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I. Aus­gangs­la­ge
Mit Beschluss vom 24.4.2018 stell­te das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt (BVerfG)1 auf einen ent­spre­chen­den Vor­la­ge­be­schluss des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts (BVerwG) vom 23.6.20162 die Ver­fas­sungs­wid­rig­keit und zugleich Nich­tig­keit der bran­den­bur­gi­schen Rege­lung zur Ver­be­am­tung des Hoch­schul­kanz­lers auf Zeit fest. In die­sem Zusam­men­hang „kas­sier­te“ das BVerfG zugleich – wei­ter­ge­hend als der Vor­la­ge­be­schluss des BVerwG – eine Über­gangs­re­ge­lung im Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­setz (BbgHG), wonach der bran­den­bur­gi­sche Gesetz­ge­ber für sog. „Alt­kanz­ler“ den Hoch­schu­len eine Rück­fall­ga­ran­tie hin­sicht­lich der Über­nah­me in den Lan­des­dienst ver­an­kert hat.3 Danach soll­te Kanz­lern, die bereits am 19.12.2008 im Amt waren, nach ihrem Aus­schei­den aus dem Kanz­ler­amt ein Anspruch auf Über­nah­me in den Lan­des­dienst zuste­hen, aller­dings ledig­lich in einer ver­gleich­ba­ren – besol­dungs­recht­li­chen – Stel­lung, die sie inne­hat­ten, bevor sie aus einem Beam­ten­ver­hält­nis auf Lebens­zeit in das Amt des ver­be­am­te­ten Kanz­lers auf Zeit ein­ge­tre­ten sind. Hier­zu gehör­te im Übri­gen auch der Klä­ger des bran­den­bur­gi­schen „Kanzlerverfahrens“.4 Mit der Ent­schei­dung des BVerfG wur­de jeden­falls der zen­tra­le Mei­len­stein des klä­ge­ri­schen Begeh­rens in sei­nem Bestre­ben erreicht, beim ver­be­am­te­ten Hoch­schul­kanz­ler das Zeit­be­am­ten­ver­hält­nis einer ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen „Ver­wer­fung“ zuzu­füh­ren. Die Ent­schei­dung des BVerfG lös­te in der deut­schen Hoch­schul­land­schaft ein erheb­li­ches „Echo“ aus, stell­te sich doch die äußerst bedeut­sa­me Fra­ge, inwie­weit die zunächst auf bran­den­bur­gi­sches Hoch­schul­recht bezo­ge­nen Fest­stel­lun­gen des Gerichts auch auf Hoch­schul­recht in ande­ren Bun­des­län­dern Ein­fluss haben könn­ten. Beim Klä­ger die­ses lang­jäh­ri­gen Gerichts­ver­fah­rens han­del­te es sich um einen in einem befris­te­ten Beam­ten­ver­hält­nis ste­hen­den Kanz­ler einer bran­den­bur­gi­schen Hoch­schu­le, der in Anbe­tracht einer anste­hen­den zwei­ten Amts­zeit im Juni 2010, unter­stützt vom sei­ner­zei­ti­gen Prä­si­den­ten „sei­ner“ Hoch­schu­le, einen Antrag zur „unbe­fris­te­ten Bestel­lung“ als Kanz­ler bzw. zur Über­nah­me in ein Beam­ten­ver­hält­nis auf Lebens­zeit über die Hoch­schul­lei­tung an das zustän­di­ge Wis­sen­schafts­mi­nis­te­ri­um stellte.5 Wäh­rend die zustän­di­gen Ver­wal­tungs­ge­rich­te – was zu erwar­ten war –, das VG Cottbus6 und das OVG Ber­lin-Bran­den­bur­g7, sei­ner Rechts­auf­fas­sung zur Fra­ge der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der Aus­ge­stal­tung des Amtes des Hoch­schul­kanz­lers als Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit nicht folg­ten und dem­entspre­chend auch kei­nen Vor­la­ge­be­schluss an das BVerfG zur Klä­rung die­ser zen­tra­len, weil ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Fra­ge­stel­lung für das Haupt­sa­che­ver­fah­ren erlie­ßen, gelang es dem Klä­ger nach Zulas­sung der Revi­si­on durch das OVG Ber­lin-Bran­den­burg, das zumin­dest die grund­sätz­li­che Bedeu­tung besag­ter Fra­ge­stel­lung bejah­te, einen Vor­la­ge­be­schluss beim BVerwG zum BVerfG zu erwir­ken.
BVerwG und BVerfG folg­ten der Auf­fas­sung des Klä­gers voll­um­fäng­lich, wobei letz­te­res, wie dar­ge­stellt, bei der Fra­ge­stel­lung der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit sogar noch über die Argu­men­ta­ti­on des BVerwG hin­aus­geht, wenn es auch die beschrie­be­ne „Über­gangs­re­ge­lung“ bei „Alt­kanz­lern“ sei­nem Nich­tig­keits-Ver­dikt unter­wirft. Der Klä­ger berief sich bei sei­ner Argu­men­ta­ti­on ins­be­son­de­re auf den Beschluss des BVerfG vom 28.5.20088, wonach Beam­te in lei­ten­den Funk­tio­nen nicht in einem Zeit­be­am­ten­ver­hält­nis beschäf­tigt wer­den dür­fen, inso­weit also Füh­rungs­äm­ter im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit als ver­fas­sungs­wid­rig anzu­se­hen sind. Durch die­se Ent­schei­dung wur­de nicht zuletzt auch die lang­jäh­ri­ge fach­li­che Dis­kus­si­on um die ver­fas­sungs­recht­li­che Legi­ti­ma­ti­on von Beam­ten­ver­hält­nis­sen auf Zeit gera­de in Füh­rungs­po­si­tio­nen neu ent­facht. Spe­zi­ell für den
Lothar Knopp
Der Beschluss des BVerfG zum bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­kanz­ler und sei­ne „Kon­se­quen­zen“
1 2 BvL 10/2016 – NVwZ 2018, 1044; vgl. hier­zu aus­führl. Knopp, NVwZ 2018, 1029 ff.; auch Sand­ber­ger, DÖV 2018, 963 ff., 969 ff., jew. m.w.N.
2 Aus­set­zungs- und Vor­la­ge­be­schluss – 2 C 1/15, BVerw­GE 155, 300 = NVwZ-RR 2017, 143 Ls. = Beck­RS 2016, 54101; vgl. hier­zu Knopp, ZBR 2017, 235 ff. einer­seits und Wolff, ZBR 2017, 239 ff. ande­rer­seits, jew. m.w.N.
3 § 93 Abs. 2 BbgHG i.V.m. § 68 Abs. 4 BbgHG (2004); s. auch Knopp, NVwZ 2018, 1030 f.
4 Knopp, NVwZ 2018, 1030.
5 Zum Ver­fah­rens­ab­lauf s. eben­falls Knopp, NVwZ 2018, 1029.
6 Urt. vom 21.4.2011, 5 K 582/10, Beck­RS 2016, 54118.
7 Urt. vom 13.11.2014, 4 B 31/11; s. hier­zu auch Knopp, LKV 2015, 307 ff. m.w.N.
8 BVerfGE 121, 205 = NVwZ 2008, 873.
Ord­nung der Wis­sen­schaft 2021, ISSN 2197–9197
1 8 6 O R D N U N G D E R WI S S E N S C H A F T 3 ( 2 0 2 1 ) , 1 1 7 — 1 3 2
9 Die Kla­ge beim erst­in­stanz­lich zustän­di­gen VG Cott­bus wur­de
am 21.10.2010 ein­ge­reicht, s. auch Knopp, NVwZ 2018, 1029.
Ange­sichts der lan­gen Ver­fah­rens­dau­er ins­ge­samt stellt sich dar­über
hin­aus auch die Fra­ge nach der Ver­let­zung des „effek­ti­ven
Rechts­schutz­ge­bots“, vgl. hier­zu die Bei­trä­ge in: Knopp (Hrsg.),
Effek­ti­ves Rechts­schutz­ge­bot – deut­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­bar­keit
quo vadis?, Cott­bu­ser Schrif­ten zu Hoch­schul­po­li­tik und
Hoch­schul­recht, Bd. 5, 1. Aufl. 2019; spe­zi­ell in Bezug auf das
vor­lie­gen­de Ver­fah­ren s. Knopp, ebd., S. 57 ff., 58 ff. m.w.N.
10 VG Cott­bus, Beschl. vom 19.1.2017, VG 4 L 477/16 sowie OVG
Ber­lin-Bran­den­burg, Beschl. vom 20.2.2017, OVG 4 S 2.17; der
Antrag des Klä­gers auf einst­wei­li­gen Rechts­schutz (§ 123 VwGO)
im Zusam­men­hang mit sei­nem Ein­tritt in den gesetzl. Ruhe­stand
wur­de vom VG Cott­bus abge­wie­sen, die hier­ge­gen ein­ge­leg­te
Beschwer­de beim OVG Ber­lin-Bran­den­burg hat­te kei­nen Erfolg,
wobei die Argu­men­ta­ti­on bei­der Gerich­te nur teil­wei­se über­zeu­gen
kann.
11 Vgl. auch die Kom­men­tie­rung von Knopp, in: Knopp/Peine/Topel
(Hrsg.), Bran­den­bur­gi­sches Hoch­schul­ge­setz GWHL/StiftGEUV/
BbgHZG, Hand­kom­men­tar, 3. Aufl. 2018, § 64 BbgHG
Rnrn. 1 ff. m.w.N.
