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Die Dis­ser­ta­ti­on „Die Insti­tu­ti­on der Uni­ver­si­täts­me­di- zin als Sub­jekt der Umsatz­steu­er – Ver­fas­sungs- und umsatz­steu­er­recht­li­che Pro­blem­fel­der des Koope­ra­ti- ons­mo­dells ins­be­son­de­re in der Per­so­nal­ge­stel­lung“ wur­de an der Fried­rich-Alex­an­der-Uni­ver­si­tät Erlan- gen-Nürn­berg erstellt. Betreut wur­de die­se Arbeit von Prof. Dr. Max-Ema­nu­el Geis.

I. Ein­füh­rung

Auf­grund der Ein­heit von For­schung, Leh­re und Kran- ken­ver­sor­gung nimmt die Uni­ver­si­täts­me­di­zin eine her- aus­ra­gen­de Stel­lung ein. Um sowohl dem wis­sen­schaft­li- chen Auf­trag als auch dem Gesund­heits­auf­trag gegen- über der Bevöl­ke­rung nach­zu­kom­men, ver­eint die Insti­tu­ti­on Uni­ver­si­täts­me­di­zin Wis­sen­schafts­be­trieb der Uni­ver­si­tät und Wirt­schafts­be­trieb des Uni­ver­si­täts- kli­ni­kums. Ziel­kon­flik­te sind im Hin­blick auf Orga­ni­sa- tion und Finan­zie­rung der Wissenschaft1 und die bedarfs­ge­rech­te Kran­ken­ver­sor­gung durch ein leis­tungs- fähi­ges eigen­ver­ant­wort­lich wirt­schaf­ten­des Uni­ver­si- täts­kli­ni­kum vorhanden.2 Damit ver­bun­den sind umsatz­steu­er­recht­li­che Pro­blem­stel­lun­gen durch das Zusam­men­wir­ken der nicht­un­ter­neh­me­ri­schen medi­zi- nischen Wis­sen­schaft der Uni­ver­si­tät und der grund- sätz­lich unter­neh­me­ri­schen Tätig­keit Kran­ken­ver­sor- gung des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums. Aller­dings ist es die­se Gemenge­la­ge hoheit­li­cher und unter­neh­me­ri­scher Tätig­kei­ten, die Anlass für eine beson­de­re umsatz­steu­er- recht­li­che Beur­tei­lung der Uni­ver­si­täts­me­di­zin gibt.

Mit­un­ter des­halb ist die Zusam­men­ar­beit in der Uni- ver­si­täts­me­di­zin Gegen­stand zahl­rei­cher Reform­bewe- gungen.3 In der Pra­xis haben sich hier­für die Orga­ni­sa­ti- ons­for­men des Koope­ra­ti­ons- und des Inte­gra­ti­ons­mo- dells4 ent­wi­ckelt. Eine Stei­ge­rung der Zusam­men­ge­hö- rig­keit die­ser Insti­tu­tio­nen, aber auch der umsatz­steu­er­li­chen Pro­blem­stel­lun­gen, bringt die Perso-

  1. 1  Vgl. zur sach­ge­rech­ten Orga­ni­sa­ti­on von For­schung und Leh­re, BVerfGE 35, 79 (129 ff.); BVerfGE 111, 333 (355 ff.).
  2. 2  Sand­ber­ger, in: Hailbronner/Geis, Hoch­schul­recht in Bund und Län­dern Bd. II, Hoch­schul­me­di­zin und Uni­ver­si­täts­kli­ni­ka, S. 2 f.
  3. 3  Zur Hoch­schul­me­di­zin: WR, All­ge­mei­ne Emp­feh­lun­gen zur Uni­ver­si­täts­me­di­zin, S. 35 ff., sie­he auch Bal­ders, WissR 31 (1998),

nal­ge­stel­lung mit sich, die wis­sen­schaft­li­ches Per­so­nal der Uni­ver­si­tät mit der Dienst­auf­ga­be in der Kran­ken- ver­sor­gung des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums zusam­men­bringt. Dem­ge­gen­über „die­nen“ oder „unter­stüt­zen“ die Uni­ver- sitäts­kli­ni­ken im Rah­men der lan­des­recht­li­chen Rege- lun­gen die For­schung und Leh­re der Uni­ver­si­tät. In der Kon­se­quenz fin­det somit ein insti­tu­tio­na­li­sier­ter Aus- tausch sach­li­cher und per­so­nel­ler Mit­tel statt, wes­halb umsatz­steu­er­recht­lich rele­van­te Sach­ver­hal­te nahe­zu zwin­gend rea­li­siert wer­den. Wird unter dem Gesichts- punkt des unter­neh­me­ri­schen Han­delns bzw. feh­len­der Wett­be­werbs­neu­tra­li­tät der öffent­li­chen Hand Umsatz- steu­er erho­ben, wirkt sich dies auf die Uni­ver­si­täts­me­di- zin beson­ders belas­tend aus; schließ­lich ist man­gels Vor- steu­er­ab­zugs­be­rech­ti­gung der Uni­ver­si­tät und des Uni- ver­si­täts­kli­ni­kums für hoheit­li­che (wis­sen­schaft­li­che) oder steu­er­be­frei­te Tätig­kei­ten (Kran­ken­ver­sor­gung) eine Kos­ten­neu­tra­li­tät ausgeschlossen.

