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Mit Urteil vom 14.11.2016 (1 VB 16/15) hat der Ver­fas- sungs­ge­richts­hof für das Land Baden-Würt­tem­berg auf die Ver­fas­sungs­be­schwer­de eines Pro­fes­sors an der Hoch­schu­le Karls­ru­he die Rege­lun­gen im Lan­des­hoch- schul­ge­setz (LHG) über die Wahl und Abwahl der haupt- und der neben­amt­li­chen Rek­to­rats­mit­glie­der (§ 18 Abs. 1 bis 3, 5 Satz 1 bis 4 und Abs. 6 Satz 1 und 5 LHG) für unver­ein­bar mit der in Art. 20 Abs. 1 der Lan­des­ver­fas- sung (LV) ver­an­ker­ten Wis­sen­schafts­frei­heit erklärt. Die Rege­lun­gen über die Wahl und Abwahl der haupt- und der neben­amt­li­chen Rek­to­rats­mit­glie­der genüg­ten nicht, um eine struk­tu­rel­le Gefähr­dung der Wis­sen­schafts­frei- heit der Hoch­schul­leh­rer durch die Kom­pe­ten­zen des Rek­to­rats einer Hoch­schu­le aus­zu­schlie­ßen. Das Rek­to- rat ver­fü­ge über erheb­li­che wis­sen­schafts­re­le­van­te Befug-

nis­se, ins­be­son­de­re bei Personal‑, Sach- und Finan­zent- schei­dun­gen. Die­se Befug­nis­se des Rek­to­rats wür­den nicht durch­hin­rei­chen­de­Mit­wir­kungs­recht­ederim­Se­nat­ver- tre­te­nen Hoch­schul­leh­rer bezüg­lich der Wahl- und Abwahl der Rek­to­rats­mit­glie­der kompensiert.

Das Urteil ist abruf­bar unter https://verfgh.baden- wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m‑stgh/ dateien/161114_1VB16-15_Urteil.pdf (zuletzt abge­ru­fen am 5.12.2016) und wird in einer der nächs­ten Aus­ga­ben von OdW von Feh­ling bespro­chen wer­den. Sie­he zum Pro­blem auch Wür­ten­ber­ger, Zur Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der Rege- lun­gen der Hoch­schul­lei­tung im Lan­des­hoch­schul­ge­setz von Baden-Würt­tem­berg, OdW 1 / 2016, S. 1–18.

Recht­spre­chung

Ver­fas­sungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg: Rege­lun­gen des Lan­des­hoch­schul­ge­set­zes teil­wei­se mit Wis­sen­schafts­frei­heit unvereinbar

Ord­nung der Wis­sen­schaft 2017, ISSN 2197–9197

52 ORDNUNG DER WISSENSCHAFT 1 (2017), 59–60