12 Vgl. BVerfGE 10, 20, 49 f.; auch BVerfGE 61, 260, 275.
13 Vgl. Knopp (o. Fn. 11), § 64 BbgHG Rn. 2.
14 Knopp (o. Fn. 11), § 64 BbgHG Rn. 5 u.a. mit Hinw. auf LT-Drs.
4/6419, S. 109.
15 Beschl. vom 26.10.2004, 1 BvR 911, 927, 928/00, BVerfGE 111,
333 = NVwZ 2005, 315 ff.; vgl. hier­zu Knopp (o. Fn. 11), § 64
BbgHG Rn. 5 sowie ders. in: Knopp/Peine/Nowacki/Schröder
(Hrsg.), Hoch­schu­len im Umbruch, Cott­bu­ser Schrif­ten zu Hoch­schul­po­li­tik
und Hoch­schul­recht, Bd. 1, 1. Aufl. 2009, S. 15 ff., 19
jew. m.w.N.
Hoch­schul­be­reich hat der Klä­ger durch „sein“ Ver­fah­ren
zur – ver­fas­sungs­recht­li­chen – Klä­rung die­ser Fra­ge bei­getra­gen,
wobei die hier­auf bezo­ge­nen Fest­stel­lun­gen
des BVerfG zunächst zwar nur bran­den­bur­gi­sches Hoch­schul­recht
betref­fen, das Gericht aber eben­falls zu ande­ren
Län­der­re­ge­lun­gen im Ver­gleich Stel­lung bezo­gen
hat, wor­auf noch ein­zu­ge­hen sein wird. Für Bran­den­burg
jeden­falls ist damit die Fra­ge, ob im Hoch­schul­be­reich
aus Grün­den der Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit das Kanz­ler­amt,
das – nicht nur – im BbgHG über­wie­gend als
Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit aus­ge­stal­tet war, als Beam­ten­ver­hält­nis
auf Lebens­zeit aus­ge­stal­tet sein müs­se,
defi­ni­tiv geklärt. Das gesam­te Ver­fah­ren bei den Ver­wal­tungs­ge­rich­ten
sowie dem BVerfG („vor­greif­li­cher“ Nor­men­kon­troll­be­schluss)
dau­er­te – zur Ver­voll­stän­di­gung
die­ser Dar­stel­lung – über 8 Jahre(!)9, flan­kiert durch ein
einst­wei­li­ges Rechts­schutz­ver­fah­ren auf Grund des dro­hen­den
gesetz­li­chen Ruhe­stands des Klä­gers nach Aus­lau­fen
sei­ner zwei­ten Amts­zeit als Hochschulkanzler.10
II. Die bran­den­bur­gi­sche Prä­si­di­al­ver­fas­sung als
„con­di­tio sine qua non“ für die Ent­schei­dung des
BVerfG

  1. Rege­lungs­me­cha­nis­mus
    Mit der Geset­zes­no­vel­le zum BbgHG 1999 wur­de in
    Bran­den­burg eine Prä­si­di­al­ver­fas­sung mit mono­kra­ti­scher
    Hoch­schul­lei­tung eta­bliert, wel­che dem Prä­si­den­ten
    bzw. der Prä­si­den­tin einer Hoch­schu­le eine „domi­nie­ren­de“,
    teil­wei­se sogar „aut­ar­ke“ Stel­lung einräumt.11
    Im Unter­schied zur Vor­gän­ger­re­ge­lung bestimmt das
    BbgHG 1999 nun­mehr die zen­tra­len Hoch­schul­or­ga­ne
    abschlie­ßend in § 64 und ver­kürzt die Vor­gän­ger­re­ge­lung
    (1991) inso­weit, als jetzt zen­tra­le Hoch­schul­or­ga­ne
    (nur noch) Prä­si­dent oder Prä­si­den­tin und der Senat
    sind. Der Senat ist danach exklu­siv für den Erlass des
    sog. „Bin­nen­rechts“ der Hoch­schu­le zustän­dig, es sei
    denn, eine ent­spre­chen­de Recht­set­zungs­zu­stän­dig­keit
    ist den Fachbereichen/Fakultäten vor­be­hal­ten. Über­wie­gend
    erfolgt besag­te Recht­set­zung über Sat­zun­gen, wozu
    ins­be­son­de­re die Grund­ord­nung als wich­tigs­te hoch­schul­ei­ge­ne
    Sat­zung (Verfassung)12 gehört, zu deren
    Erlass der Senat durch das BbgHG 1999 beru­fen ist.
    Soweit nicht höher­ran­gi­ges Recht ent­ge­gen­steht, kann in
    der Grund­ord­nung die kon­kre­te „Bin­nen­struk­tur“ der
    Hoch­schu­le (z. B. koope­ra­ti­ve und kör­per­schaft­li­che
    Rechts­stel­lung der Mit­glie­der der Hoch­schu­le, die Glie­de­rung
    der Hoch­schu­le in Fakultäten/Fachbereiche etc.)
    gere­gelt werden.13 Zum Aus­bau bzw. zur Stär­kung der
    Hoch­schul­au­to­no­mie, ins­be­son­de­re der Orga­ni­sa­ti­ons­au­to­no­mie,
    wur­de schließ­lich das BbgHG 2008 erlas­sen,
    wonach nun­mehr als ein­zi­ges zen­tra­les Hoch­schul­or­gan
    nament­lich der Präsident/die Prä­si­den­tin (künf­tig: „Prä­si­dent“)
    mit unver­än­der­ten Kom­pe­ten­zen genannt wird
    (§ 20 Abs. 1), ansons­ten die Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tur auf
    der zen­tra­len Ebe­ne frei­ge­ge­ben ist und der nähe­ren
    Aus­ge­stal­tung in der Grund­ord­nung über­las­sen bleibt.14
    Mit die­sem Rege­lungs­me­cha­nis­mus wird die Prä­si­di­al­struk­tur
    gestärkt, wobei der bran­den­bur­gi­sche Gesetz­ge­ber
    sich hier auf die – durch­aus umstrit­te­ne – Ent­schei­dung
    des BVerfG15 zur Geset­zes­no­vel­le 1999 stüt­zen
    kann, wel­che die Ein­füh­rung sog. „Manage­ment­struk­tu­ren“
    durch den Lan­des­hoch­schul­ge­setz­ge­ber 1999 –
    gemes­sen am Maß­stab der Wis­sen­schafts­frei­heit
    (Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG) – grund­sätz­lich für ver­fas­sungs­recht­lich
    zuläs­sig erklärt. Dabei hat das BVerfG dem
    bran­den­bur­gi­schen Gesetz­ge­ber aber kei­ne „ver­fas­sungs­recht­li­che
    Abso­lu­ti­on für alle Zeit“ erteilt, son­dern
    ihm expli­zit die Pflicht auf­er­legt, die mit Pro­gno­se­schwie­rig­kei­ten
    behaf­te­ten Rege­lun­gen zu beob­ach­ten
    Knopp · Der Beschluss des BVerfG zum bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­kanz­ler 1 8 7
    16 Vgl. auch Knopp, in: ders./Peine/Nowacki/Schröder (o. Fn. 15),
    S. 20.
    17 § 67 Abs. 2 Satz 1 BbgHG.
    18 Knopp, NVwZ 2018, 1029 f.
    19 Knopp, NVwZ 2018, 1030.
    20 § 67 Abs. 1 Satz 1 BbgHG, wobei das Gesetz kei­ne Rege­lung
    ent­hält, wie die Kom­pe­ten­zen von­ein­an­der abge­grenzt sind und
    wie Kon­flik­te zwi­schen Kanz­ler und Prä­si­dent im Ein­zel­fall gelöst
    wer­den sol­len, s. hier­zu auch Knopp (o. Fn. 11), § 67 BbgHG
    Rn. 14; in die­sem Sin­ne eben­falls krit. das BVerwG in sei­nem
    Aus­set­zungs- und Vor­la­ge­be­schluss (o. Fn. 2).
    21 § 67 Abs. 1 Satz 2 BbgHG.
    22 Vgl. auch BVerfG, NVwZ 2018, 1051 Rn. 68 m. Hinw. auf
    § 37 Abs. 2 Satz 2 BbgHG.
    23 § 67 Abs. 2 Satz 3 BbgHG; § 67 Abs. 2 Satz 3 Hs. 1 BbgHG i.d.F.
    vom 28.4.2014 stand auf dem Prüf­stand des BVerfG (o. Fn. 1).
    24 § 67 Abs. 2 Satz 2 BbgHG.
    25 § 67 Abs. 3 Satz 4 BbgHG.
    26 Knopp, NVwZ 2018, 1030.
    27 Vgl. auch Knopp, LKV 2015, 308.
    28 S. o. Fn. 8.
    29 BVerfG, NVwZ 2018, 1047, ins­bes. Rnrn. 47 ff.
    30 Vgl. auch Knopp, NVwZ 2018, 1030.
    und ggf. nach­zu­bes­sern, wenn sich unvor­her­ge­se­he­ne,
    ver­kann­te Fehl­ent­wick­lun­gen in der Hoch­schul­pra­xis
    zeigen.16
    Untrenn­ba­rer Bestand­teil die­ses Rege­lungs­re­gimes
    in der bran­den­bur­gi­schen Prä­si­di­al­ver­fas­sung ist gera­de
    auch der Rege­lungs­me­cha­nis­mus zur „Inthro­ni­sie­rung“
    des Kanz­lers und zur Aus­ge­stal­tung des­sen Amtes.