Die Ziel­set­zung der Unter­su­chung ist daher, das Um- satz­steu­er­recht im Lich­te der hoch­schul- und ver­fas- sungs­recht­li­chen Vor­ga­ben der uni­ver­si­täts­me­di­zi­ni- schen Orga­ni­sa­ti­on zu beur­tei­len. Letzt­end­lich sind es die­se wis­sen­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen und Struk­tu­ren, die in der Zusam­men­ar­beit der Uni­ver­si­täts- medi­zin sicher­zu­stel­len sind. Fol­gen die koope­ra­ti­ven Tätig­kei­ten die­sen Vor­ga­ben dürf­ten unter­neh­me­ri­sche und umsatz­steu­er­pflich­ti­ge Sach­ver­hal­te anders zu beur- tei­len sein.

II. Bedeu­tung und Aus­prä­gung der Koope­ra­ti­on in der Universitätsmedizin

In der Uni­ver­si­täts­me­di­zin sind die Auf­ga­ben lan­des­ge- setz­lich zwi­schen Uni­ver­si­tät — bzw. dem Fach­be­reich Medi­zin — und dem Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum auf­ge­teilt. Die medi­zi­ni­sche For­schung und Leh­re wird durch die Uni- ver­si­tät und die Kran­ken­ver­sor­gung durch das Universi-

S. 91 ff.; Sand­ber­ger, WissR Bei­heft 17 (2006), S. 1 ff.; Pall­me König, WissR Bei­heft 17 (2006), S. 63 ff.; Kingreen/Banafsche/Szabados, WissR 40 (2007), S. 283 ff.

4 WR, All­ge­mei­ne Emp­feh­lun­gen zur Uni­ver­si­täts­me­di­zin, S. 35 ff.; Musil, Steu­er­li­che Fra­gen der Gesund­heits­re­form I, S. 112 ff.

Sebas­ti­an Madeja

Die Insti­tu­ti­on der Uni­ver­si­täts­me­di­zin als Sub­jekt der Umsatz­steu­er – Ver­fas­sungs- und umsatz­steu­er- recht­li­che Pro­blem­fel­der des Koope­ra­ti­ons­mo­dells ins­be­son­de­re in der Personalgestellung

Ord­nung der Wis­sen­schaft 2017, ISBN/ISSN 3–45678-222–7

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täts­kli­ni­kum bzw. am Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum wahr­ge­nom- men.5 Das Kli­ni­kum wird die­nend bzw. unter­stüt­zend in For­schung und Leh­re tätig6, so dass auf­grund die­ser Tren­nung das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum kei­nen eige­nen wis- sen­schaft­li­chen Auf­ga­ben­be­reich hat; gleich­wohl die­se Auf­ga­ben­ver­tei­lung ver­mehrt auf­ge­weicht wird, indem Lan­des­ge­setz­ge­ber auch den Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken per Gesetz For­schung und Leh­re zurech­nen. Die Zusam- men­ar­beit fin­det im Ver­hält­nis Uni­ver­si­tät und Uni­ver- sitäts­kli­ni­kum statt, wobei die­se schwer­punkt­mä­ßig auf der Ebe­ne des Fach­be­reichs Medi­zin zu ver­or­ten ist.7 Die Koope­ra­ti­on mani­fes­tiert sich in insti­tu­tio­nel­len, per­so- nel­len, ver­fah­rens­recht­li­chen und funk­tio­nel­len Ver- knüp­fun­gen, die zur best­mög­li­chen Rea­li­sie­rung der Ein­heit von For­schung, Leh­re und Kran­ken­ver­sor­gung exis­tie­ren und die Annah­me eines geschlos­se­nen Sys- tems erlau­ben, inner­halb des­sen Tätig­kei­ten ggf. nicht unter­neh­me­risch bzw. umsatz­steu­er­pflich­tig sind.

