­nal- und Sach­mit­tel. Die­sen
    Anspruch fol­ger­te das VG aus § 48 Abs. 4 S. 3 LHG. Die
    Über­prü­fungs­pflicht, so die Urteils­grün­de, sei gesetz­lich
    nach Ablauf von fünf Jah­ren ange­ord­net. Dass das Gesetz
    von „fünf wei­te­ren Jah­ren“ spricht, sei ein Redak­ti­ons­ver­se­hen.
    Kri­te­ri­um für die Über­prü­fung der Res­sour­cen­zu­wei­sung,
    für deren Erfor­der­lich­keit das VG
    auf ober­ge­richt­li­che Recht­spre­chung verweist10, ist nach
    Auf­fas­sung des VG einer­seits der Maß­stab des § 13 Abs. 2
    LHG BaWü. Ande­rer­seits gebie­te Art. 5 Abs. 3 GG in
    Ver­bin­dung mit dem all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz die
    Hoch­schul­leh­rer mög­lichst gleich­mä­ßig, d.h. unter Berück­sich­ti­gung
    der beson­de­re Situa­ti­on ihres Auf­ga­ben­be­reichs
    bzw. ihres Faches ange­mes­sen im Ver­hält­nis zu
    den jeweils ande­ren Hoch­schul­leh­rern bei der Ver­tei­lung
    der zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­tel zu berück­sich­ti­gen.
    Schließ­lich bringt das VG den Leis­tungs­ge­dan­ken
    ins Spiel, der im Rah­men von § 13 Abs. 2 LHG BaWü bei
    der Ermes­sens­ent­schei­dung zu berück­sich­ti­gen sei.11
    Weil sich die Beklag­te aus­weis­lich ihrer Begrün­dung im
    Wider­spruchs­be­scheid in ihrer Ent­schei­dung gebun­den
    gefühlt und kei­ne Ermes­sens­ent­schei­dung getrof­fen
    habe, sei die abge­lehn­te Wie­der­zu­wei­sung der mit der
    Blei­be­zu­sa­ge gewähr­ten Res­sour­cen rechts­wid­rig. Im
    Ergeb­nis ging das VG damit von einem Ermes­sens­nicht­ge­brauch
    aus.
    Gegen die­ses Urteil leg­ten die beklag­te Uni­ver­si­tät
    Beru­fung sowie der nicht in allen Punk­ten obsieg­te Klä­ger
    Anschluss­be­ru­fung ein.
    III. Urteil des VGH Baden-Würt­tem­berg
    Der VGH änder­te das Urteil des VG und wies Kla­ge wie
    auch Anschluss­be­ru­fung des W3 Pro­fes­sors ab.
  3. Kein Anspruch auf Wie­der­zu­wei­sung der Res­sour­cen
    aus der Blei­be­zu­sa­ge
    Eine Bestä­ti­gung der erst­in­stanz­li­chen Ent­schei­dung ist
    dem VGH-Urteil inso­weit zu ent­neh­men, als dem kla­gen­den
    W3 Pro­fes­sor kein Anspruch auf die streit­ge­gen­ständ­li­che
    wei­te­re Aus­stat­tung sei­nes Lehr­stuhls zuer­kannt
    wur­de. Wie schon das VG gelangt auch der VGH
    durch Aus­le­gung ent­spre­chend der §§ 133, 157 BGB zum
    Ergeb­nis, dass die beklag­te Uni­ver­si­tät sich mit dem
    Blei­be­an­ge­bot, wel­ches der Klä­ger ange­nom­men hat,
    ledig­lich für einen Zeit­raum von fünf Jah­ren bin­den
    woll­te. Hier­für genü­ge bereits der ein­lei­ten­de Hin­weis
    auf die Zusa­ge gem. § 48 Abs. 512 LHG BaWü, wonach
    Zusa­gen über die per­so­nel­le und sach­li­che Aus­stat­tung
    der Auf­ga­ben­be­rei­che von Pro­fes­so­ren im Rah­men von
    Beru­fungs- und Blei­be­ver­hand­lun­gen auf maxi­mal fünf
    Jah­re zu befris­ten und von der Hoch­schu­le jeweils nach
    Ablauf von fünf wei­te­ren Jah­ren im Hin­blick auf die
    Maß­ga­ben von § 13 Abs. 2 LHG BaWü zu über­prü­fen
    sind.