  2. „Bestel­lung“ des Kanz­lers und Beam­ten­ver­hält­nis auf
    Zeit
    Nach der bran­den­bur­gi­schen Rege­lung im BbgHG17
    wird die Kanz­le­rin oder der Kanz­ler (künf­tig: „Kanz­ler“)
    „exklu­siv“ vom Prä­si­den­ten „bestellt“, wobei ledig­lich in
    der Grund­ord­nung der jewei­li­gen Hoch­schu­le eine
    Betei­li­gung der Hoch­schul­gre­mi­en, z.B. des Senats etwa
    in Form einer „Anhö­rung“ zur vor­ge­se­he­nen „Bestel­lung“
    einer bestimm­ten Per­son als Kanz­ler durch den
    Prä­si­den­ten, gere­gelt wer­den kann. Gebun­den ist der
    Prä­si­dent an ein sol­ches Votum aber nicht.18 Wäh­rend
    die Stel­lung des Prä­si­den­ten durch den bran­den­bur­gi­schen
    Gesetz­ge­ber „stark“ aus­ge­stal­tet ist, ist dem­ge­gen­über
    die Stel­lung des Kanz­lers eher „schwach“, und dies
    im Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­fü­ge ins­ge­samt. Das Kanz­ler­amt
    ist strikt an das Amt des Prä­si­den­ten ange­bun­den,
    auch was die Auf­ga­ben­wahr­neh­mung durch den
    Kanz­ler anbelangt.19 So lei­tet der Kanz­ler die Ver­wal­tung
    „unter Ver­ant­wor­tung des Präsidenten“20 und ist
    zugleich zustän­dig für die Finan­zen der Hoch­schu­le als
    Beauf­trag­ter des Haus­halts (BdH).21 Sein Dienst­vor­ge­setz­ter
    ist der Präsident.22 Der hier ange­spro­che­ne
    „Bestell­me­cha­nis­mus“ ist dabei eben­falls Aus­druck der
    im BbgHG ver­an­ker­ten Prä­si­di­al­ver­fas­sung, wor­auf
    schon hin­ge­wie­sen wur­de, wonach der Prä­si­dent als
    mono­kra­ti­sches Lei­tungs­or­gan die wesent­li­chen hoch­schul­po­li­ti­schen
    Ent­schei­dun­gen „domi­niert“.
    Wird die das Amt des Kanz­lers aus­üben­de Per­son aus
    einen Beam­ten­ver­hält­nis auf Lebens­zeit bestellt, so erfolgt
    die Beru­fung in ein Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit; die
    all­ge­mei­nen beam­ten­recht­li­chen Vor­schrif­ten über die
    Lauf­bah­nen fin­den kei­ne Anwendung.23 So jeden­falls
    die Fest­le­gung im BbgHG, wel­che im Hin­blick auf das
    Zeit­be­am­ten­ver­hält­nis auf dem ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen
    Prüf­stand dem Nich­tig­keits-Ver­dikt des BVerfG unter­fal­len
    ist.
    Davon unbe­rührt geblie­ben ist die Rege­lung, wonach
    bei einer „Bestel­lung“ eines Kanz­lers aus einem Ange­stell­ten­ver­hält­nis
    her­aus die Aus­übung des Kanz­ler­am­tes
    auch nur im Ange­stell­ten­ver­hält­nis in Betracht
    kommt.24
    Die Amts­zeit des bran­den­bur­gi­schen Kanz­lers beträgt
    6 Jah­re, erneu­te Bestel­lun­gen nach einer ers­ten
    Amts­zeit sind möglich.25 Auf Grund der „Bestell­ho­heit“
    des Prä­si­den­ten ist der bran­den­bur­gi­sche Kanz­ler letzt­lich
    stets von des­sen Wohl und Wehe abhän­gig, ins­be­son­de­re
    wenn er für eine wei­te­re Amts­zeit nach sei­ner
    Erst­be­stel­lung „bestellt“ wer­den will.26 Eine unab­hän­gi­ge
    und „recht­s­treue“ Amts­füh­rung, die der Beam­ten­sta­tus
    grund­sätz­lich ver­fas­sungs­recht­lich gewähr­leis­tet, ist
    danach – gera­de in der Pra­xis – einer erheb­li­chen Gefähr­dung
    aus­ge­setzt bzw. sogar illusorisch.27
  3. „Beam­ten­ver­fas­sungs­recht“ als zen­tra­le Beur­tei­lungs­grund­la­ge
    Die kon­kre­te und ent­schei­dungs­er­heb­li­che Fra­ge­stel­lung,
    die das BVerfG vor­lie­gend – ent­spre­chend sei­nen
    Fest­stel­lun­gen in sei­ner Ent­schei­dung von 200828 – auf­wirft,
    ist, ob es für ein Zeit­be­am­ten­ver­hält­nis über­haupt
    eine sach­li­che Recht­fer­ti­gung bzw. einen Sach­grund für
    eine Befris­tungs­re­ge­lung beim Kanz­ler als sta­tus­recht­li­chem
    Amt im Beam­ten­ver­hält­nis und damit für eine
    Durch­bre­chung des beam­ten­ver­fas­sungs­recht­li­chen
    Lebens­zeit­prin­zips gibt.29 Das Gericht bekräf­tigt dabei
    in sei­nem „Kanzler“-Beschluss noch ein­mal sei­ne Aus­sa­gen
    bzw. Fest­stel­lun­gen aus vor­he­ri­ger Recht­spre­chung
    zu dem aus Art. 33 Abs. 5 GG abzu­lei­ten­den
    Lebens­zeit­prin­zip als grund­sätz­lich zu beach­ten­des
    Gebot bei Begrün­dung bzw. Aus­ge­stal­tung eines Beam­ten­ver­hält­nis­ses.
    30 Zugleich weist das Gericht aber dar­auf
    hin, dass sich bei Aus­nah­men von die­sem Gebot eine
    gene­ra­li­sie­ren­de Betrach­tungs­wei­se ver­bie­tet und jeder
    Ein­zel­fall auf Grund sei­nes kon­kre­ten Rege­lungs­me­cha­nis­mu­ses
    bzw. Rege­lungs­zu­sam­men­hangs zu beur­tei­len
    1 8 8 O R D N U N G D E R WI S S E N S C H A F T 3 ( 2 0 2 1 ) , 1 1 7 — 1 3 2
    31 BVerfG, NVwZ 2018, 1046 Rn. 39.
    32 Vgl. auch den Vor­trag von Coelln auf der Tagung des Ver­eins zur
    För­de­rung des deut­schen und inter­na­tio­na­len Wis­sen­schafts­rechts
    e.V. vom 31.1.2019; s. hier­zu Becker, Die Stel­lung der
    Kanz­le­rin­nen und Kanz­ler an Hoch­schu­len (Tagungs­be­richt)
    Zum Beschluss des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 24.4.2018,
    Az.: 2 BvL 10/16, OdW 2019, 131 ff., ins­bes. 133.
    33 Vgl. auch Knopp, NVwZ 2018, 1030.
    34 S. o. Fn. 6, 7.
    35 Knopp, NVwZ 2018, 1030.
    36 Ebd.
    37 BVerfG, NVwZ 2018, 1051 Rn. 69.
    38 BVerfG, NVwZ 2018, 1048, 1052 Rnrn. 52, 75.
    39 BVerfG, NVwZ 2018, 1053 f. Rn. 80 m.w.N.
    40 §§ 16 ff. LHG Ba-Wü und §§ 17 ff. HG NRW.
    ist.31 Das BVerfG legt danach zudem von Anfang an die
    ver­fas­sungs­recht­li­che Prüf­rich­tung fest, die sich aus­schließ­lich
    am Beam­ten­ver­fas­sungs­recht ori­en­tiert,
    wäh­rend dem­ge­gen­über Wis­sen­schafts­ver­fas­sungs­recht,
    abge­lei­tet aus Art. 5 Abs. 3 GG, trotz Her­an­zie­hung ver­schie­de­ner
    Aspek­te aus die­sem Bereich kei­ne für sei­ne
    Ent­schei­dung „zen­tra­le“ bzw. begrün­dungs­re­le­van­te
    Rol­le spielt.32
    Nach sei­nen o.g. Vor­ab­fest­le­gun­gen ste­hen im ver­fas­sungs­recht­li­chen
    Fokus der Betrach­tung daher das bran­den­bur­gi­sche
    Hoch­schul­lei­tungs­ge­fü­ge im BbgHG, ins­be­son­de­re
    die hoch­schul­po­li­ti­sche Stel­lung von Prä­si­dent
    und Kanz­ler sowie ihr Rechts­ver­hält­nis zuein­an­der.