Insti­tu­tio­nell fin­det die Zusam­men­ar­beit in medi­zi- nischen Ein­rich­tun­gen statt, die zwi­schen Uni­ver­si­tät, Fach­be­reich Medi­zin und Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum begrün- det werden.8 Die­se dezen­tra­len Ein­hei­ten beinhal­ten zu- gleich die Schnitt­stel­len von For­schung, Leh­re und Krankenversorgung.9 Per­so­nell wird die Zusam­me­n­ar- beit durch die Ver­flech­tun­gen auf zen­tra­ler und dezent- raler Ebe­ne gefes­tigt. Auf zen­tra­ler Ebe­ne wird dies durch die Mit­be­stim­mung und Teil­nah­me des Fach­be- reichs Medi­zin bei der Beset­zung der Lei­tungs­or­ga­ne des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums, und umgekehrt10, sicher­ge- stellt. Auf dezen­tra­ler Ebe­ne gewähr­leis­tet die Per­so­nal- gestel­lung zwi­schen Uni­ver­si­tät und Uni­ver­si­täts­kli­ni- kum die Durch­füh­rung der Auf­ga­ben in For­schung, Leh­re und Kran­ken­ver­sor­gung. Ver­fah­rens­recht­lich sor- gen Koope­ra­ti­ons­ver­ein­ba­run­gen, Abstim­mungs- und Schlich­tungs­ver­fah­ren sowie gemein­sa­me Beru­fungs- ver­fah­ren für die erfor­der­li­che Sicher­stel­lung der Auf­ga- ben­tri­as. Zusätz­lich ist über die funk­tio­nel­len Ver­knüp- fun­gen eine Zusam­men­ar­beit vor­han­den, die dem Schutz­be­reich der Wis­sen­schafts­frei­heit als Orga­ni­sa­ti- ons­grund­recht gem. Art. 5 III GG geschul­det ist. Indes-

  1. 5  § 4 I UKG BW; Art. 2 I 1, 2 BayU­ni­KlinG; § 5 II Hess­Uni­KlinG; § 2 I 2 UKVO NW; § 8 II 1 HMG LSA.
  2. 6  Vgl. Art. 2 I 1 BayU­ni­KlinG; § 2 I Uni­KlinG M.-V.; § 31 a I HG NW, § 2 I UKVO NW; § 8 I 1 HMG LSA; § 5 I 1, 2 Hess­Uni­KlinG; § 2 I 3 UKG Sach­sen; § 83 II HSG SH.
  3. 7  Vgl. § 7 I UKG BW, § 27 I 1 LHG BW; Art. 13 BayU­ni­KlinG, Art. 34 I 1 BayHSchG; § 15 Hess­Uni­KlinG, § 50 I 1 HessHG; § 2 III UKVO NW, § 31 I HG NW.
  4. 8  Sie­he auch Kin­green, in: Geis, Hoch­schul­recht im Frei­staat Bay­ern, S. 437 Rn. 4; Kingreen/Banafsche/Szabados, WissR 40 (2007), S. 292.
  5. 9  Schrö­der, MedR 1986, 59 (60); Sand­ber­ger, in: Flä­mig u.a., Hdb- WissR Bd. I, S. 930.

sen sind es die gemein­sa­me Ziel­set­zung und Auf­ga­ben- stel­lung in der Uni­ver­si­täts­me­di­zin, aber auch die Moda- litä­ten der Zusam­men­ar­beit, deren Ein­fluss auf die um- satz­steu­er­recht­li­che Beur­tei­lung unter­sucht werden.

III. Umsatz­be­steue­rung juris­ti­scher Per­so­nen des öffent­li­chen Rechts und Ein­fluss des Art. 5 III GG

1. Grund­la­gen der Umsatz­be­steue­rung juris­ti­scher Per- sonen des öffent­li­chen Rechts

Juris­ti­sche Per­so­nen öffent­li­chen Rechts sind nur im Rah­men ihrer Betrie­be gewerb­li­cher Art (§ 1 I Nr. 6, § 4 KStG) unter­neh­me­risch tätig (§ 2 III UStG). Dazu gehö- ren auf­grund des Ver­wei­ses in § 2 III 1 UStG auf das KStG nicht die Hoheits­be­trie­be (§ 4 V 1 KStG), d.h. Betrie­be die über­wie­gend der Aus­übung öffent­li­cher Gewalt die­nen. Letz­te­re gehö­ren der nicht­un­ter­neh­me- rischen Sphä­re an und sind mit ihren Leis­tun­gen nicht umsatz­steu­er­bar. Dar­aus resul­tiert eine all­ge­mei­ne Auf- tei­lung der Steu­er­sphä­ren in nicht steu­er­ba­re Hoheits­be- trie­be, steu­er­pflich­ti­ge Betrie­be gewerb­li­cher Art und die Vermögensverwaltung11, die im wei­te­ren auf die Uni­ver­si­täts­me­di­zin ange­wandt wird. Euro­pa­recht­lich wur­de die Besteue­rung der juris­ti­schen Per­so­nen öffent- lichen Rechts in Art. 13 I, II MwSt­Sys­tRL umgesetzt.12 Staa­ten, Län­der, Gemein­den und sons­ti­ge Ein­rich­tun­gen des öffent­li­chen Rechts gel­ten im Grund­satz nicht als Steu­er­pflich­ti­ge, soweit sie Tätig­kei­ten aus­üben oder Leis­tun­gen erbrin­gen, die ihnen im Rah­men „der öffent- lichen Gewalt“ oblie­gen. Aus­drück­lich wird dabei in Art. 13 I UA 2 MwSt­Sys­tRL nor­miert, dass ein Wett­be­werbs- ver­hält­nis zu Pri­va­ten einer hoheit­li­chen Tätig­keit ent- gegensteht.