    Der VGH folgt auch der Auf­fas­sung des VG, wonach
    sich der gel­tend gemach­te Anspruch weder aus dem
    Lan­des­hoch­schulG BaWü noch unmit­tel­bar aus der
    Wis­sen­schafts­frei­heit nach Art. 5 Abs. 3 S. 1 GG her­lei­ten
    las­se. In Bezug auf letz­te­ren Punkt streicht das Urteil her­aus,
    dass Beru­fungs- und damit auch Blei­be­zu­sa­gen neben
    der grund­ge­setz­li­chen Gewähr­leis­tung nur inso­weit
    eigen­stän­di­ge Bedeu­tung zukommt, als sie Rech­te begrün­den,
    die über die Grund- oder Min­dest­aus­stat­tung
    5 0 O R D N U N G D E R WI S S E N S C H A F T 1 ( 2 0 2 1 ) , 4 7 — 5 2
    13 BVerwG v. 4.7.2016, 6 B 13.16, juris.
    14 BVerwG v. 17.8.2009, 6 B 9.09, juris.
    15 Sie­he dazu die Nach­wei­se in Fn. 10.
    16 VGH 20.04.2020, a.a.O., juris, Rn. 61.
    17 juris, Rn. 64.
    18 So bereits VGH v. 21.10.2008, a.a.O.
    hin­aus­ge­hen. Das hat, auch wenn vor­lie­gend nicht fall­re­le­vant,
    Kon­se­quen­zen für Fäl­le, in denen es um die Ent­zie­hung
    von Rechts­po­si­tio­nen aus Beru­fungs­zu­sa­gen
    geht. Dort kommt es für die Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der
    Ent­zie­hung einer durch eine Beru­fungs­zu­sa­ge begrün­de­ten
    Rechts­po­si­ti­on dar­auf an, ob sich der Ein­griff als
    sach­lich gebo­ten erweist und dem gesetz­ge­be­ri­schen
    Anlie­gen unter Berück­sich­ti­gung aller Umstän­de Vor­rang
    gegen­über dem Schutz des Ver­trau­ens der betrof­fe­nen
    Hoch­schul­leh­rer in den Fort­be­stand der Zusa­gen
    zukommt.13 Danach genie­ßen Beru­fungs­zu­sa­gen kei­nen
    Bestands­schutz, wenn und soweit ihre Ände­rung oder
    Auf­he­bung gebo­ten ist, um legi­ti­me gesetz­ge­be­ri­sche
    Zie­le zu ver­wirk­li­chen. In die­sem Zusam­men­hang stellt
    etwa die Ein­füh­rung neu­er Kri­te­ri­en für die Mit­tel­ver­tei­lung,
    ins­be­son­de­re deren Ori­en­tie­rung an Bedarfsund
    Leis­tungs­ge­sichts­punk­ten, ein legi­ti­mes Ziel dar.14
  4. Neu­be­schei­dungs­an­spruch aus § 48 Abs. 4 S. 3 LHG
    BaWü
    a) Im nächs­ten Schritt folgt der VGH auch der erst­in­stanz­li­chen
    Ent­schei­dung dahin­ge­hend, dass sich aus
    § 48 Abs. 4 S. 3 LHG BaWü grund­sätz­lich ein sub­jek­ti­ves
    Recht des von der Zusa­ge begüns­tig­ten Lehr­stuhl­in­ha­bers
    auf feh­ler­freie Ermes­sens­be­tä­ti­gung ergibt. Der
    Klä­ger kön­ne also bean­spru­chen, dass die Hoch­schu­le
    über die Wie­der­zu­wei­sung der in der Blei­be­ver­ein­ba­rung
    bewil­lig­ten Mit­tel ermes­sens­feh­ler­frei ent­schei­det.