    33 Mit die­ser The­ma­tik beschäf­tig­ten sich auch die
    Fach­ge­rich­te – Ver­wal­tungs­ge­richt und Ober­ver­wal­tungs­ge­richt
    – und kamen zu dem Ergeb­nis, dass auf
    Grund der beschrie­be­nen „domi­nan­ten“ Stel­lung des
    Prä­si­den­ten im BbgHG als Aus­druck der Prä­si­di­al­ver­fas­sung
    bzw. mono­kra­ti­schen Hoch­schul­lei­tung und der
    strik­ten Anbin­dung des Kanz­ler­am­tes an den prä­si­dia­len
    Rege­lungs­me­cha­nis­mus das Erfor­der­nis eines „beson­de­ren“
    Loya­li­täts­ver­hält­nis­ses des Kanz­lers zum Prä­si­den­ten
    bestehe mit der Fol­ge, dass hier­in eine sach­li­che
    Recht­fer­ti­gung für eine Befris­tung des Kanz­ler­am­tes
    beim ver­be­am­te­ten Kanz­ler und damit eine ver­fas­sungs­recht­lich
    legi­ti­me Durch­bre­chung des Lebens­zeit­prin­zips
    zu sehen sei.34 Eine Kon­struk­ti­on mit einem etwas
    „bit­te­ren, poli­tisch ange­hauch­ten Bei­geschmack“, die
    weder durch die Geset­zes­be­grün­dung noch durch den
    kon­kre­ten Rege­lungs­zu­sam­men­hang im BbgHG gedeckt
    ist, wie das BVerfG zu Recht feststellt.35 Das
    BVerfG dreht daher viel­mehr „den Spieß um“ und
    nimmt die gesetz­ge­be­ri­sche Inten­ti­on eines „star­ken“
    Prä­si­den­ten, unter des­sen Ver­ant­wor­tung der Kanz­ler
    sei­ne Lei­tungs­auf­ga­ben, in enger Wei­sungs­ab­hän­gig­keit
    aber vom Prä­si­den­ten, wahr­nimmt, viel­mehr zum Anlass,
    gera­de auf Grund die­ses Rege­lungs­zu­sam­men­hangs
    einen sach­li­chen Grund für die Durch­bre­chung des Lebens­zeit­prin­zips
    zu verneinen.36 Das BVerfG weist des
    Wei­te­ren dar­auf hin, dass das bran­den­bur­gi­sche Kanz­ler­amt
    nicht als hoch­schul­po­li­ti­sches Amt aus­ge­stal­tet
    ist und es im Hin­blick auf die Auf­ga­be des ver­be­am­te­ten
    Kanz­lers, eine sta­bi­le und geset­zes­treue Ver­wal­tung zu
    sichern, nicht hin­ge­nom­men wer­den kön­ne, auf Grund
    der vom Gesetz­ge­ber gere­gel­ten Abhän­gig­keit des Kanz­lers
    vom Prä­si­den­ten die Stel­lung des Kanz­lers durch
    eine Reduk­ti­on sei­nes Sta­tus auf die­je­ni­ge eines Beam­ten
    auf Zeit zu schwächen.37 In sei­nen Aus­füh­run­gen betont
    das BVerfG damit immer wie­der, dass es sich beim Kanz­ler­amt
    um ein Sta­tus­amt han­delt, des­sen Unent­zieh­bar­keit
    durch Art. 33 Abs. 5 GG geschützt wird, was von
    Ver­wal­tungs­ge­richt und Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in ihren
    jewei­li­gen Ent­schei­dun­gen eben­falls ver­kannt wor­den
    ist. Denn, so das BVerfG, der mit dem Lebens­zeit­prin­zip
    gewähr­leis­te­ten Unent­zieh­bar­keit des sta­tus­recht­li­chen
    Amtes kom­me grund­le­gen­de Bedeu­tung zu,
    weil sie den Beam­ten gera­de bei der Aus­übung des über­tra­ge­nen
    Amtes die im Inter­es­se ihrer Bin­dung an Gesetz
    und Recht erfor­der­li­che Unab­hän­gig­keit sichere.38
    III. „Wahl­amt“ kon­tra „Bestell­me­cha­nis­mus“ –
    zugleich „Kol­le­gi­al­prin­zip“ vs. „mono­kra­ti­sche
    Hoch­schul­lei­tung“
    Das BVerfG beschränkt sich in der Bran­den­bur­ger Kanz­ler­ent­schei­dung
    nicht nur auf die Fest­stel­lun­gen zur Ver­fas­sungs­wid­rig­keit
    des Zeit­be­am­ten­ver­hält­nis­ses im
    BbgHG, son­dern zieht zugleich Par­al­le­len zu nach sei­ner
    Auf­fas­sung ver­fas­sungs­ge­mä­ßen Rege­lun­gen in Bun­des­län­dern,
    in denen im jewei­li­gen Hoch­schul­recht das
    Kanz­ler­amt als „Wahl­amt“ aus­ge­stal­tet ist.39 Bei­spiel­haft
    zieht hier das Gericht die Rege­lun­gen in Baden-Würt­tem­berg,
    aber auch Nord­rhein-West­fa­len heran.40 In
    die­sem Zusam­men­hang weist das BVerfG dar­auf hin,
    dass im Unter­schied zu Bran­den­burg etwa in Baden-
    Würt­tem­berg ein kol­le­gia­les Rek­to­rat zur Lei­tung der
    Hoch­schu­le bestimmt sei, dem der Kanz­ler als grund­sätz­lich
    gleich­be­rech­tig­tes Mit­glied ange­hö­re. Durch
    die­ses Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­ons­mo­dell, das eine Rück­kopp­lung
    des Kanz­lers an den Wil­len des Wahl­or­gans
    der Hoch­schu­le erfor­de­re, sei auch eine hoch­schul­po­li­ti­sche
    Auf­wer­tung der Ver­ant­wort­lich­keit des Kanz­lers
    erfolgt. Gera­de aus der ver­ant­wort­li­chen und grund­sätz­lich
    wis­sen­schafts­re­le­van­ten Ein­bin­dung des baden­würt­tem­ber­gi­schen
    Kanz­lers bzw. haupt­amt­li­chen Rek­to­rats­mit­glieds
    für den Bereich Wirt­schafts- und Per­so­nal­ver­wal­tung
    in die Lei­tungs­ebe­ne der Hoch­schu­le
    fol­ge die Not­wen­dig­keit von Wahl und Abwahl durch die
    Knopp · Der Beschluss des BVerfG zum bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­kanz­ler 1 8 9
    41 BVerfG, NVwZ 2018, 1053 f. Rn. 80 m.w.N.
    42 BVerwG, 2 C 58/17.
    43 BVerfG, NVwZ 2018, 1052 Rn. 74 sowie unten IV.
    44 Gesetz zur Ände­rung des Hoch­schul­ge­set­zes des Lan­des Sach­sen-
    Anhalt und ande­rer Vor­schrif­ten vom 2.7.2020, GVBl. vom
    07.07.2020, S. 344 sowie unten IV.
    45 § 85 Abs. 6 S. 1 SächsHSFG („Anhö­rung“); § 71 Abs. 2 Satz 1
    HSG LSA a.F. ( „Vor­schlag“).
    46 DÖV 2018, 970.
    47 BVerfGE 136, 338, 365.
    48 § 37 Abs. 4 Satz 1 NHG; vgl. Becker, in: Epping (Hrsg.), Nie­der­säch­si­sches
    Hoch­schul­ge­setz, Hand­kom­men­tar, 1. Aufl. 2016, § 37
    Rnrn. 105 ff. m.w.N.
    49 § 37 Abs. 4 Satz 7 unter Ver­wei­sung auf § 9 LHO; vgl. Becker,
    ebd., § 37 Rnrn. 108 f. m.w.N. u.a. auch mit Hin­weis auf das
    Veto­recht des BdH bei haus­hal­te­ri­schen Ent­schei­dun­gen.
    50 Becker, ebd., § 37 Rn. 105. m.w.N.
    51 § 39 Abs. 1 Satz 1 NHG i.V.m. § 38 Abs. 2 NHG (sowie Abs. 4
    bis 8).
    52 Vgl. im Ein­zel­nen § 25 Abs. 2 HSG S‑H.
    53 § 41 Abs. 2 Satz 2 Hess­sHG.
    54 § 32 Abs. 2 ThürHG.
    55 § 71 Abs. 2 Satz 1 HSG LSA a.F.
    56 Vgl. (neu­es) Hoch­schul­ge­setz vom 23.9.2020, GVBl. vom
    6.10.2020.
    57 § 83 Abs. 2 Satz 1, 2 Hoch­SchG RLP a.F.
    58 § 83 Abs. 1 Satz 1 Hoch­SchG RLP a.F.
    reprä­sen­ta­ti­ven Wahl­or­ga­ne. Der im Lan­des­hoch­schul­ge­setz
    Baden-Würt­tem­berg gere­gel­te Wahl­akt habe in
    die­ser Aus­ge­stal­tung daher nicht nur for­ma­le Qua­li­tät,
    bezo­gen auf die Beru­fung ins Kanz­ler­amt, son­dern gera­de
    einen mate­ri­ell-recht­li­chen Gehalt, ver­gleich­bar mit
    einem poli­ti­schen Wahl­amt, z.B. in Nord­rhein-West­fa­len.