2. Ein­fluss des Art. 5 III GG auf die Umsatzbesteuerung

Vor die­sem Hin­ter­grund wird die Zusam­men­ar­beit mit- samt der Moda­li­tä­ten und Ein­flüs­se hoheit­li­cher Tätig- keit im Rah­men des Art. 5 III GG beur­teilt. Nach­dem die Orga­ni­sa­ti­on und die Abläu­fe der Uni­ver­si­täts­me­di­zin dem Art. 5 III GG als Grund­la­ge uni­ver­si­tä­rer (medi­zi­ni-

10 Vgl. Art. 34 II 3 BayHSchG; s.a. Sand­ber­ger, in: Hartmer/Detmer, Hoch­schul­recht, S. 381 Rn. 51.

11 Der BFH ord­net die Ver­mö­gens­ver­wal­tung der wirt­schaft­li­chen Tätig­keit zu, vgl. BFH, Urteil vom 15.4. 2010, V R 10/09, DStR 2010, 1280 (1283); dif­fe­ren­zie­rend Küff­ner, Umsatz­steu­er­li­che Be- hand­lung, S. 60 f.; s.a. Seer, DStR 1997, 436 (437 ff.); Walz/Wulff, WissR 37 (2004); S. 27.

12 RL 2006/112/EG des Rates vom 28.11.2006 über das gemein­sa­me Mehr­wert­steu­er­sys­tem, ABl. Nr. L 347 S. 1, ber. ABl. Nr. L 335
S. 60, zuletzt geän­dert durch Art. 1 ÄndRL 2010/88/EU vom 7.12.2010 (Abl. Nr. 326 S.1).

Made­ja · Uni­ver­si­täts­me­di­zin als Sub­jekt der Umsatz­steu­er 5 5

scher) Wis­sen­schaft fol­gen, sind daher die Impli­ka­tio­nen auf die Besteuerung13 zu ana­ly­sie­ren. Für eine Wett­be- werbs­neu­tra­li­tät als Abgren­zungs­kri­te­ri­um unter­neh- meri­scher und hoheit­li­cher Tätig­keit, sind es die Inhal­te des Art. 5 III GG als Orga­ni­sa­ti­ons­grund­recht, die Unter- schie­de zur unter­neh­me­ri­schen Tätig­keit Pri­va­ter fest- stel­len las­sen. Nach­dem die Aus­übung öffent­li­cher Gewalt vom eigens für die juris­ti­sche Per­son gel­ten­den öffent­li­chen Son­der­rechts abhän­gig ist, wobei der Gebrauch hoheit­li­cher Befugnisse14 erfor­der­lich ist, ent- fal­tet eine ver­fas­sungs­recht­li­che Norm wie Art. 5 III GG nach der euro­päi­schen und auch natio­na­len Rechtsp­re- chung umsatz­steu­er­li­che Wir­kung. Unter Wett­be­werbs- gesichts­punk­ten sind es spe­zi­el­le Abläu­fe und Orga­ni­sa- tions­vor­ga­ben, die allein die Uni­ver­si­täts­me­di­zin betref- fen und damit die Wett­be­werbs­re­le­vanz in Fra­ge stellen.

Hin­sicht­lich des Wett­be­werbs wird zugleich der Fra- ge nach­ge­gan­gen, ob ein Funk­ti­ons- und Finan­zie­rungs- kreis­lauf zuguns­ten einer Tätig­keit ein Wett­be­werbs­ver- hält­nis zu pri­va­ten Markt­teil­neh­mern aus­schließt. Wer- den Leis­tun­gen inner­halb der gesetz­lich vor­ge­ge­be­nen, geschlos­se­nen Struk­tu­ren der Uni­ver­si­täts­me­di­zin be- wirkt, ist erst Recht unter der Vor­ga­be des Art. 5 III GG als Koope­ra­ti­ons­grund­recht eine nicht markt­re­le­van­te Stel­lung gege­ben. Unter den Aus­übungs­mo­da­li­tä­ten des Wis­sen­schafts­be­triebs und der Bin­dungs­wir­kung der ver­fas­sungs­recht­li­chen Vor­ga­ben ist eine ver­gleich­ba­re Leis­tung Pri­va­ter gege­be­nen­falls ausgeschlossen.

IV. Umsatz­steu­er­li­che Ein­ord­nung der Uni­ver­si­tät und des Universitätsklinikums

1. All­ge­mei­ne Ein­ord­nung von Uni­ver­si­tät und Uni­ver- sitätsklinikum

Die Ein­ord­nung der jewei­li­gen Ein­rich­tung hat Bedeu- tung für die umsatz­steu­er­li­che Beur­tei­lung von Leis­tun- gen inner­halb der Koope­ra­ti­on. Im Grund­satz ist die Uni­ver­si­tät als Hoheits­be­trieb und das Uni­ver­si­täts­kli­ni- kum als Unter­neh­mer bzw. Betrieb gewerb­li­cher Art15 ein­zu­ord­nen. Dies führt dazu, dass die Uni­ver­si­tät stets mit einem Betrieb gewerb­li­cher Art koope­rie­ren wür­de und ein etwai­ger Leis­tungs­aus­tausch umsatz­steu­er- pflich­tig ist; ohne die Mög­lich­keit des Vor­steu­er­ab­zugs für die Uni­ver­si­tät, sofern an den Hoheits­be­trieb der Uni­ver­si­tät geleis­tet wird. Leis­tun­gen der Uni­ver­si­tät an