    Der VGH beruft sich hier­bei – wie es schon das VG
    getan hat­te – auf diver­se ober­ge­richt­li­che Recht­spre­chung.
    15 Dem ist zuzu­stim­men, weil der in
    § 48 Abs. 4 S. 3 LHG BaWü ent­hal­te­ne Begriff der „Über­prü­fung“
    der Hoch­schu­le abver­langt, die vor fünf Jah­ren
    getrof­fe­ne Res­sour­cen­zu­tei­lung zu über­den­ken. Da, wie
    aus­ge­führt, der von der Blei­be­zu­sa­ge begüns­tig­te Hoch­schul­leh­rer
    kei­nen Anspruch auf eine dau­er­haf­te Bei­be­hal­tung
    der Res­sour­cen­zu­wei­sung hat, kann die Ver­pflich­tung
    der Hoch­schu­le, ihre dama­li­ge Ent­schei­dung
    zu prü­fen, nur bedeu­ten, dass sie über die Bei­be­hal­tung,
    den teil­wei­sen oder kom­plet­ten Ent­zug der zusätz­lich
    gewähr­ten Res­sour­cen ermes­sens­feh­ler­frei neu ent­schei­det.
    Der VGH liegt auch rich­tig, dass sich die­ser Ent­schei­dungs­pro­zess
    nicht aus­schließ­lich – wie die Hoch­schu­le
    im Ver­fah­ren argu­men­tiert hat – auf die Grund­aus­stat­tung
    bzw. auf die von der Hoch­schu­le als „lau­fen­de“
    oder „regel­mä­ßig zu zah­len­de“ Mit­tel bezieht16. Gegen
    die­se von der Hoch­schu­le ver­tre­te­ne Auf­fas­sung
    spricht schon der Wort­laut des § 48 Abs. 4 S. 3 LHG. Da
    dort (auch) Blei­be­zu­sa­gen in Bezug genom­men sind, die
    regel­mä­ßig über eine Grund­aus­stat­tung hin­aus­ge­hen,
    bleibt für die­se Auf­fas­sung kein Raum. Dass die Über­prü­fung
    von Blei­be­zu­sa­gen neben der Über­prü­fung der
    gewähr­ten Grund­aus­stat­tung im fünf­jäh­ri­gen Tur­nus
    den Hoch­schu­len zusätz­li­chen Admi­nis­tra­ti­ons­auf­wand
    beschert, ist nicht zu ver­ken­nen und bedeu­tet gera­de bei
    gro­ßen Hoch­schu­len mit meh­re­ren hun­dert Pro­fes­so­rin­nen
    und Pro­fes­so­ren eine ech­te Her­aus­for­de­rung. Allein
    dies recht­fer­tigt aber nicht, Blei­be­zu­sa­gen nach Ablauf
    von fünf Jah­ren nicht einer Über­prü­fung zu unter­zie­hen
    und über die Wie­der­zu­wei­sung der mit ihr gewähr­ten
    Res­sour­cen nicht neu zu ent­schei­den.