    41 Das BVerfG erach­tet also die baden-würt­tem­ber­gi­sche
    Befris­tungs­re­ge­lung beim ver­be­am­te­ten Hoch­schul­kanz­ler
    auf Grund des kon­kre­ten Rege­lungs­ge­fü­ges
    von Wahl/Abwahl und Stel­lung des Kanz­lers in der
    Hoch­schul­lei­tung als offen­sicht­lich ver­fas­sungs­ge­mäß,
    wes­halb im sog. baden-würt­tem­ber­gi­schen Kanz­ler­ver­fah­ren
    der Klä­ger, wel­cher das glei­che Begeh­ren wie der
    bran­den­bur­gi­sche Kanz­ler bei Gericht ver­folg­te und bis
    zur Revi­si­ons­in­stanz beim BVerwG „gelang­te“, letzt­lich
    die dor­ti­ge Revi­si­on nach Erlass des Beschlus­ses des
    BVerfG zur bran­den­bur­gi­schen Rege­lung zurück­neh­men
    musste.42 Der hier vom BVerfG ange­leg­te Maß­stab
    zur Beja­hung der Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit eines Zeit­be­am­ten­ver­hält­nis­ses
    beim Hoch­schul­kanz­ler gilt dage­gen
    „erst recht“ für den Rege­lungs­me­cha­nis­mus in Meck­len­burg-
    Vor­pom­mern, wonach in eine kol­le­gia­le(!) Rek­to­rats­ver­fas­sung
    sogar eine Lebens­zeit­ver­be­am­tung ein­ge­bet­tet
    ist, hier­zu später.43 Dage­gen wird in Sach­sen und –
    vor der Novellierung44 – eben­falls in Sach­sen-Anhal­t45
    der Senat nur im Wege der Anhö­rung oder eines Vor­schlags
    am Bestel­lakt betei­ligt, es fehlt damit schon an
    der vom BVerfG gefor­der­ten Legi­ti­ma­ti­on des Wahl­akts
    durch reprä­sen­ta­ti­ve Hoch­schul­gre­mi­en, in der Regel
    durch den Senat, wes­halb auch die vom BVerfG gefor­der­te
    Rück­kopp­lung an den Wil­len die­ses Wahl­or­gans
    nicht mög­lich ist. In die­sem Zusam­men­hang ver­weist
    etwa auch Sandberger46 zu Recht auf die bereits vom
    BVerfG in einer Ent­schei­dung zur Medi­zi­ni­schen Hoch­schu­le
    Han­no­ver (MHH)47 auf­ge­stell­ten Anfor­de­run­gen
    an Wahl und Abwahl durch den Hoch­schul­se­nat als
    Legi­ti­ma­ti­ons­grund­la­ge für eine plu­ra­lis­ti­sche Ent­schei­dungs­fin­dung
    bei Lei­tungs­or­ga­nen inner­halb der Hoch­schu­le.
    In Nie­der­sach­sen besteht eine kol­le­gia­le Prä­si­di­al­ver­fas­sung;
    dem dor­ti­gen Prä­si­di­um gehört auch ein
    haupt­amt­li­cher Vize­prä­si­dent für die Per­so­nal- und
    Finanzverwaltung48, zugleich BdH49, an, wel­cher somit
    die Auf­ga­ben eines Kanz­lers wahr­nimmt, des­sen Amt
    durch die nie­der­säch­si­sche Hoch­schul­ge­set­zes­re­form
    abge­schafft und durch einen haupt­amt­li­chen Vize­prä­si­den­ten
    ersetzt wur­de. 50 Der haupt­amt­li­che Vize­prä­si­dent
    wird auf Vor­schlag des Senats (Wahl) vom zustän­di­gen
    Fach­mi­nis­te­ri­um ernannt und bestellt, wobei auf
    die Anwen­dung der ent­spre­chen­den Rege­lun­gen beim
    Prä­si­den­ten ver­wie­sen wird.51 Gegen die­sen Rege­lungs­me­cha­nis­mus
    bestehen kei­ne ver­fas­sungs­recht­li­chen
    Beden­ken. In Schles­wig-Hol­stein, als wei­te­rem Bei­spiel
    einer kol­le­gia­len Prä­si­di­al­ver­fas­sung, wird der Kanz­ler
    vom Senat gewählt, der Prä­si­dent hat aber inso­weit hin­sicht­lich
    ein­zel­ner Kan­di­da­ten ein Ablehnungsrecht.52
    In Hes­sen wird der Kanz­ler im Beneh­men mit dem Senat
    auf Vor­schlag des Prä­si­den­ten berufen53 und in Thü­rin­gen
    wird der Kanz­ler von der Hoch­schul­ver­samm­lung
    gewählt, wobei der Wahl­vor­schlag der Fin­dungs­kom­mis­si­on
    im Ein­ver­neh­men mit dem Prä­si­den­ten zu erfol­gen
    hat.54 Ledig­lich in Sach­sen-Anhalt hat­te der Prä­si­dent
    nach der alten Rechts­la­ge kei­ne Ein­fluss­mög­lich­keit;
    dort wur­de der Kanz­ler auf Vor­schlag des Senats
    vom zustän­di­gen Wis­sen­schafts­mi­nis­te­ri­um bestellt.55
    Dage­gen begeg­nen Kanz­ler­re­ge­lun­gen in ande­ren
    mono­kra­ti­schen Prä­si­di­al­ver­fas­sun­gen erheb­li­chen ver­fas­sungs­recht­li­che
    Beden­ken, wobei – was noch dar­zu­stel­len
    sein wird – Rhein­land-Pfalz inzwi­schen auf den
    Bran­den­bur­ger Beschluss des BVerfG reagiert hat.56 Vor
    besag­ter – noch zu erläu­tern­der – Novel­lie­rung wur­de
    der Kanz­ler von der Prä­si­den­tin oder dem Prä­si­den­ten
    im Ein­ver­neh­men mit dem fach­lich zustän­di­gen Minis­te­ri­um
    bestellt, wobei ledig­lich der Hoch­schul­rat dazu
    „Vor­schlä­ge“ ein­brin­gen konnte.57 Als BdH erle­dig­te der
    Kanz­ler zudem die Rechts- und Ver­wal­tungs­an­ge­le­gen­hei­ten
    „nach den Richt­li­ni­en und im Auf­trag der Prä­si­den­tin
    oder des Präsidenten“.58 Der rhein­land-pfäl­zi­sche
    Kanz­ler wur­de für die Dau­er für 8 Jah­ren in ein Beam1
    9 0 O R D N U N G D E R WI S S E N S C H A F T 3 ( 2 0 2 1 ) , 1 1 7 — 1 3 2
    59 § 83 Abs. 3 Satz 1, 4 Hoch­SchG RLP a.F.
    60 Vgl. im Ein­zel­nen § 58 BerlHG.
    61 § 58 Abs. 1 Satz 2 bis 4 BerlHG.
    62 § 58 Abs. 3 und Abs. 4 S. 1 BerlHG.
    63 § 52 Abs. 1 BerlHG.
    64 S. o. Fn. 47.
    65 BVerfG, NVwZ 2018, 1052 Rn. 74.
    66 § 87 Abs. 2 Satz 3 LHG M‑V.
    67 § 87 Abs. 2 Satz 2 LHG M‑V.
    68 Art. 23 Abs. 2 Satz 3 BayHSchG.
    69 BVerfG, NVwZ 2018, 1054 Rn. 81.
    70 Vgl. auch Knopp, NVwZ 2018, 1031.
    ten­ver­hält­nis auf Zeit beru­fen, wobei im Fal­le einer erneu­ten
    Beru­fung sie oder er in ein Beam­ten­ver­hält­nis
    auf Lebens­zeit beru­fen wurde.59 Ähn­lich wie in Bran­den­burg
    hat­te auch hier der Kanz­ler eine im Ver­gleich
    zum Prä­si­den­ten eher „schwa­che“ Stel­lung ohne hoch­schul­po­li­ti­schen
    Ein­fluss. Ein wei­te­rer ver­fas­sungs­recht­li­cher
    „Pro­blem­fall“ i.S.d. Dik­ti­on des BVerfG ist die
    Ber­li­ner Kanzlerregelung.60 Der dor­ti­ge Kanz­ler wird
    auf Vor­schlag des Kura­to­ri­ums, an den Hoch­schu­len
    ohne Kura­to­ri­um auf Vor­schlag der Per­so­nal­kom­mis­si­on,
    vom Senat von Ber­lin bestellt. Er oder sie führt die
    Geschäf­te der lau­fen­den Ver­wal­tung und ist dabei an die
    Richt­li­ni­en des Lei­ters oder der Lei­te­rin der Hoch­schu­le
    gebun­den; zugleich ist er/sie BdH.61 Er oder sie ist Beam­ter
    oder Beam­tin auf Zeit, wobei die Amts­zeit 10 Jah­re
    beträgt. Alter­na­tiv ist die Begrün­dung eines öffent­lich-
    recht­li­chen Auf­trags­ver­hält­nis­ses vor­ge­se­hen, aller­dings
    nur für die Dau­er von 5 Jahren.62 Die Lei­tung der
    Ber­li­ner Hoch­schu­len liegt dabei aus­schließ­lich in den
    Hän­den der Prä­si­den­tin oder des Präsidenten63, denen
    somit, ins­be­son­de­re im Ver­hält­nis zum Kanz­ler, eben­falls
    eine „domi­nie­ren­de“ Stel­lung bzw. Funk­ti­on
    zukommt.
    Aber auch dort, wo eine kol­le­gia­le Rek­to­rats- bzw.