  1. 13  Grund­sätz­lich wird dies ver­neint. Rela­ti­vie­rend: Heintzen/Musil, Das Steu­er­recht des Gesund­heits­we­sens, S. 94; ableh­nend: Stal- lei­ken, FR 2010, 929 (937); für einen Ein­fluss: Seer, DStR 1997, 436 (438).
  2. 14  EuGH, Urteil vom 15.5.1990, C‑4/89, „Car­pa­ne­to Pia­cen­ti­no“, UR 1991, 225; BFH, Urteil vom 15.4.2010, V R 10/09, DStR 2010, 1280 (1284); vgl. auch zur Rspr. Ismer/Keyser, UR 2011, 81 (83 f.).

einen Betrieb gewerb­li­cher Art einer ande­ren juris­ti- schen Per­son öffent­li­chen Rechts (Uni­ver­si­täts­kli­ni- kum), wie z.B. die Per­so­nal­ge­stel­lung, die in der Arbeit aus­führ­lich beleuch­tet wird, wür­den ihrer­seits als unter- neh­me­risch beurteilt.16 Daher gewinnt die Beur­tei­lung der Steu­er­sphä­re von Uni­ver­si­tät und Uni­ver­si­täts­kli­ni- kum an gro­ßer Bedeu­tung. Unter den sys­te­ma­ti­schen umsatz­steu­er­li­chen Gege­ben­hei­ten blei­ben bis­lang jedoch orga­ni­sa­to­ri­sche und funk­tio­na­le Beson­der­hei- ten der Uni­ver­si­täts­me­di­zin unbe­rück­sich­tigt, wes­halb die Impli­ka­tio­nen der Ein­heit von For­schung, Leh­re und Kran­ken­ver­sor­gung und einer hoheit­li­chen „die­nen­den“ Funk­ti­on des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums für die medi­zi­ni- sche Wis­sen­schaft einen Schwer­punkt die­ser Arbeit ein- nehmen.

2. Ein­fluss der Ein­heit von For­schung, Leh­re und Kran- kenversorgung

Die über­wie­gen­de Zweck­be­stim­mung der Kran­ken­ver- sor­gung in der Uni­ver­si­täts­me­di­zin für die medi­zi­ni­sche Wis­sen­schaft lässt eine ande­re Beur­tei­lung als eine rein unter­neh­me­ri­sche Tätig­keit der Kran­ken­ver­sor­gung zu. Ein Hoheits­be­trieb der Kran­ken­ver­sor­gung begrün­det sich vor allem in der bestehen­den Ein­heit von For- schung, Leh­re und Kran­ken­ver­sor­gung. Die­se untrenn- bare Ein­heit führt zu der Annah­me, dass es eine zur Wis- sen­schaft akzes­so­ri­sche und eine nicht-akzes­so­ri­sche Kran­ken­ver­sor­gung gibt. Daher wird in der vor­lie­gen- den Arbeit dar­ge­legt, dass das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum im Rah­men der akzes­so­ri­schen Kran­ken­ver­sor­gung hoheit- lich tätig wird. Zugleich wird im Rah­men der über­wie- gen­den Zweck­be­stim­mung die wis­sen­schaft­li­che Tätig- keit der Uni­ver­si­tät in der Kran­ken­ver­sor­gung umsatz- steu­er­recht­lich berück­sich­tigt. Nach der hier ver­tre­te­nen Auf­fas­sung ver­hält sich dies wett­be­werbs­neu­tral, da eine Umsatz­steu­er­ent­las­tung nicht zum Nacht­teil pri­va­ter Markt­teil­neh­mer füh­ren wür­de. Der Fach­be­reich Medi- zin wür­de somit mit einem Hoheits­be­trieb des Uni­ver­si- täts­kli­ni­kums koope­rie­ren, mit der Fol­ge poten­ti­el­ler nicht­steu­er­ba­rer Bei­stands­leis­tun­gen oder nicht­steu­er- barer Personalgestellung.

3. „Die­nen­de Funk­ti­on“ des Universitätsklinikums

Ein etwai­ger Hoheits­be­trieb des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums wird im Rah­men der „die­nen­den Funk­ti­on“ des Univer-

15 Vgl. RFH, Urteil vom 9.7.1937, V D 1/37, RStBl. 1937, 1306, Gut­ach- ten S. 253 (Ls.); RFH, Urteil vom 2.7.1938, V D 5/38, RStBl. 1938, 743, Gut­ach­ten S. 198 Ls. 1; S. 200; OFD Köln, Vfg. vom 3.9.1984, S 2706–46-St131; Erhard, in: Blü­mich, EStG KStG GewStG Kom- men­tar, § 4 Rn. 121.