    b) Möch­te die Hoch­schu­le das ver­mei­den, so bleibt
    ihr die­ser Weg offen. Im Unter­schied zur erst­in­stanz­li­chen
    Ent­schei­dung des VG Frei­burg erkann­te der VGH
    näm­lich dar­auf, dass sei­tens des kla­gen­den Hoch­schul­leh­rers
    kein Anspruch auf feh­ler­freie Ermes­sens­ent­schei­dung
    bzgl. der Wie­der­zu­wei­sung der Res­sour­cen
    aus der Blei­be­zu­sa­ge besteht, weil die Hoch­schu­le die­se
    ledig­lich ein­ma­lig zuge­sagt hat­te. Über­zeu­gend argu­men­tiert
    der VGH in die­sem Zusam­men­hang mit dem
    Zweck des § 48 Abs. 4 S. 3 LHG17, der die Hoch­schu­len
    nach dem Wil­len des Gesetz­ge­bers pri­mär vor der zeit­lich
    unbe­fris­te­ten Fest­le­gung hin­sicht­lich der Ver­wen­dung
    ihrer Res­sour­cen schüt­zen und ihre uni­ver­si­tä­re
    Fle­xi­bi­li­tät stär­ken soll.18 Die­ser Zweck gestat­te die Mög­lich­keit
    der ein­ma­li­gen Leis­tungs­ge­wäh­rung. Die­ser
    Auf­fas­sung ist unein­ge­schränkt bei­zu­pflich­ten, weil sie
    einer­seits der Hoch­schu­le Pla­nungs­si­cher­heit gewährt,
    ande­rer­seits für den Begüns­tig­ten einer Blei­be­zu­sa­ge
    Trans­pa­renz schafft, mit wel­chen Res­sour­cen er zukünf­tig
    rech­nen kann. Auf Basis die­ser Trans­pa­renz kön­nen
    Hoch­schul­leh­rer, die einen exter­nen Ruf erhal­ten haben,
    sodann auch abwä­gen, ob sie die­sen anneh­men oder
    doch an ihrer Hoch­schu­le blei­ben möch­ten.
    c) Zur Ände­rung der erst­in­stanz­li­chen Ent­schei­dung
    und zur Abwei­sung der Kla­ge gelang­te der VGH des­halb,
    weil er sich mit der Blei­be­zu­sa­ge der Uni­ver­si­tät aus dem
    Wert­hei­mer · Wie­der­zu­wei­sung von Per­so­nal- und Sach­mit­teln aus einer Blei­be­zu­sa­ge 5 1
    19 Vgl. Nach­wei­se in Fn. 10.
    20 BVerwG v. 12.11.2020, 6 B 36.20.
    21 BVerwG a.a.O., Rn 5, 11 ff.
    Jahr 2009/2010 inten­si­ver als das VG befasst, ins­be­son­de­re
    deren Inhalt auf­grund von Glie­de­rung, Struk­tur
    und Wort­laut dezi­diert aus­ge­legt hat. Die­se Aus­le­gung
    erfolgt in den Urteils­grün­den höchst sorg­fäl­tig und ist
    nicht zu bean­stan­den. Soweit das Blei­be­an­ge­bot „ein­ma­li­ge“
    Sach­mit­tel in Höhe von 25.000 € über einen Zeit­raum
    von fünf Jah­ren fest­leg­te, ist die­se Aus­le­gung eben­so
    nahe­lie­gend wie bezüg­lich der für die Reno­vie­rungs­ar­bei­ten
    zur Ver­fü­gung gestell­ten 20.000 €. Dass Mit­tel
    für die Reno­vie­rung von Uni­ver­si­täts­räu­men nicht im
    Inter­vall von fünf Jah­ren wie­der­holt zur Ver­fü­gung gestellt
    wer­den, hät­te sich auch dem Klä­ger erschlie­ßen
    müs­sen. Auch der Umstand, dass die­se Res­sour­cen, auch
    die­je­ni­gen für die Erneue­rung bzw. Ergän­zung der ITAus­stat­tung,
    aus zen­tra­len Mit­teln der Uni­ver­si­tät zur
    Ver­fü­gung gestellt wor­den sind, unter­mau­ert letzt­lich
    deren ein­ma­li­ge Gewäh­rung. Wäh­rend der Groß­teil der
    über den Lan­des­haus­halt bei einer Uni­ver­si­tät eta­ti­sier­ten
    Mit­tel den Fakul­tä­ten bzw. Fach­be­rei­chen dau­er­haft
    zuge­wie­sen sind, wer­den zen­tra­le Mit­tel über­wie­gend
    dafür ein­ge­setzt, um punk­tu­ell, aber nicht dau­er­haft,
    auch ein­zel­ne For­schungs- und Lehr­kon­zep­te zu för­dern,
    wozu auch die Gewäh­rung von befris­te­ten Blei­beres­sour­cen
    gehört. Das muss nicht zwin­gend so sein,
    kann im Ein­zel­fall aber als Indiz bei der Aus­le­gung einer
    Zusa­ge eine Rol­le spie­len.