    Prä­si­di­al­ver­fas­sung vor­ge­se­hen ist und der Kanz­ler
    durch Wahl­akt in sein Amt gelangt, ist danach zu unter­schei­den,
    ob der Wahl­akt selbst nicht ledig­lich „for­ma­len“
    Cha­rak­ter hat, oder ob er tat­säch­lich geeig­net ist, gera­de
    auch auf Grund einer eigen­stän­di­gen Stel­lung des
    Kanz­lers im kon­kre­ten Hoch­schul­lei­tun­ge­fü­ge, eine
    hoch­schul­po­li­ti­sche Auf­wer­tung des Kanz­ler­am­tes her­bei­zu­füh­ren,
    ver­gleich­bar mit einem poli­ti­schen Beam­ten,
    der sich im Hin­blick auf sei­ne Gestal­tungs- und Ent­schei­dungs­be­fug­nis
    stets der Rück­kopp­lung an den Wil­len
    des Wahl­or­gans unter­wirft. Unter Berück­sich­ti­gung
    der in der MHH-Ent­schei­dung des BVerfG64 auf­ge­stell­ten
    Grund­sät­ze zu den ele­men­ta­ren Mit­wir­kungs­rech­ten
    des Senats einer Hoch­schu­le stellt sich des­halb bei eini­gen
    Bun­des­län­dern im Hin­blick auf den Wahl­akt selbst
    die Fra­ge nach einer aus­rei­chen­den Legi­ti­ma­ti­on bezüg­lich
    der Kanz­ler­wahl, die damit gera­de auch beam­ten­ver­fas­sungs­recht­li­che
    Rele­vanz hat, wie das BVerfG
    ver­deut­licht.
    IV. Rechts­po­li­ti­sche Schluss­fol­ge­run­gen und „Kon­se­quen­zen“
    Spe­zi­ell zu einem ver­fas­sungs­ge­mä­ßen Rege­lungs­me­cha­nis­mus
    in Bran­den­burg hat das BVerfG auch Stel­lung
    genom­men bzw. in sei­nem Beschluss Hin­wei­se gege­ben,
    wie die ver­fas­sungs­wid­ri­ge und unwirk­sa­me Nor­mie­rung
    ersetzt wer­den könn­te. Danach könn­te der Gesetz­ge­ber
    – ohne die kon­kre­te Prä­si­di­al­ver­fas­sung als sol­che
    anzu­tas­ten – ent­spre­chend den Vor­bil­dern in Bay­ern
    und Meck­len­burg-Vor­pom­mern ein Lebens­zeit­be­am­ten­ver­hält­nis
    mit vor­ge­schal­te­ter Pro­be­zeit für das Kanz­ler­amt
    vorsehen.65 Nach der ent­spre­chen­den Rege­lung
    in Meck­len­burg-Vor­pom­mern ist bei einem schon bestehen­den
    Lebens­zeit­be­am­ten­ver­hält­nis, aus dem her­aus
    der Kanz­ler bestellt wird, die Eig­nung für das Kanz­ler­amt
    2 Jah­re lang zu erproben.66 Ansons­ten wird mit der
    Kanz­le­rin oder dem Kanz­ler bei Vor­lie­gen der lauf­bahn­recht­li­chen
    Vor­aus­set­zun­gen ein Beam­ten­ver­hält­nis auf
    Lebens­zeit begründet.67 Nach der baye­ri­schen Rege­lung
    erfolgt die Ernen­nung des Kanz­lers im Beam­ten­ver­hält­nis
    auf Pro­be, wonach die Pro­be­zeit in der Regel eben­falls
    2 Jah­re beträgt.68
    Ein rei­ner „Wahl­me­cha­nis­mus“ kommt in Bran­den­burg
    dage­gen – so das BVerfG – nicht in Betracht, da
    die­ser beim Belas­sen der bis­he­ri­gen Rechts­la­ge ins­be­son­de­re
    zur domi­nie­ren­den Stel­lung des Prä­si­den­ten ledig­lich
    for­ma­len Cha­rak­ter hätte.69 Die Ein­fü­gung eines
    ver­fas­sungs­ge­mä­ßen Wahl­me­cha­nis­mu­ses – etwa ana­log
    Baden-Würt­tem­berg – wür­de bedin­gen, dass die gegen­wär­ti­ge
    Struk­tur der mono­kra­ti­schen Hoch­schul­lei­tung
    durch­bro­chen bzw. sogar kom­plett umge­stellt wer­den
    müss­te, um den Kanz­ler als gleich­wer­ti­ges Mit­glied
    in einem Hoch­schul­lei­tungs­or­gan zu inte­grie­ren und somit
    hoch­schul­po­li­tisch aufzuwerten.70
    Denk­bar wäre selbst­ver­ständ­lich auch, das Kanz­ler­amt
    künf­tig aus­schließ­lich als befris­te­tes Amt im Anstel­lungs­ver­hält­nis
    (öffent­lich-recht­li­ches Dienst­ver­hält­nis)
    Knopp · Der Beschluss des BVerfG zum bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­kanz­ler 1 9 1
    71 § 67 Abs. 2 Satz 2 BbgHG.
    72 Vgl. auch Becker (o. Fn. 32), Tagungs­be­richt.
    73 S. o. Fn. 56.
    74 S. o. Fn. 44.
    75 Vgl. LT-Drs. 17/11430, S. 223, 229 (Rhein­land-Pfalz) sowie LTDrs.
    7/4918, ins­bes. S 90 f. (Sach­sen-Anhalt).
    76 § 79 Abs. 1 Hoch­SchG RLP.
    77 § 83 Abs. 1 Satz 2 Hoch­SchG RLP.
    78 § 83 Abs. 1 Satz 1 Hoch­SchG RLP sowie LT-Drs. 17/11430, S. 229.
    aus­zu­ge­stal­ten, eine Vari­an­te, die das BbgHG in der aktu­el­len
    Fas­sung neben dem Kanz­ler­amt im Beam­ten­ver­hält­nis
    auf Zeit bereits vorsieht71, wozu sich das BVerfG
    aber nicht geäu­ßert hat und auch nicht äußern muss­te.
    Ob die­se Aus­ge­stal­tung für poten­zi­el­le Bewer­be­rin­nen
    und Bewer­ber auf ein sol­ches Amt, ins­be­son­de­re in Bezug
    auf hier­für qua­li­fi­zier­te Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten,
    aller­dings dann noch eine aus­rei­chen­de Anreiz­funk­ti­on
    beinhal­ten wür­de, ist äußerst frag­lich. Soweit
    ande­re Bun­des­län­der nach wie vor das Kanz­ler­amt als
    Beam­ten­ver­hält­nis aus­ge­stal­tet haben, wäre auch die
    Wett­be­werbs­fä­hig­keit der Hoch­schu­len in Bran­den­burg
    erheb­lich gemin­dert.
    Eine „Repa­ra­tur­no­vel­le“ zur Kanz­ler­the­ma­tik hat der
    bran­den­bur­gi­sche Gesetz­ge­ber bis­her jeden­falls nicht
    erlas­sen, dies soll jetzt offen­sicht­lich im Rah­men einer
    anste­hen­den Hoch­schul­ge­set­zes­no­vel­le „nach­ge­holt“
    wer­den. Bis­lang betrof­fen von einer „feh­len­den“ ver­fas­sungs­ge­mä­ßen
    Ver­be­am­tungs­re­ge­lung beim Kanz­ler
    sind wohl aktu­ell nur zwei Fäl­le. Auf Grund nach wie vor
    gel­ten­der bzw. recht­lich wirk­sa­mer Rege­lun­gen zum Ange­stell­ten­ver­hält­nis
    ist eine Kanz­ler­be­stel­lung in einem
    sol­chen Dienst­ver­hält­nis nach ent­spre­chen­der vor­he­ri­ger
    öffent­li­cher Aus­schrei­bung erfolgt, ein wei­te­rer
    Kanz­ler befand sich bereits in einem Beam­ten­ver­hält­nis
    auf Lebens­zeit und wur­de aus die­sem her­aus – beam­ten­recht­lich
    zutref­fend – als Kanz­ler eben­falls in ein Beam­ten­ver­hält­nis
    auf Lebens­zeit bestellt.
    Im Hin­blick auf die anste­hen­de Geset­zes­no­vel­lie­rung
    in Bran­den­burg ist zunächst nicht davon aus­zu­ge­hen,
    dass der bran­den­bur­gi­sche Gesetz­ge­ber sei­ne gegen­wär­ti­ge
    Prä­si­di­al­ver­fas­sungs­struk­tur umstel­len wird mit
    dem Ziel der Schaf­fung einer vom Kol­le­gi­al­prin­zip gepräg­ten
    Lei­tungs­struk­tur, inner­halb derer der Kanz­ler
    nach einem vor­he­ri­gen „Wahl­akt“ ein gleich­wer­ti­ges
    Mit­glied der Hoch­schul­lei­tung wird bzw. ist. Es ist bei
    Bei­be­hal­tung des bekann­ten „Bestell­me­cha­nis­mus“ dem
    bran­den­bur­gi­schen Gesetz­ge­ber aber drin­gend anzu­ra­ten,
    nicht zu ver­su­chen das „Rege­lungs­rad“ neu zu erfin­den,
    um es ein­mal etwas salopp zu for­mu­lie­ren, son­dern
    auf „ver­fas­sungs­ge­mä­ße bewähr­te“ Rege­lungs­me­cha­nis­men
    ent­spre­chend den Hin­wei­sen des BVerfG zurück­zu­grei­fen,
    um die jetzt noch bestehen­de „Ver­be­am­tungs­lü­cke“
    rechts­si­cher zu schlie­ßen. Bei einer Ver­be­am­tung
    auf Lebens­zeit nach aus­rei­chend lan­ger Erpro­bung der
    Eig­nung, wie z.B. in Bay­ern oder Meck­len­burg-Vor­pom­mern,
    wür­de sich zugleich auch das Risi­ko erheb­lich ver­min­dern,
    einen auf Lebens­zeit ver­be­am­te­ten Kanz­ler
    mit durch­aus für die Hoch­schu­len bedeut­sa­men Auf­ga­ben
    und Funk­tio­nen zu bestel­len, der die­sen Anfor­de­run­gen
    aber nicht gewach­sen ist und den eine Lebens­zeit­ver­be­am­tung
    ohne vor­he­ri­ge, dem Amt ange­mes­se­ne
    aus­rei­chen­de Pro­be­zeit vor einem „Raus­wurf“
    schützt.