16 Vgl. 2.11 XV Bei­spiel Nr. 3 UStAE.

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sitäts­kli­ni­kums für die medi­zi­ni­sche Wis­sen­schaft unter zwei Aspek­ten unter­sucht: dem öffent­lich-recht­li­chen Son­der­recht und den nicht­steu­er­ba­ren Bei­stands­leis­tun- gen. Öffent­lich-recht­li­ches Son­der­recht ist der lan­des- recht­li­chen Anord­nung zu ent­neh­men, dem­zu­fol­ge Uni- ver­si­tät und Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum zur Zusam­men­ar­beit ver­pflich­tet sind. Mit der die­nen­den Tätig­keit begrün­det das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum einen Hoheits­be­trieb, soweit dies der Grund­aus­stat­tung hoheit­li­cher Tätig­keit der Uni­ver­si­tät zukommt. Anders ist dies hin­ge­gen zu beur- tei­len, wenn die unter­neh­me­ri­sche Tätig­keit der Uni­ver- sität unter­stützt wird bzw. nicht die Grund­aus­stat­tung son­dern eine Zusatz­leis­tung erbracht wird. Die­se Erkennt­nis­se wer­den am Instru­ment der nicht­steu­er­ba- ren Bei­stands­leis­tun­gen gegen­ge­prüft. Grund­sätz­lich ist der Recht­spre­chung des BFH17 zufol­ge an nicht­steu­er­ba- ren Bei­stands­leis­tun­gen aus Grün­den der Wett­be­werbs- ver­zer­run­gen gegen­über Pri­va­ten nicht mehr fest­zuhal- ten. Aller­dings wird in die­ser Arbeit ver­tre­ten, dass die Bei­stands­leis­tung nicht wett­be­werbs­be­grün­dend ist, wenn sie für eine hoheit­li­che Tätig­keit der juris­ti­schen Per­son öffent­li­chen Rechts erfolgt. Dies setzt jedoch wei- ter­hin vor­aus, dass die­se Bei­stands­leis­tun­gen insti­tu­ti- ons­be­dingt fest­ge­legt sind und nicht gegen­über Drit­ten ein­ge­setzt werden.

4. Steu­er­li­che Aus­wir­kung des belie­he­nen Uni­ver­si­täts- klinikums

Die steu­er­li­che Beur­tei­lung des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums wird im wei­te­ren anhand eines pri­vat­recht­li­chen Uni­ver- sitäts­kli­ni­kum vor dem Hin­ter­grund der Belei­hung durch­ge­führt. Indes­sen wer­den am die­nen­den Auf­trag und der Belei­hung des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums ver­gleich- bare Impli­ka­tio­nen wie bei einem öffent­lich-recht­li­chem Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum auf die Besteue­rung fest­ge­stellt, so dass die Koope­ra­ti­on mit einem pri­vat­recht­li­chen Uni- ver­si­täts­kli­ni­kum nicht auto­ma­tisch der Umsatz­steu­er- pflicht zu unter­wer­fen ist. Inso­weit wird vor dem Hin­ter- grund der nicht­un­ter­neh­me­ri­schen Belei­hung eine Ent- schei­dung dahin­ge­hend getrof­fen, dass die Koope­ra­ti­ons­form Uni­ver­si­tät und pri­vat­recht­li­ches Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum nicht umsatz­steu­er­schäd­lich ist.

  1. 17  BFH, Urteil vom 10.11.2011, V R 41/10, BB 2012, 1070 ff.
  2. 18  Vgl. dazu OFD Han­no­ver, 22.08.2002, S 2706–143-StO 214, S2706-178 StH 231; OFD Mün­chen, 25.1.2005, S 2706–69 St 42; OFD Koblenz, 1.4.2000, S 7106 A‑St 44 2; VV MV, Fin­Min 1998-11-19 IV 320‑S 7106–20/98.
  3. 19  Vgl. 2.11 XV 1 UStAE, s.a. Knorr/Klaßmann, Die Besteue­rung der Kran­ken­häu­ser, S. 344.

V. Per­so­nal­ge­stel­lung

1. Zweck und Ablauf der Personalgestellung

Unter der Per­so­nal­ge­stel­lung ist der Aus­tausch von Per- sonal der Uni­ver­si­tät an das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum und umge­kehrt zu verstehen.18 Dabei geht es dar­um, dass die gestel­len­de juris­ti­sche Per­son Arbeit­ge­ber / Dienst­herr bleibt, das Per­so­nal sei­ne Diens­te beim Emp­fän­ger erbringt und der Emp­fän­ger hier­für ein Ent­gelt ent­rich- tet.19 Die über­las­sen­de Ein­rich­tung behält ihre Arbeit­ge- ber- oder Dienst­her­ren­pflich­ten wei­ter­hin gegen­über dem wis­sen­schaft­li­chen und nicht­wis­sen­schaft­li­chen Per­so­nal. Dabei wird die Per­so­nal­ge­stel­lung aus­führ­lich anhand der beson­de­ren Per­so­nal­struk­tur des wis­sen- schaft­li­chen Per­so­nals, der Pro­fes­so­ren und des nicht- wis­sen­schaft­li­chen Per­so­nals erör­tert; Gegen­stand sind eben­so die ver­schie­de­nen Kon­stel­la­tio­nen der Per­so­nal­ge- stel­lung zwi­schen Uni­ver­si­tät und Universitätsklinikum.