    Die „Ein­ma­lig­keit“ einer Res­sour­cen­zu­wei­sung im
    Rah­men eines Blei­be­an­ge­bots kann sich auch aus der
    For­mu­lie­rung im Ein­zel­fall erge­ben, ohne dass das Wort
    „ein­ma­lig“ ver­wen­det wird. Das ist etwa dann der Fall,
    wenn die Zusa­ge bei­spiels­wei­se die Finan­zie­rung einer
    Wis­sen­schaft­ler­stel­le „für zwei Jah­re als Anschub­fi­nan­zie­rung“
    beinhal­tet. Mit die­ser For­mu­lie­rung macht die
    Hoch­schul­lei­tung hin­rei­chend deut­lich, dass sie weder
    nach Ablauf die­ser zwei Jah­re noch­mals Ermes­sen über
    eine erneu­te Zuwei­sung aus­üben möch­te, noch nach Ablauf
    des Höchst­be­fris­tungs­zeit­raums, der in Baden-
    Würt­tem­berg gem. § 48 Abs. 4 S. 3 LHG fünf Jah­re
    beträgt.
    IV. Bewer­tung und Fazit
    Auf den ers­ten Blick scheint die Ent­schei­dung nicht sehr
    viel Neu­es zu brin­gen. Hin­sicht­lich ihrer Aus­füh­run­gen
    zu Ansprü­chen von Hoch­schul­leh­re­rin­nen und Hoch­schul­leh­rern
    auf eine bestimm­te Res­sour­cen­aus­stat­tung
    bestä­tigt sie die bis­he­ri­ge höchst- wie ober­ge­richt­li­che
    Recht­spre­chung. Auch die Zubil­li­gung eines sub­jek­ti­ven
    Rechts des von einer (Blei­be-) Zusa­ge begüns­tig­ten
    Lehr­stuhl­in­ha­bers auf feh­ler­freie Ermes­sens­be­tä­ti­gung,
    das aus § 48 Abs. 4 S. 3 LHG BaWü gefol­gert wird und
    dem Betrof­fe­nen einen Anspruch auf ermes­sens­feh­ler­freie
    Ent­schei­dung über die Wie­der­zu­wei­sung der in der
    Blei­be­ver­ein­ba­rung bewil­lig­ten Mit­tel gewährt, liegt auf
    Linie der bis­he­ri­gen Rechtsprechung.19
    Begrü­ßens­wer­te Klar­heit schafft das Urteil, dass ein
    sol­cher Anspruch dann aus­ge­schlos­sen ist, wenn es sich
    bei der Res­sour­cen­zu­wei­sung in einer Blei­be­zu­sa­ge um
    die Gewäh­rung ein­ma­li­ger Mit­tel han­delt. Hoch­schul­lei­tun­gen
    bekom­men damit ein Gestal­tungs­mit­tel in die
    Hand, das ihnen bei allem fis­ka­li­schen Druck durch die
    regel­haft unter­fi­nan­zier­ten Haus­hal­te ein Stück Sicher­heit
    garan­tiert. Die­sen Gesichts­punkt hat­te die erst­in­stanz­li­che
    VG Ent­schei­dung ver­kannt, wes­halb der VGH
    das Urteil zutref­fend geän­dert hat.
    Die erheb­li­che prak­ti­sche Bedeu­tung der Ent­schei­dung
    betrifft einen ganz ande­ren Aspekt: Hoch­schul­lei­tun­gen
    müs­sen bei der For­mu­lie­rung von Beru­fungsund
    Blei­be­zu­sa­gen höchs­te Sorg­falt wal­ten las­sen, um
    das beschrie­be­ne Gestal­tungs­mit­tel nicht zu ver­spie­len.