    Obwohl der „Kanz­ler­be­schluss“ des BVerfG pri­mär
    nur für Bran­den­burg gilt, hat er auf die ande­ren Bun­des­län­der
    inso­weit durch­aus eine deut­li­che „Signal­wir­kung“
    ent­fal­tet, wie nicht zuletzt die Reak­tio­nen aus den
    Bun­des­län­dern gezeigt haben.72 In die­sem Zusam­men­hang
    sehen sich etwa Baden-Würt­tem­berg, Nord­rhein-
    West­fa­len, Meck­len­burg-Vor­pom­mern und Bay­ern, wel­che
    expli­zit vom BVerfG für ver­fas­sungs­ge­mä­ße Rege­lungs­me­cha­nis­men
    beim Kanz­ler­amt im Beam­ten­ver­hält­nis
    auf­ge­führt wer­den, in ihrer Nor­mie­rung bestä­tigt.
    Ande­re Bun­des­län­der, wel­che dem Maß­stab des BVerfG
    nicht „genü­gen“, haben zum Teil bereits Geset­zes­no­vel­lie­run­gen
    auf den Weg gebracht, so Rhein­land-Pfal­z73
    und auch Sach­sen-Anhal­t74, wobei in den jewei­li­gen Geset­zes­be­grün­dun­gen
    als Anlass für die Neu­fas­sung auch
    Bezug auf den Beschluss des BVerfG genom­men wird.75
    Der rhein­land-pfäl­zi­sche Gesetz­ge­ber hat hier­bei
    eine grund­le­gen­de bzw. tief­grei­fen­de Novel­lie­rung des
    bis­he­ri­gen Rege­lungs­me­cha­nis­mus zum Hoch­schul­leit­tungs­ge­fü­ge
    und damit zur Stel­lung von Prä­si­dent und
    Kanz­ler vor­ge­nom­men. Inso­weit kommt es dort zu einem
    „Sys­tem­wech­sel“, wenn jetzt als Hoch­schul­lei­tungs­or­gan
    ein Prä­si­di­um (neu) eta­bliert wird und so eine
    Umstel­lung auf eine „kol­le­gia­le“ Prä­si­di­al­ver­fas­sung erfolgt.
    Die­sem Prä­si­di­um gehört neben dem Prä­si­den­ten
    (Vor­sit­zen­der) und den Vize­prä­si­den­ten auch der Kanz­ler
    als gleich­be­rech­tig­tes Mit­glied an76, wonach ent­spre­chend
    den Aus­füh­run­gen des BVerfG das Kanz­ler­amt
    eine hoch­schul­po­li­ti­sche Auf­wer­tung erfährt, der Kanz­ler
    also nicht mehr wie nach der vor­he­ri­gen Rege­lung
    nach den Richt­li­ni­en und im Auf­trag des Prä­si­den­ten
    Rechts- und Ver­wal­tungs­an­ge­le­gen­hei­ten erle­digt; der
    Kanz­ler ver­tritt viel­mehr den Prä­si­dent kraft Geset­zes in
    besag­ten Angelegenheiten.77 Die bis­he­ri­gen Funk­tio­nen
    des Kanz­lers blei­ben dabei in der Neu­re­ge­lung erhal­ten,
    so die Lei­tung der Ver­wal­tung und sei­ne Tätig­keit als
    BdH, ver­bun­den mit einem haus­halts­recht­li­chen Wider­spruchs­recht.
    78 Aus­ge­hend von die­sem neu­en Rege1
    9 2 O R D N U N G D E R WI S S E N S C H A F T 3 ( 2 0 2 1 ) , 1 1 7 — 1 3 2
    79 § 83 Abs. 3 Hoch­SchG RLP.
    80 § 83 Abs. 4 Hoch­SchG RLP.
    81 Vgl. auch LT-Drs. 17/11430, S. 230 f.
    82 LT-Drs. 17/11430, S. 231.
    83 S. o. Fn. 41.
    84 S. o. Fn. 44.
    85 § 71 Abs. 2 HSG LSA.
    86 LT-Drs. 7/4918, S. 90.
    87 Vgl. § 9 LHO i. V. m. VV-LHO zu § 9 Ziff. 5.4.; vgl. auch Becker
    (o. Fn. 49).
    88 § 68 Abs. 1 Nr. 3 HSG LSA.
    89 Der Senat von Ber­lin, RBm-Skzl-VA — An das Abge­ord­ne­ten­haus
    von Ber­lin, Vor­la­ge — zur Beschluss­fas­sung — Gesetz zur Stär­kung
    der Ber­li­ner Wis­sen­schaft, Stand: 3.2.2021 (zitiert als Ent­wurf
    „E“).
    90 § 58 Abs. 1 E i.V.m. § 52 E.
    91 § 58 Abs. 3 E.
    lungs­me­cha­nis­mus ist es auch nur kon­se­quent, wenn der
    rhein­land-pfäl­zi­sche Gesetz­ge­ber das Kanz­ler­amt jetzt
    als Zeit­be­am­ten­ver­hält­nis aus­ge­stal­tet hat, in das der
    Kanz­ler durch einen Wahl­akt gelangt, indem er nach erfolg­rei­cher
    Wahl vom zustän­di­gen Minis­te­ri­um – im
    Unter­schied zur bis­he­ri­gen Rege­lung – in ein sol­ches
    Zeit­be­am­ten­ver­hält­nis beru­fen wird, das in der Regel 6
    Jah­re beträgt, wobei die Grund­ord­nung der Hoch­schu­le
    bis zu 8 Jah­ren vor­se­hen kann.79 Nach öffent­li­cher Aus­schrei­bung
    prüft der Hoch­schul­rat die Bewer­bun­gen
    und macht dem Senat im Ein­ver­neh­men mit dem fach­lich
    zustän­di­gen Minis­te­ri­um und im Beneh­men mit
    dem Prä­si­den­ten einen Vor­schlag, der bis zu drei Per­so­nen
    erfas­sen soll, wobei er auch Per­so­nen vor­schla­gen
    kann, die sich nicht bewor­ben haben. Die Wahl erfolgt
    aus dem vor­ge­schla­ge­nen Per­so­nen­kreis, eine Wie­der­wahl
    ist zulässig.80 Dabei ver­lau­fen die Wahl­mo­da­li­tä­ten
    (inklu­si­ve Abwahl) beim Kanz­ler iden­tisch zu denen des
    Prä­si­den­ten, dem der Kanz­ler auch dienst- und ver­sor­gungs­recht­lich
    gleich­ge­stellt wird.81 Ent­spre­chend den
    Vor­ga­ben des BVerfG im bran­den­bur­gi­schen „Kanz­ler­be­schluss“
    soll laut rhein­land-pfäl­zi­schem Gesetz­ge­ber
    das neue Wahl­ver­fah­ren der not­wen­di­gen Rück­kopp­lung
    zu Senat und den Hoch­schul­rat dienen.82 Durch
    die­se Rege­lungs­ge­samt­heit erfolgt eine im Unter­schied
    zur bis­he­ri­gen Rechts­la­ge erheb­li­che hoch­schul­po­li­ti­sche
    Auf­wer­tung des Kanz­ler­am­tes in Rhein­land-Pfalz,
    was die Ein­füh­rung und Begrün­dung eines Zeit­be­am­ten­ver­hält­nis­ses
    nach vor­he­ri­gem Wahl­akt, der danach
    nicht nur „for­ma­le“, son­dern gera­de „mate­ri­ell-recht­li­che“
    Qua­li­tät auf­weist, wie vom BVerfG gefordert83,
    recht­fer­tigt.
    Auch Sach­sen-Anhalt hat auf den Beschluss des
    BVerfG zum bran­den­bur­gi­schen Kanz­ler reagiert und
    eben­falls sei­nen ent­spre­chen­den Rege­lungs­me­cha­nis­mus
    im Hoch­schul­ge­setz unter Bezug­nah­me auf die­sen
    Beschluss novelliert.84 Danach wird der Kanz­ler nun­mehr
    vom Senat gewählt, wobei die­ser zur Vor­be­rei­tung
    der Wahl eine Fin­dungs­kom­mis­si­on ein­rich­tet. Die
    Amts­zeit beträgt 8 Jah­re, eine Wie­der­wahl ist mög­lich.