Kern der Aus­füh­run­gen ist die wis­sen­schaft­li­che Not­wen­dig­keit der Gestel­lung, die neben den Hoch- schul­ge­set­zen auch dem Ver­fas­sungs­recht folgt. Indes- sen wird der Nach­weis ange­tre­ten, dass die Per­so­nal­ge- stel­lung auf­grund son­der­recht­li­cher Grund­la­gen und feh­len­der Wett­be­werbs­re­le­vanz nicht unter­neh­me­risch moti­viert ist und kei­ne Umsatz­steu­er­pflicht aus­löst. Die Rah­men­be­din­gun­gen sind in den Lan­des­ge­set­zen der Uni­ver­si­täts­kli­ni­ka geregelt20 und wer­den in Koope­ra­ti- ons­ver­ein­ba­run­gen näher aus­ge­stal­tet. Die Per­so­nal­ge- stel­lung folgt inso­weit einem „hoheit­li­chen Zweck“, als es die Dienst­pflicht der Hoch­schul­leh­rer und des wis­sen- schaft­li­chen Per­so­nals ist, neben der For­schung und Leh­re auch Auf­ga­ben in der Kran­ken­ver­sor­gung wahr- zuneh­men. Zusätz­lich ist dem Art. 5 III GG für das uni- ver­si­tä­re Per­so­nal bzgl. des aka­de­mi­schen Selbst­ver­wal- tungs­rechts und der Ver­knüp­fung von Wis­sen­schaft und Kran­ken­ver­sor­gung eine gro­ße Bedeu­tung bei­zu­mes­sen. Schließ­lich ver­langt das sta­tus­recht­li­che Amt des Beam- ten ent­spre­chen­de Rah­men­be­din­gun­gen die­se Tätig­kei- ten in die­ser Form auszuüben.21 Um die Ein­heit von For- schung, Leh­re und Kran­ken­ver­sor­gung zu gewähr­leis- ten, ist eine Beson­der­heit der uni­ver­si­täts­me­di­zi­ni­schen Per­so­nal­struk­tur, dass sowohl das wis­sen­schaft­li­che, als

20 Sie­he §§ 7 II, 12 I UKG BW; Art. 14 BayU­ni­KlinG; § 22 Hess­Uni­KlinG; § 25 a V Hess­Uni­KlinG für ein pri­vat­recht­li­ches Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum; §§ 12, 14 UKVO NW; §§ 6, 20 HMG LSA.

21 Vgl. BVerfG, NVwZ-RR 2008, 217 f.; VGH BW, NVwZ-RR 2004, 751 (751); s.a. Kli­li­an, LKV 2007, 145 (150 f.).

Made­ja · Uni­ver­si­täts­me­di­zin als Sub­jekt der Umsatz­steu­er 5 7

auch das nicht­wis­sen­schaft­li­che Per­so­nal dop­pel­funk­tio- nal zur For­schung und Leh­re der Uni­ver­si­tät, als auch zur Kran­ken­ver­sor­gung am Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum ein­ge- setzt wird.

2. Steu­er­li­che Beur­tei­lung der Personalgestellung

Die umsatz­steu­er­li­che Beur­tei­lung wird einer­seits anhand der Erlas­se der Finanz­ver­wal­tung unter Berück- sich­ti­gung der Ana­ly­se­er­geb­nis­se aus der Über­prü­fung der Steu­er­sphä­ren von Uni­ver­si­tät und Uni­ver­si­täts­kli­ni- kum vor­ge­nom­men. Ande­rer­seits wird die Per­so­nal­ge- stel­lung nach öffent­lich-recht­li­chem Son­der­recht beur- teilt. Im Zuge des­sen wird die Gestel­lung wis­sen­schaft­li- chen Per­so­nals der Uni­ver­si­tät auf Art. 5 III GG zurück­ge­führt. Hier­zu gehö­ren Inhal­te wie das aka­de­mi- sche Selbst­ver­wal­tungs­recht, die Per­so­nal­uni­on von Wis­sen­schaft­ler und Arzt, die wis­sen­schaft­li­che Wei- sungs­un­ab­hän­gig­keit und der Beam­ten­sta­tus. Im Ergeb- nis könn­te die Per­so­nal­ge­stel­lung zur Kran­ken­ver­sor- gung als hoheit­lich nicht steu­er­bar behan­delt wer­den, dies unter der Vor­aus­set­zung, dass ver­gleich­ba­re Sach- ver­hal­te pri­va­ter Markt­teil­neh­mer von der Umsatz­steu­er befreit sind.