    Es gilt nicht nur, einer Blei­be­zu­sa­ge die Vor­be­halts­norm
    des § 48 Abs. 4 LHG BaWü bzw. ent­spre­chen­der Nor­men
    in den Hoch­schul­ge­set­zen der ande­ren Bun­des­län­der
    vor­an­zu­stel­len. Der­ar­ti­ge Zusa­gen bedür­fen auch kla­rer
    und ein­deu­ti­ger Aus­sa­gen über das Res­sour­cen­schick­sal
    nach Ablauf der Befris­tungs­zeit. Gegen­über Pro­fes­so­rin­nen
    und Pro­fes­so­ren, die vor dem Hin­ter­grund eines exter­nen
    Rufs vor der Ent­schei­dung ste­hen, die­sen anzu­neh­men
    oder abzu­leh­nen, ist eine sol­che Pra­xis nichts
    ande­res als ein Gebot der Fair­ness.
    V. Kei­ne Rechts­kraft
    Die Ent­schei­dung des VGH Baden-Würt­tem­berg ist
    nicht rech­kräf­tig gewor­den. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt
    hat das Urteil auf eine vom Klä­ger ein­ge­leg­te Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de
    mit Beschluss vom 12.11.202020
    auf­ge­ho­ben und den Rechts­streit zur ander­wei­ti­gen Ver­hand­lung
    und Ent­schei­dung an den Ver­wal­tungs­ge­richts­hof
    zurück­ver­wie­sen (§ 133 Abs. 6 VwGO).
    Den Beschlussgründen21 ist zu ent­neh­men, dass die
    Auf­he­bung des Urteils auf einer vom BVerwG ange­nom­me­nen
    Gehörsver­let­zung (§ 132 Abs. 2 Nr. 3 i.V.m.
    § 108 Abs. 2 und § 138 Nr. 3 VwGO) durch das Beru­fungs­ur­teil
    beruht, weil der VGH Baden-Würt­tem­berg
    den klä­ge­ri­schen Vor­trag zu den Begleit­um­stän­den des
    Zustan­de­kom­mens der Blei­be­ver­ein­ba­rung bei deren
    Aus­le­gung nicht in Erwä­gung gezo­gen habe.
    5 2 O R D N U N G D E R WI S S E N S C H A F T 1 ( 2 0 2 1 ) , 4 7 — 5 2
    Unab­hän­gig vom kon­kre­ten Aus­gang des Rechts­streits
    nach erneu­ter Ver­hand­lung vor dem Ver­wal­tungs­ge­richts­hof
    behält die zen­tra­le Aus­sa­ge des Beru­fungs­ur­teils
    Gül­tig­keit. Wer­den in einer Beru­fungs- oder Blei­be­zu­sa­ge
    Mit­tel ein­ma­lig gewährt, besteht nach Ablauf des
    Befris­tungs­zeit­raums kein Anspruch auf ermes­sens­feh­ler­freie
    Ent­schei­dung hin­sicht­lich der Fra­ge ihrer Wie­der­zu­wei­sung.
    Die unter IV. vor­ge­nom­me­ne Bewer­tung
    wie auch das dor­ti­ge Fazit blei­ben von der Ent­schei­dung
    des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts vom 12.11.2020 somit
    unbe­rührt.
    Frank Wert­hei­mer ist Part­ner der Kanz­lei KRAUSS LAW
    in Lahr/Schwarzwald. Zuvor war er 17 Jah­re im Uni­ver­si­täts­be­reich,
    davon über 10 Jah­re in der Hoch­schul­me­di­zin
    tätig. Zu sei­nen Bera­tungs­fel­dern gehört im
    Bereich des Arbeits­rechts auch das Hoch­schul­recht. Er
    ist Gast­mit­glied der For­schungs­stel­le für Hoch­schul­recht
    und Hoch­schul­ar­beits­recht an der Rechts­wis­sen­schaft­li­chen
    Fakul­tät der Uni­ver­si­tät Freiburg.