    Für die Dau­er sei­ner Amts­zeit wird der Kanz­ler in ein
    Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit berufen.85 Die Geset­zes­be­grün­dung
    weist dabei dar­auf hin86, dass das Wahl­ver­fah­ren
    beim Kanz­ler ana­log zur Wahl des Rek­tors aus­ge­stal­tet
    ist, wodurch die Lei­tungs­po­si­ti­on des Kanz­lers erst­mals
    ihre gesetz­li­che Legi­ti­ma­ti­on durch ein Wahl­ver­fah­ren
    erhal­te und die Trä­ger des Grund­rechts aus
    Art. 5 Abs. 3 GG einen unmit­tel­ba­ren Ein­fluss auf die Beset­zung
    erhiel­ten. Dabei ent­spre­che der Wahl­akt selbst
    auch den Anfor­de­run­gen des BVerfG, denn dar­über hin­aus
    bestehe ein hin­rei­chend gewich­ti­ger Ent­schei­dungs-
    und Gestal­tungs­spiel­raum des Kanz­lers im Gefü­ge
    der Hoch­schul­lei­tung, wofür ins­be­son­de­re das Veto-
    Recht des Kanz­lers nach § 68 Abs. 1 S. 6 HSG LSA als Beauf­trag­ter
    des Haus­halts spre­che. Letz­te­res Argu­ment
    ver­fängt dage­gen nicht, da das Veto-Recht der Funk­ti­on
    des Kanz­lers als BdH in der Regel „imma­nent“ ist.87 Ent­schei­dend
    hin­ge­gen für die vor­lie­gen­de hoch­schul­po­li­ti­sche
    Auf­wer­tung des Kanz­ler­am­tes i.S.d. BVerfG-Ent­schei­dung
    ist die Stel­lung des Kanz­lers im Hoch­schul­lei­tungs­ge­fü­ge,
    wonach in Sach­sen-Anhalt eine kol­le­gia­le
    Rek­to­rats­ver­fas­sung gilt: Die Hoch­schu­len wer­den
    durch ein Rek­to­rat eigen­ver­ant­wort­lich gelei­tet, wonach
    dem Rek­to­rat neben dem Rek­tor und den Pro­rek­to­ren
    auch der Kanz­ler als gleich­be­rech­tig­tes Organ ange­hört,
    aller­dings mit der Vor­be­din­gung, dass er zugleich BdH
    ist und die­se Funk­ti­on nicht durch einen Pro­rek­tor aus­ge­übt
    wird.88
    Schließ­lich hat Ber­lin mit „sei­nen“ Novel­lie­rungs­be­stre­bun­gen
    begon­nen. Bis­lang eben­falls mit einem ver­fas­sungs­recht­lich
    pro­ble­ma­ti­schen Rege­lungs­me­cha­nis­mus
    beim Hoch­schul­kanz­ler „behaf­tet“, liegt aktu­ell sei­tens
    des Senats von Ber­lin (Stand: 3.2.2021) ein ers­ter
    Ent­wurf für eine im Übri­gen eben­falls tief­grei­fen­de
    „Neu­ori­en­tie­rung“ beim Hoch­schul­lei­tungs­ge­fü­ge vor.89
    Künf­tig soll ein kol­le­gi­al aus­ge­rich­te­tes Prä­si­di­um die
    Hoch­schu­len lei­ten, dem neben dem Prä­si­den­ten und
    den Vize­prä­si­den­ten jetzt auch grund­sätz­lich der Kanz­ler
    als gleich­be­rech­tig­tes Mit­glied angehört.90 Sei­ne
    Amts­zeit soll 8 Jah­re betra­gen, durch Rege­lung in der
    Grund­ord­nung der jewei­li­gen Hoch­schu­le kann aller­dings
    bestimmt wer­den, dass die Amts­zeit kür­zer ist, jedoch
    nicht weni­ger als 6 Jahre.91 Es ist hier ein Beam­ten­ver­hält­nis
    auf Zeit vor­ge­se­hen, wonach der Kanz­ler nach
    einem ent­spre­chen­den Wahl­akt vom Senat von Ber­lin
    bestellt wird. Gewählt wer­den soll er auf Vor­schlag des
    Knopp · Der Beschluss des BVerfG zum bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­kanz­ler 1 9 3
    92 Vgl. § 58 Abs. 5 Satz 1 E.
    93 § 58 Abs. 2 E.
    94 Vgl. S. 154 f. der Begrün­dung zur Vor­la­ge.
    95 Vgl. S. 155 der Begrün­dung zur Vor­la­ge.
    96 Vgl. S. 155 f. der Begrün­dung zur Vor­la­ge.
    Prä­si­den­ten, der im Ein­ver­neh­men mit dem Kura­to­ri­um
    erfolgt, vom Erwei­ter­ten Aka­de­mi­schen Senat.92 Der
    Kanz­ler lei­tet die Ver­wal­tung im Rah­men der Beschlüs­se
    des Prä­si­di­ums, dem er selbst ange­hört, und ist zugleich
    BdH.93 Der Ent­wurf des Ber­li­ner Senats bezieht
    sich bei der Neu­fas­sung der Kanz­ler­re­ge­lung – wor­auf
    oben schon hin­ge­wie­sen wird – expli­zit auf den Beschluss
    des BVerfG vom 24.4.2018, aus dem teil­wei­se sogar
    zitiert wird.94 In Anwen­dung die­ses Maß­sta­bes soll
    daher künf­tig der Hoch­schul­kanz­ler ein prin­zi­pi­ell
    gleich­be­rech­tig­tes Mit­glied der Hoch­schul­lei­tung mit eige­ner
    Res­sort­ver­ant­wort­lich­keit sein.95 Der hier­zu kor­re­spon­die­ren­de
    Wahl­akt für die Begrün­dung eines –
    ver­fas­sungs­ge­mä­ßen – Zeit­be­am­ten­ver­hält­nis reflek­tiert
    dabei die vom BVerfG gefor­der­te „Rück­kopp­lung“ des
    Kanz­lers zu dem Wahl- (und Abwahl-)Organ, wes­halb
    dem Wahl­akt auch „mate­ri­ell-recht­li­che“ Qua­li­tät i.S.d.
    BVerfG zukommt.96
    V. Resü­mee
    Die vor­ste­hen­den Aus­füh­run­gen unter IV. spie­geln
    zunächst den Erkennt­nis­stand zum Abschluss des hier
    zugrun­de­lie­gen­den Manu­skripts Mit­te April 2021.
    Wohin spe­zi­ell die Rei­se in Bran­den­burg bei der vor­ge­se­he­nen
    Geset­zes­no­vel­lie­rung führt, ist der­zeit offen, da
    sich das Ver­fah­ren erst in einem frü­hen Anhö­rungs­sta­di­um
    befin­det. Es ist aber, wie schon oben zu mut­ma­ßen
    war, im Augen­blick nicht davon aus­zu­ge­hen, dass der
    bran­den­bur­gi­sche Gesetz­ge­ber prin­zi­pi­ell von einer Prä­si­di­al­ver­fas­sung
    mit „star­kem“ Prä­si­den­ten oder einem
    neu gestal­te­ten, „domi­nie­ren­den“ Prä­si­di­um abwei­chen
    und dem Kanz­ler dabei eine „gleich­be­rech­tig­te“ Lei­tungs­stel­lung
    ein­räu­men wird, was eine neu­er­li­che Ein­füh­rung
    eines Zeit­be­am­ten­ver­hält­nis­ses bei gleich­zei­ti­gem
    Wahl­akt ana­log etwa Baden-Würt­tem­berg, Rhein­land-
    Pfalz oder Sach­sen-Anhalt ver­fas­sungs­recht­lich
    recht­fer­ti­gen wür­de. Bleibt es dage­gen bei besag­ten Lei­tungs­struk­tu­ren
    ohne Kanz­ler­ein­bin­dung auf der Lei­tungs­ebe­ne,
    wäre eine Lebens­zeit­ver­be­am­tung beim
    Kanz­ler dem­ge­gen­über zwin­gend. Ob die­ser Weg
    beschrit­ten wird, ist eben­falls mehr als frag­lich. Ver­bleibt
    es danach nach dem Wil­len des Gesetz­ge­bers
    ledig­lich bei einem Ange­stell­ten­ver­hält­nis des Kanz­lers
    bei Bei­be­hal­tung des bekann­ten und noch gel­ten­den
    „Bestell­me­cha­nis­mus­ses“, dürf­te Bran­den­burg – end­gül­tig
    – das „Schluss­licht“ im Rege­lungs­ka­non der Län­der
    zur Aus­ge­stal­tung der jewei­li­gen Hoch­schul­lei­tungs­or­ga­ni­sa­ti­on
    unter Ein­be­zie­hung und Auf­wer­tung des
    Kanz­ler­am­tes wer­den. Des­halb ist es umso bemer­kens­wer­ter,
    wie von dem Beschluss des BVerfG nicht unmit­tel­bar
    betrof­fe­ne Län­der auf die Fest­stel­lun­gen bzw. Aus­füh­run­gen
    des BVerfG reagiert und teil­wei­se – wie
    beschrie­ben – die­se zum Anlass genom­men haben, tief­grei­fen­de
    Ände­run­gen in ihrer Hoch­schul­lei­tungs­struk­tur
    vor­zu­neh­men, wodurch zugleich das Kanz­ler­amt zur
    Recht­fer­ti­gung von Zeit­be­am­ten­ver­hält­nis­sen hoch­schul­po­li­tisch
    i.S.d. Maß­sta­bes des BVerfG auf­ge­wer­tet
    wird.
    Lothar Knopp ist Univ.-Prof. für Staats­recht, Ver­wal­tungs­recht
    und Umwelt­recht an der BTU Cott­bus-
    Senf­ten­berg sowie gf. Direk­tor des dor­ti­gen Zen­trums
    für Rechts- und Ver­wal­tungs­wis­sen­schaf­ten (ZfRV).
    1 9 4 O R D N U N G D E R WI S S E N S C H A F T 3 ( 2 0 2 1 ) , 1 1 7 — 1 3 2