Die Beur­tei­lung nach öffent­lich-recht­li­chem Son­der- recht berück­sich­tigt die verfassungs‑, hoch­schul- und beam­ten­recht­li­chen Beson­der­hei­ten der Koope­ra­ti­on. Aus­wir­kun­gen zeigt die­ser Ansatz in der Per­so­nal­ges­tel- lung zur Kran­ken­ver­sor­gung und in der Gestel­lung nicht­wis­sen­schaft­li­chen Per­so­nals zu For­schung und Leh­re, die ansons­ten als unter­neh­me­risch zu beur­tei­len wären. Indes­sen wird der Nach­weis geführt, dass mit­hil- fe der Per­so­nal­ge­stel­lung dem Grund­si­che­rungs­auf­trag hoheit­lich, wis­sen­schaft­li­cher Tätig­keit nach­ge­gan­gen wird. Die­se Wer­tung fließt nur anhand des öffent­li­chen Son­der­rechts unter Kor­rek­tur des Wett­be­werbs­ver­hält- nis­ses im Rah­men des Funk­ti­ons- und Finan­zie­rungs- kreis­laufs der Uni­ver­si­täts­me­di­zin mit ein. Folg­lich erge- ben sich unter den ver­fas­sungs­recht­lich not­wen­di­gen Vor­ga­ben Zwän­ge in der Ablauf­or­ga­ni­sa­ti­on, denen nach der hier ver­tre­te­nen Auf­fas­sung auch umsatz­steu- erlich Rech­nung zu Tra­gen ist.

VI. Ergeb­nis

Anhand der Unter­su­chung zei­gen sich meh­re­re Ansät­ze, eine Koope­ra­ti­on wie in der Uni­ver­si­täts­me­di­zin umsatz- steu­er­recht­lich nicht als unter­neh­me­risch zu beur­tei­len. Dies begrün­det sich über­wie­gend an der umsatz­steu­er- recht­li­chen Bedeu­tung des Art. 5 III GG für die Koope- rati­on in der Uni­ver­si­täts­me­di­zin. Es sind nun mal die Wer­tun­gen des Art. 5 III GG, die im Hin­blick auf Orga- nisa­ti­on und Tätig­keits­ab­läu­fen Vor­ga­ben für den Wis- sen­schafts­be­trieb beinhal­ten, die am Uni­ver­si­täts­kli­ni- kum fort­wir­ken. Die­ser hoheit­li­che Zweck steht einem unter­neh­me­ri­schen Han­deln ent­ge­gen. Somit sind die Tätig­kei­ten im Rah­men des Art. 5 III GG als Son­der­recht im Umsatz­steu­er­recht ent­las­tend zu berück­sich­ti­gen, sofern kei­ne Wett­be­werbs­ver­zer­run­gen zu ande­ren Markt­teil­neh­mern auf­tre­ten. Damit füh­ren die unter- schied­li­chen Koope­ra­ti­ons­for­men in der Uni­ver­si­täts- medi­zin mit­samt der Ver­selb­stän­di­gung der Uni­ver­si- täts­kli­ni­ken nicht zwangs­läu­fig zu umsatz­steu­er­schäd­li- chen Kon­stel­la­tio­nen, die die Lan­des­haus­hal­te emp­find­lich belas­ten könnten.

Der Autor hat Rechts­wis­sen­schaf­ten an der Uni­ver­si­tät Erlan­gen-Nürn­berg stu­diert. Im Anschluss an das Refe- ren­da­ri­at war er als aka­de­mi­scher Rat am Insti­tut für Deut­sches, Euro­päi­sches und Inter­na­tio­na­les Öffent­li- ches Recht Lehr­stuhl für Deut­sches und Baye­ri­sches Staats- und Ver­wal­tungs­recht Prof. Dr. Max-Ema­nu­el Geis tätig. Für sei­ne Pro­mo­ti­on hat er den Pro­mo­ti­ons- preis des Fach­be­reichs Rechts­wis­sen­schaft der Uni­ver- sität Erlan­gen-Nürn­berg, den Rödl-Pro­mo­ti­ons­preis der Kanz­lei Rödl & Part­ner sowie den Preis des Wis­sen- schafts­rechts 2015 ver­lie­hen bekommen.

Die Insti­tu­ti­on der Uni­ver­si­täts­me­di­zin als Sub­jekt der Umsatz­steu­er – Ver­fas­sungs- und umsatz­steu­er­recht­li- che Pro­blem­fel­der des Koope­ra­ti­ons­mo­dells ins­be- son­de­re in der Per­so­nal­ge­stel­lung, ist 2013 im NOMOS- Ver­lag erschie­nen. (311 S., Bro­schiert, ISBN 978–3‑8487- 0437–8) Das Werk ist Teil der Rei­he Schrif­ten zum Bil­dungs- und Wis­sen­schafts­recht, Band 14. 69,- € inkl. MwSt. versandkostenfrei.

58 ORDNUNG DER WISSENSCHAFT 1 (2017), 53–58